Cottbus reduziert Spielergehälter

Cottbus reduziert Spielergehälter
Cottbus reduziert Spielergehälter
Der neue Cottbuser Trainer Petric Sander steht am Spielfeldrand.

Cottbus (dpa) – Die finanzielle Situation des Zweitligisten FC Energie Cottbus hat sich mit Beginn des Jahres dramatisch zugespitzt.

«Die Lage ist sehr angespannt», bestätigte Manager Klaus Stabach einen Bericht der «Sport Bild», wonach die meisten Spieler bereits seit Oktober 2004 nur noch 70 Prozent ihrer Gehälter beziehen. «Das Geld ist einfach nicht da. Der Kreditrahmen ist ausgeschöpft», meinte Stabach. Derzeit plagen den Verein mehr als zwei Millionen Euro Verbildlichkeiten, so dass die Banken vorerst kein grünes Licht für frische Gelder geben.

Im Jahres-Etat fehlen allein 330 000 Euro aus den immer geringer werdenden Zuschauerzahlen. «Dazu kommt die schlechte Platzierung, die bringt weniger TV-Gelder. Insofern haben die Spieler auch ihren Anteil an der derzeitigen Situation und es geht nicht anders, dass sie uns jetzt helfen müssen. Es gibt ein Stillhalteabkommen, das im Moment von den Spielern mehr oder weniger eingehalten wird», erklärte der Manager des Tabellen-13. Und: «Uns wurde versprochen, dass der Verein alles nachzahlt, was jetzt einbehalten wird. Wir sehen das als Darlehen an», sagte Stürmer Steffen Baumgart der «Sport Bild».

Stabach bestätigte, die ausstehenden Zahlungen würden geleistet, wenn wieder Geld verfügbar sei. «Es gibt da auch Licht am Ende des Tunnels. Die Grundfrage ist die Erweiterung des Kreditrahmens, und da hatten wir gute Gespräche», sagte Stabach in der Hoffnung auf bessere Zeiten. Andererseits machte er den Profis nicht zu viel Hoffnung. «Die Spieler müssen sich darauf einstellen, dass sie auch weiter auf Gehalt verzichten müssen. Denn unsere wichtigste Aufgabe ist es, den Profifußball in Cottbus zu erhalten», fügte der Manager hinzu.

Angesichts der Finanzmisere kommt es auch nicht von ungefähr, dass der nach der Entlassung von Eduard Geyer eingesetzte Interimscoach Petrik Sander vom Club nach wie vor als Assistenzcoach bezahlt wird. Stabach sprach von einem schwierigen Klärungsprozess, auch da Sander nicht im Besitz der entsprechenden Trainerlizenz sei. Eine weitere Zuspitzung könnte die prekäre Lage erfahren, wenn die EU-Kommission mit der Forderung auf Rückführung von neun Millionen Euro durchkommt, die als Fördermittel in den Stadionausbau geflossen waren.

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