«Club» schon in Feierlaune

«Club» schon in Feierlaune
«Club» schon in Feierlaune
Michael A. Roth und Wolfgang Wolf Wolf umarmen sich nach dem Spiel.

Bielefeld (dpa) – Der Trainer tanzte bereits vor dem Schlusspfiff, die Spieler lagen sich in den Armen, nur der Präsident hob noch warnend den Zeigefinger. «Wir feiern den Sieg, aber noch nicht den Aufstieg», sagte Clubchef Michael A. Roth nach dem 3:1-Sieg des 1. FC Nürnberg im Zweitliga-Topspiel bei Arminia Bielefeld.

Bei neun Punkten Vorsprung und dem besten Torverhältnis steht dem sechsten Bundesliga-Aufstieg des «Clubs» aber nichts mehr im Wege. «Jetzt kann gefeiert werden», jubelte Torhüter Rafael Schäfer vor der feucht-fröhlichen Party im Sportpark Hotel in Halle, wo sich das Team auf die nächste Partie in Osnabrück vorbereitet. Die Fans müssen mit der Aufstiegsfeier bis zum Heimspiel gegen Oberhausen warten.

Selbst Trainer Wolfgang Wolf ließ nach anfänglicher Zurückhaltung seiner Freude freien Lauf. «Ich gehe davon aus, dass wir durch sind. Heute ist alles erlaubt, schließlich können wir uns ja bis Freitag regenerieren», sagte der Coach nach der ansehnlichen Partie in der Bielefelder Schüco Arena. Zuvor hatte sein Team durch die Treffer von Robert Vittek, Sven Müller und Jacek Krzynowek keine Zweifel an dem 3:1-Erfolg beim Tabellenzweiten und der Rückkehr in die 1. Liga aufkommen lassen. «Darauf können wir sehr stolz sein. Wir haben gezeigt, dass wir eine Supermannschaft sind», meinte Kapitän Tommy Svindal Larsen, dessen Vertrag sich mit dem Aufstieg verlängert.

Mit einer enormen Leistungssteigerung sind die Nürnberger, die nach der Hinrunde keinen Aufstiegsplatz innehatten, zum besten Team der zweiten Liga aufgestiegen. «Als ich hier vor einem Jahr angefangen habe, lag alles am Boden und es war überhaupt keine positive Stimmung im Verein», sagte Wolf, für den der 1. FC Nürnberg nach dem VfL Wolfsburg seine zweite Bundesligastation als Trainer wird. Mit 30 Punkten in der Rückrunde und ihrem überragenden Torjäger Marek Mintal, der aber mit einer Knieverletzung bis zum Saisonende ausfällt, hat der »Club» das Feld von hinten aufgerollt. «Im Winter habe ich die Mannschaft daran erinnert, wie viele Punkte sie in den letzten Minuten abgegeben hat und dass wir daran arbeiten müssen», sagte Wolf vor seiner Bundesliga-Rückkehr.

Obwohl sich Vereinsboss Roth noch nicht zum Aufstieg gratulieren lassen wollte, dachte er doch schon an die 1. Liga. «Es wäre schön, wenn wir uns in der nächsten Saison mit einer tollen Mannschaft präsentieren können und nicht so schnell wieder absteigen», meinte der Clubchef. Drei der letzten fünf Aufstiege ins Oberhaus endeten für den «Club» spätestens wieder nach zwei Jahren. Das will der engagierte Präsident diesmal verhindern. «Wir wissen, was wir tun müssen, damit das nicht wieder passiert», versprach Roth. Als Verstärkungen werden Tomasz Hajto (Schalke 04) und Ivica Banovic (Werder Bremen) gehandelt. In Daniel Klewer (Rostock), Marcel Ketelaer (Mönchengladbach) und dem Dresdner Maik Wagefeld stehen drei Neuzugänge bereits fest.

Trotz der Niederlage glauben auch die Bielefelder noch fest an den Aufstieg. «Das werden zwar noch drei schwere Wochen, aber ich bin guter Hoffnung, dass wir am Ende ähnlich jubeln werden wie die Nürnberger», sagte Trainer Uwe Rapolder, der nach elf Spielen ohne Niederlage erstmals mit seinem Team verlor. «Wenn wir die zwei Siege, die wir noch brauchen, nicht holen, weiß ich nicht, was wir in der ersten Liga zu suchen haben», meinte der Bielefelder Coach.

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