«Club» schon in Aufstiegslaune – Planungen laufen

«Club» schon in Aufstiegslaune – Planungen laufen
«Club» schon in Aufstiegslaune - Planungen laufen
Michael A. Roth und Wolfgang Wolf umarmen sich nach dem Spiel.

Bielefeld/Nürnberg (dpa) – Nur der Präsident des 1. FC Nürnberg hob nach dem 3:1-Sieg seines Clubs im Zweitliga-Topspiel bei Arminia Bielefeld noch warnend den Zeigefinger. «Wir feiern den Sieg, aber noch nicht den Aufstieg», sagte Michael A. Roth.

Trainer Wolfgang Wolf hatte bereits vor dem Schlusspfiff getanzt, die Spieler lagen sich in den Armen, als der «Big Point» geschafft war. Bei neun Punkten Vorsprung und dem besten Torverhältnis steht dem sechsten Bundesliga-Aufstieg des «Clubs» trotz der mahnenden Worte Roths nichts mehr im Wege. «Jetzt kann gefeiert werden», jubelte Torhüter Raphael Schäfer vor der feucht-fröhlichen Party im Sportpark Hotel in Halle, wo sich das Team auf die nächste Partie in Osnabrück vorbereitet. Die Fans müssen mit der Aufstiegsfeier bis zum Heimspiel gegen Oberhausen warten.

Aber die Planungen für die erste Liga sind schon weit gediehen. In Daniel Klewer (Rostock), Marcel Ketelaer (Mönchengladbach) und dem Dresdner Maik Wagefeld stehen drei Neuzugänge bereits fest. Der Transfer des Bremers Ivica Banovic ist auch schon fast perfekt. «Die Verpflichtung von Ivica Banovic ist lediglich ein formaler Akt. Wir waren uns soweit mündlich einig, sobald wir den Sprung in die erste Liga geschafft haben, den Vertrag in trockene Tücher zu packen», sagte Sportdirektor Martin Bader am Tag nach dem Triumph. Zudem soll Tomasz Hajto (Schalke 04) kommen. Die Abgänge stehen fest: Stephan Paßlack, Dieter Frey, Martin Driller, Pavel David, Sasa Ciric, Darius Kampa, Jacek Krzynowek sind in der nächsten Saison nicht mehr dabei.

Doch vorerst stand Feiern auf dem Programm. Trainer Wolf ließ nach anfänglicher Zurückhaltung seiner Freude freien Lauf. «Ich gehe davon aus, dass wir durch sind. Heute ist alles erlaubt, schließlich können wir uns ja bis zum Spiel in Osnabrück regenerieren», sagte der Coach nach der ansehnlichen Partie in der Bielefelder Schüco Arena. Zuvor hatte sein Team durch die Treffer von Robert Vittek, Sven Müller und Krzynowek keine Zweifel an dem 3:1-Erfolg beim Tabellenzweiten und der Rückkehr in die 1. Liga aufkommen lassen. «Darauf können wir sehr stolz sein. Wir haben gezeigt, dass wir eine Supermannschaft sind», sagte Kapitän Tommy Larsen, dessen Vertrag sich mit dem Aufstieg verlängert.

In Nürnberg wurden die in der Ferne erfolgreichen Franken ebenfalls begeistert gefeiert. In der Nacht gab es einen Autokorso in der Innenstadt. Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) war stolz auf die «Club»-Akteure. «Das ist Balsam für die fränkische Seele», meinte er. Schließlich sei der 1. FC Nürnberg ein Aushängeschild für die gesamte Region.

Mit einer enormen Leistungssteigerung waren die Nürnberger, die nach der Hinrunde keinen Aufstiegsplatz innehatten, zum besten Team der zweiten Liga aufgestiegen. «Als ich hier vor einem Jahr angefangen habe, lag alles am Boden und es war überhaupt keine positive Stimmung im Verein», sagte Wolf, für den der 1. FC Nürnberg nach dem VfL Wolfsburg seine zweite Bundesligastation als Trainer wird. Mit 30 Punkten in der Rückrunde und ihrem überragenden Torjäger Marek Mintal, der aber mit einer Knieverletzung bis zum Saisonende ausfällt, hat der «Club» das Feld von hinten aufgerollt. «Im Winter habe ich die Mannschaft daran erinnert, wie viele Punkte sie in den letzten Minuten abgegeben hat, und dass wir daran arbeiten müssen», sagte Wolf vor seiner Bundesliga-Rückkehr.

Obwohl sich Vereinschef Roth noch nicht zum Aufstieg gratulieren lassen wollte, dachte er doch schon an die 1. Liga. «Es wäre schön, wenn wir uns in der nächsten Saison mit einer tollen Mannschaft präsentieren können und nicht so schnell wieder absteigen», meinte er. Drei der letzten fünf Aufstiege ins Oberhaus endeten für den «Club» spätestens wieder nach zwei Jahren. Das will der engagierte Präsident diesmal verhindern. «Wir wissen, was wir tun müssen, damit das nicht wieder passiert», versprach Roth.

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