Beckenbauer spricht erstmals von Hitzfeld-Trennung

Beckenbauer spricht erstmals von Hitzfeld-Trennung
Beckenbauer spricht erstmals von Hitzfeld-Trennung
Ottmar Hitzfeld steht bei der Pressekonferenz in München neben dem Vereinslogo.

München (dpa) – Mit einem «kaiserlichen» Paukenschlag hat Franz Beckenbauer einen vorzeitigen Abschied von Ottmar Hitzfeld in Aussicht gestellt und die Trainerfrage beim FC Bayern München von Felix Magaths Plänen abhängig gemacht.

«Ottmar Hitzfeld war ein Glücksfall für den FC Bayern. Viel erfolgreicher als er kann man mit einer Mannschaft nicht arbeiten. Aber es kommt irgendwann einmal der Punkt, an dem man vielleicht nicht mehr in der Lage ist, die Mannschaft zu motivieren», sagte der Bayern-Präsident im «Premiere»-Interview. Als Erster aus der Führungs-Etage sprach er ausgerechnet vor dem Süd-Gipfel der Fußball-Bundesliga beim VfB Stuttgart von einer möglichen baldigen Trennung von Hitzfeld und spielte dem VfB-Coach den Ball zu: «Wir warten ab, wie Felix Magath sich entscheidet.»

Während zuletzt alle Beteiligten in der bayerisch-schwäbischen Trainerfrage äußerst zurückhaltend waren, machte Beckenbauer die Bemühungen zunichte. «In zwei Wochen werden wir eine Entscheidung treffen», kündigte er an. In München herrsche derzeit eine ähnliche Situation wie 1997 in Dortmund, als Hitzfeld die Champions League gewann, glaubt Beckenbauer. «Und dann schon in dem Jahr feststellen konnte, dass man sich gegenseitig ein bisschen aufgebraucht hatte.» Trotzdem schloss er auch eine weitere Zusammenarbeit nicht aus.

Zuvor hatten die beiden Betroffenen sichtlich genervt auf die anhaltenden Spekulationen reagiert. «Das geht schon viel zu lange. Das nervt nicht nur mich», klagte Magath bei einer Pressekonferenz mit etwa 50 Medienvertretern. «Ich konzentriere mich auf meine Arbeit hier», erklärte Hitzfeld. «Da wird vieles schon als perfekt gemeldet, was nicht perfekt ist.» Offiziell soll er bis Sommer 2005 in München Trainer bleiben, doch die Gerüchte um eine vorzeitige Ablösung durch Magath rissen nicht ab, zumal sich der VfB in Walter Schachner bereits um einen Nachfolger bemühte.

Beim VfB zog Magath vor dem letzten Heimspiel der Saison Bilanz, was teilweise schon nach einer Abschiedsrede klang. «Mir war alles zu negativ, was in den letzten Tagen hier an Stimmung herrschte», sagte der 50-Jährige und betonte: «Man darf nicht vergessen, dass wir Herausragendes geleistet haben.» Nur weil der VfB nach zehn Spielen wieder einmal verloren hat, «ist alles niedergemacht worden».

Dass Präsident Erwin Staudt und Aufsichtsratschef Dieter Hundt mit dem Österreicher Schachner vom Grazer AK verhandelt haben, ließ Magath zumindest nach außen hin kalt. «Mich interessiert es nicht, mit wem der Vorstand zu Mittag oder zu Abend isst oder Golf spielt.» Der Teammanager verwies erneut auf seinen bis 2005 laufenden Vertrag: «Ich bin ein Mann, der seine Verträge einhält. Darauf bin ich stolz.»

Ein klares Bekenntnis zum schwäbischen Vorzeige-Club ließ Magath aber vermissen. «Ich denke nicht daran, mich zu irgendeiner Vertrags-Situation zu äußern», sagte er und ließ die Frage nach einer Ausstiegsklausel unbeantwortet. Er wolle sich «nicht zwingen lassen», zu diesem Thema Stellung zu beziehen. Nach Angaben von Philipp Lahm hat die Diskussion keine Auswirkungen auf die Mannschaft. Sein Nationalteamkollege Kevin Kuranyi meinte: «Der Trainer hat es verdient, bei einem großen Verein zu arbeiten, warum sollte er es nicht machen.»

Knapp eine Woche nach dem verlorenen Titelkampf gegen Werder Bremen betonte Hitzfeld die Bedeutung der Partie für die sportliche Zukunft der Bayern, für die die Qualifikation zur Champions League ein Muss ist. «Ich will mit der Mannschaft den zweiten Platz untermauern, nachdem wir nicht Meister geworden sind.» Zudem gehe es nach dem Auftritt gegen Bremen um Wiedergutmachung: «Die Art und Weise, wie wir in der ersten Halbzeit gegen Bremen gespielt haben, können wir so nicht auf uns sitzen lassen.» Für das Duell mit den Schwaben, die in der Tabelle vier Punkte Rückstand auf Bayern haben, ist er optimistisch: «Wir haben Stuttgart schon im ersten Spiel geschlagen. Ich gehe davon aus, dass wir sie diesmal auch schlagen.»

Schreibe einen Kommentar