Bayern will Bremen nicht zur Ruhe kommen lassen

Bayern will Bremen nicht zur Ruhe kommen lassen
Bayern will Bremen nicht zur Ruhe kommen lassen
Jens Jeremies wartet bei einer Pressekonferenz auf die Fragen der Journalisten.

Düsseldorf (dpa) – Vor einem Jahr standen die Fußball-Profis des FC Bayern München am 30. Bundesliga-Spieltag mit 13 Punkten Vorsprung als deutscher Meister fest. Zwölf Monate später sind es die gleichen Bayern, die einen fast Enteilten nicht zur Ruhe kommen lassen wollen.

Tabellenführer Werder Bremen soll Nerven zeigen, der Verfolger glaubt noch immer an seine Chance: «Auf der Zielgeraden kann es passieren, dass man die Nerven verliert», sagte Nationalkeeper Oliver Kahn. «Unsere Chancen sind nach wie vor gegeben», meinte auch Bayern-Star Zé Roberto vor dem Fernduell: Im 199. Münchner Derby treffen die «Roten» auf die abstiegsbedrohten «Blauen» des TSV 1860, rund 620 km weiter nordwestlich steht Bremen bei UEFA-Cup-Anwärter VfL Bochum auf dem Prüfstand. Von Nervosität ist an der Weser nach 20 Spielen ohne Niederlage keine Rede, trotz zuletzt wenig überzeugender Leistungen: «Wir haben keine Flatter», meinte Trainer Thomas Schaaf.

Den Druck gibt der Meisterschaftsanwärter nach München weiter. Für Bayern-Mittelfeldakteur Jens Jeremies ist das Stadt-Duell das «brisanteste Derby der letzten Jahre». Für seinen Club geht es ohne den gesperrten Michael Ballack, den an Windpocken erkrankten Samuel Koffour, aber eventuell mit Rückkehrer Sebastian Deisler um die Wahrung der Titelchance, für die Sechziger ums sportliche Überleben. Nach den Chaostagen mit der Entlassung von Coach Falko Götz und dem Rücktritt von Vizepräsident Hans Zehetmair soll der Niederländer Gerald Vanenburg ausgerechnet bei seiner Bundesliga-Trainerpremiere die Rettung der «Löwen» einleiten.

Ein Sieg des TSV 1860, ein Erfolg des 1. FC Kaiserslautern im Abstiegs-«Gipfel» bei Hertha BSC und ein Punktgewinn von Borussia Mönchengladbach gegen den VfL Wolfsburg würden gleichzeitig die erste Entscheidung der 41. Saison herbei führen: Wenn der 1. FC Köln als Tabellen-Letzter beim Hamburger SV verliert, steht der Premieren-Meister als erster Absteiger fest. Noch wehrt sich Trainer Marcel Koller: «Wir müssen das Glück erzwingen und endlich mal ein Auswärtsspiel gewinnen.» Neben Mitaufsteiger SC Freiburg, der sich bei Eintracht Frankfurt mit einem Sieg aller Sorgen entledigen und die Hessen noch mehr in Bedrängnis bringen könnte, ist Köln als einziges Team auswärts noch ohne dreifachen Punktgewinn.

In Leverkusen treffen die erfolgreichsten Teams der vergangenen fünf Spieltage aufeinander: Bayer 04 und Borussia Dortmund holten zuletzt 13 von 15 Punkten. Doch zunächst wird es Blumen geben: für Bayer-Kapitän Jens Nowotny nachträglich zum 300. Bundesliga-Spiel, für Dortmunds «Dauerbrenner» Stefan Reuter zur vollendeten 500. «Das macht stolz», sagte der Welt- und Europameister, der als zehnter Profi auf ein halbes Tausend Einsätze in der Ersten Liga kommt.

Für Bayer geht es um die Champions-League-Qualifikation, doch auch Dortmund muss erstmals seit 13 Jahren in Leverkusen gewinnen, will der BVB den Kontakt zum fünftplatzierten VfL Bochum nicht verlieren. Für den FC Schalke 04 ist ein Erfolg bei Hansa Rostock beinahe die letzte Chance, den von Manager Rudi Assauer ungeliebten «Döner-Cup» zu verhindern. Momentan sorgt Assauers Streit mit Champions-League- Aspirant VfB Stuttgart (bei Hannover 96) um Marcelo Bordon für abermaliges Aufsehen. Stuttgarts Team-Manager Felix Magath hatte den 30. April als Termin angeboten – doch Assauer ist verhindert: Er feiert seinen 60. Geburtstag.

Schreibe einen Kommentar