Bayern: Lucio soll kommen – Lauth «kein Thema»

Bayern: Lucio soll kommen – Lauth «kein Thema»
Bayern: Lucio soll kommen - Lauth «kein Thema»
Lucio (r) jubelt nach einem Treffer im April mit Daniel Bierofka.

München/Leverkusen (dpa) – Der FC Bayern München kann seinem neuen Trainer Felix Magath wohl gleich zum Einstand Fußball-Weltmeister Lucio präsentieren, doch für Jungstar Benjamin Lauth hat der Rekordmeister keinen Bedarf.

Der Brasilianer wird voraussichtlich mit rund 15 Millionen Euro Ablösesumme der zweitteuerste Transfer in der Vereinsgeschichte nach Roy Makaay (18,75) und soll den Münchnern zusammen mit Magath nach dem titellosen Jahr wieder zu großen Erfolgen verhelfen. «Wir haben grundsätzlich eine Basis mit Bayer Leverkusen und mit dem Spieler besprochen», sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im Bayerischen Fernsehen.

Bayer Leverkusens Geschäftsführer Reiner Calmund sieht den Wechsel des 26-Jährigen zur Konkurrenz nicht besonders gerne. «Für uns ist erstmal wichtig, dass er gehen will, und was wir für ihn bekommen», sagte Calmund im dpa-Gespräch. «Ich habe ein gutes Verhältnis zu den Bayern. Dennoch habe ich auch deutlich gemacht, dass es mir lieber wäre, Lucio würde ins Ausland gehen, als dass er uns in der Bundesliga auf der Nase rumtanzt.» Lucio hat in Leverkusen einen Vertrag bis 2007, die Ablösesumme soll festgeschrieben sein. Außer von Bayern hatte der Abwehrspieler laut Calmund ein Angebot von einem anderen «internationalen Verein mit sportlicher Perspektive».

«Löwe» Benjamin Lauth wird hingegen trotz vieler gegenteiliger Erwartungen nicht zum Lokalrivalen wechseln. «Benjamin Lauth war für uns nie ein Thema. Wir werden ihn definitiv nicht zum FC Bayern holen», sagte Rummenigge der Zeitung «tz». Jedoch hatten Franz Beckenbauer und Uli Hoeneß Interesse an dem verletzten Stürmer des Bundesliga-Absteigers geäußert. Rummenigge begründete dies mit dem Überangebot an Stürmern bei Bayern, die bereits Vahid Hashemian vom VfL Bochum verpflichtet haben. «Wir brauchen keinen weiteren Angreifer.» Zudem braucht man Geld für andere Transfers. Die Bayern sind noch am Dortmunder Torsten Frings sowie an Deco vom FC Porto interessiert. Rummenigge: «Das sind alles teure Spieler. Wir müssen das Geld auch bündeln, damit wir uns nicht verzetteln.»

Wenn schon keine Ablöse für Lauth, so soll es aber Hilfe für den in Schwierigkeiten geratenen Geschäftspartner TSV 1860 geben. Demnächst soll geklärt werden, «in welcher Form der FC Bayern 1860 unterstützen kann, weil wir ja ein gemeinsames Interesse in Form der Allianz Arena haben». Konkret wurde Rummenigge jedoch nicht: «Wir versuchen, kreativ an die Geschichte heranzugehen.»

Unmut deutete Rummenigge beim Thema Michael Ballack an, der sich zuletzt über mangelnde Rückendeckung beklagt hatte. «Wenn ein Spieler beim FC Bayern nicht glücklich ist, kann ich das sowieso nicht ganz nachvollziehen. Denn eigentlich müssten die Spieler extrem glücklich sein. Sie werden pünktlich bezahlt, sie werden zu 100 Prozent bezahlt.» Derzeit gebe es kein Angebot für Ballack. Es müsse in einer «adäquaten Höhe» sein, ehe man sich damit befasse. Aber: Bei unzufriedenen Spielern müsse man «immer nachdenken. Das gilt für jeden».

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