Barcelona intensiviert Werben um Ballack

Barcelona intensiviert Werben um Ballack
Barcelona intensiviert Werben um Ballack
Michael Ballack jubelt nach einem Treffer.

München (dpa) – Fußball-Nationalspieler Michael Ballack wird nun auch offiziell vom FC Barcelona umworben. Ballacks Berater Michael Becker bestätigte eine «konkrete Nachfrage» des spanischen Traditionsclubs.

«Ich habe die Laufzeit des Vertrags bis 2006 bestätigt und an den FC Bayern München als den geeigneten Ansprechpartner verwiesen», sagte Becker der dpa. Laut Becker sind spanische Presseberichte richtig, wonach Barcelonas Vizepräsident Sandro Rosell Kontakt zu ihm aufgenommen habe.

Nach wochenlangen Spekulationen haben sich Verantwortliche des katalanischen Erstligisten nun konkret zu Ballack geäußert. «Wir sind wirklich an Ballack interessiert. Er ist ein starker und intelligenter Spieler», sagte Sportdirektor Txiki Beguiristain der Zeitung «Sport». Er will auch von Abwanderungsgedanken des Bayern-Profis erfahren haben. Auf der Club-Internetseite erklärte er: «Wir wissen, dass er Bayern München verlassen will. Wenn das passiert, werden wir sicherstellen, dass wir mit seinem Club verhandeln.»

Ähnlich äußerte sich Vizepräsident Rosell. «Wir wissen um die Differenzen zwischen dem Spieler und seinem Verein. Wenn beide Seiten so weit auseinander sind, möchten wir über eine Verpflichtung sprechen und somit beiden Seiten helfen», wird er zitiert.

Teamchef Rudi Völler wollte sich im Quartier der deutschen Nationalmannschaft nicht einmischen: «Er hat noch Vertrag bei Bayern München. Da ist er auch gut untergebracht. Aber das muss er selbst entscheiden.» Die vermeintliche Unzufriedenheit des 27-Jährigen rührt seiner Ansicht nach daher, dass Ballack bei Bayern noch nicht die «Leverkusen-Quote» bei Toren erreicht habe. Zu den in Medien gerne gezogenen Vergleichen zwischen Ballack und Frankreichs Superstar Zinedine Zidane sagte Völler: «Bei Zidane sind Ball und Körper eins, aber Ballack ist der torgefährlichere Spieler.»

Berater Becker sagte über angebliche Wechselabsichten des Nationalspielers: «Michael Ballack hat im Sommer 2002 beim FC Bayern einen Vierjahresvertrag unterschrieben mit der Absicht, mindestens bis zur WM 2006 in Deutschland Fußball zu spielen. Deshalb enthält dieser Vertrag auch keine Ausstiegsklausel.» Der neue Bayern-Trainer Felix Magath hatte sich für Ballacks Verbleib ausgesprochen.

Die spanische Zeitung «El Mundo Deportivo» berichtete, Barcelona wolle dem Mittelfeldstar in dieser Woche ein Angebot unterbreiten. Angeblich soll der FC Bayern 20 Millionen Euro für Ballack verlangen. Nach Angaben von Bayern-Sprecher Markus Hörwick hat der deutsche Rekordmeister kein Angebot vorliegen.

Zuletzt hatte Ballack öffentlich mangelnde Rückendeckung der Vereinsspitze beklagt. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte sich zweideutig geäußert. «Wenn da ein Angebot kommt, befassen wir uns damit. Aber das muss schon in einer sicherlich adäquaten Höhe sein, bevor wir uns überhaupt damit befassen.» Um jeden Preis halten würden die Bayern den 27-Jährigen offenbar nicht. Wenn ein Spieler nicht glücklich sei, «dann muss man immer darüber nachdenken», so Rummenigge. Und fügte hinzu: «Das gilt für jeden.»

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