Augenthaler trotz Pokalsieg in Mainz in Rage

Augenthaler trotz Pokalsieg in Mainz in Rage
Augenthaler trotz Pokalsieg in Mainz in Rage
Robson Ponte (Leverkusen, l) zieht ab.

Mainz (dpa) – Pflichtaufgabe erfüllt und im Pokal eine Runde weiter, aber Klaus Augenthaler war trotzdem grantig.

«Wir haben uns teilweise wie eine Schülermannschaft angestellt. Darüber müssen wir reden», sagte der Trainer des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen nach dem glücklichen 3:1 (1:0) des Bundesliga-Fünften in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals bei den Amateuren des FSV Mainz 05. «Ich hatte vor dieser Mannschaft gewarnt, aber das kriegst du nicht in die Köpfe rein», schimpfte der 46 Jahre alte Coach.

Mangelnde Laufbereitschaft und fehlenden Kampfgeist vor 3500 Zuschauern im Bruchweg-Stadion warf der Bayer seinen Spielern vor. «Die Laufbereitschaft hatte schon nach dem 1:0 nachgelassen, nach dem 2:0 wurde es noch weniger», schimpfte Augenthaler. Dabei sah es nach Robson Pontes sehenswertem Schuss in den Winkel (9.) und Francas erfolgreichem Foulelfmeter (48.) nach einem standesgemäßen Sieg des Favoriten aus. Doch der Anschlusstreffer der Mainzer durch einen Kopfball von Fatmir Pupalovic (56.) deckte die Bayer-Schwächen auf.

«Wir haben mit Leidenschaft fast alle Zweikämpfe gewonnen und weiter Druck gemacht. Da war mehr drin», meinte der Mainzer Coach Colin Bell. Glück hatte Leverkusen, als ein Treffer von Metin Telle (68.) wegen angeblichen Abseits nicht anerkannt wurde. Aufregung zudem in der Schlussminute, als Diego Placente gegen Florian Herzog die «Notbremse» zog und die rote Karte sah. Im Gegenzug besorgte Franca (90.) dann das schmeichelhafte 3:1. «Placente hat wahrscheinlich ein Tor verhindert», gab Augenthaler zu. Seine lustlos wirkende Mannschaft, in der nur Juan und Doppel-Torschütze Franca höheren Ansprüchen entsprachen, muss er bis 25. August wieder auf Vordermann bringen. Dann geht es in Ostrau um die Qualifikation für die Champions League.

Den Mainzer Amateuren blieb nur die Gewissheit, zum wiederholten Mal einem «Großen» des deutschen Fußballs die Stirn geboten zu haben. «Kompliment an meine Mannschaft. Leider haben wir eine große Chance verpasst», meinte 05-Trainer Bell. Immerhin hatte sein Team guten Anschauungsunterricht für die Mainzer Erstliga-Profis geboten, die am 4. September Leverkusen zum Punktspiel erwarten. «Zum Glück spielen wir da nicht noch mal gegen die Amateure», sagte Augenthaler.