Auer fordert Ruhe bei den «Löwen»

Auer fordert Ruhe bei den «Löwen»
Auer fordert Ruhe bei den «Löwen»
Karl Auer während einer Pressekonferenz im März.

München (dpa) – Nach den turbulenten Tagen beim TSV 1860 München fordert Präsident Karl Auer ein Ende der Querelen an der Vereinsspitze des Fußball-Bundesligisten. Hinter den Kulissen geht der Machtkampf bei den «Löwen» aber offenbar unvermindert weiter.

«Ich bedauere, was vorgefallen ist, aber wir müssen jetzt nach vorne schauen und wieder positiv denken», sagte der Clubchef in der TV-Sendung «Blickpunkt Sport» des Bayerischen Rundfunks. Bei der Suche nach zwei neuen Vize-Präsidenten stößt der 56-Jährige auch nach dem Rücktritt seines Kontrahenten Hans Zehetmair vom Stellvertreterposten bereits erneut auf Widerstand.

Münchens Oberbürgermeister und 1860-Aufsichtsratsmitglied Christian Ude bemängelte Auers Alleingang beim Vorschlag des designierten Vize-Präsidenten Wolfgang Hauner. «Ich kann nicht über Herrn Hauner reden, weil ich ihn viel zu wenig kenne. Ich kann nur die Vorgehensweise kritisieren. Die Frage hätte mit dem Aufsichtsrat diskutiert werden müssen», sagte der SPD-Politiker in einem Interview der «Süddeutschen Zeitung».

Ungewöhnlich klar bekannte sich Ude zum nach der unwürdigen Entlassung von Trainer Falko Götz abgetreten Zehetmair. «Persönlich bedauere ich, dass Zehetmair das Präsidium verlässt», so das Stadtoberhaupt. «Mein Vorschlag wäre gewesen, Zehetmair zum Präsidenten zu wählen und damit deutlich zu machen, dass Repräsentanten jeglicher Coleur zusammenhalten, um den Karren aus dem Graben zu ziehen», sagte Ude. Vom neuen Trainer Gerald Vanenburg, der in den letzten fünf Spielen den Klassenverbleib sichern soll, erhofft er sich einen «psychologischen Ruck».

Am 27. April will der Aufsichtsrat der Sechziger bei seiner nächsten Sitzung die neuen Stellvertreter Auers benennen. Sollte sich der Wurst-Großhändler mit seinen Vorschlägen der Vize-Präsidenten in dem Kontrollgremium nicht durchsetzen können, schloss er erneut einen eigenen Rücktritt nicht aus. «Wenn die Meinung ist, es ist mit einem anderen besser, dann bin ich genau derjenige, der sagt, ich gehe ins zweite Glied zurück», sagte Auer.

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