Eintracht Braunschweig rückt nach knappem Sieg über Großaspach auf direkten Aufstiegsplatz

Eintracht Braunschweig rückt nach knappem Sieg über Großaspach auf direkten Aufstiegsplatz
Eintracht Braunschweig Wappen

(von unserem Autor Juro)

Eintracht Braunschweig, nach dem Re-Start der 3. Liga bisher das erfolgreichste Team und ohne Niederlage, liegt nach dem 2:1-Heimerfolg gegen die SG Sonnenhof Großaspach nur noch einen Punkt hinter Tabellenführer MSV Duisburg. Nach der starken Auswärtsleistung in Unterhaching versuchte das Braunschweiger Trainer-Team, mit gleicher Konter-Taktik die stark abstiegsgefährdeten Aspacher zu überraschen. Die Gäste mussten so das Spiel selbst machen, zeigten sich aber in der Offensive dafür zu harmlos. So reichten der Eintracht wenige gelungene Spielzüge, um mit einem 2:1-Sieg weitere 3 Punkte einzufahren.

Eintracht Braunschweigs Trainer Antwerpen, der seinen großen Kader mittlerweile in zwei Teams aufgeteilt hat (in dem fast alle Spieler Spielzeit bekommen und sich zeigen können), ließ diesmal wieder die sogenannte „Heimmannschaft“ spielen. Teamübergreifend agierten hierbei nur Torwart Engelhardt, Spielmacher und Goalgetter Kobylanski und Innenverteidiger Wiebe, die nach dem Haching-Einsatz in der englischen Woche auch diesmal daheim in der Anfangself standen. Stürmer Pourié, der bisher alle Begegnungen nach dem Re-Start als einzige Spitze in beiden Eintracht-Teams mitgemacht hatte, wurde erst einmal geschont. So kam Proschwitz zu seinem Debut nach dem Wiederbeginn von Liga 3. Aspachs Coach Boysen, der zur Zeit in den Spielen mit englischer Woche auch mit zwei im Grund unterschiedlichen Teams agiert, ließ diesmal eine komplett andere Mannschaft spielen als beim torlosen Unentschieden in Münster in der vergangenen Wochen-Mitte.

Zeigte sich das Boysen-Team zu Anfang erstaunt über die recht defensive Spielweise der Braunschweiger, nahmen sie schnell das Angebot der Löwen an, auch einmal auswärts angriffslustiger agieren zu können. Trotzdem war offensichtlich, dass die Löwen im Spiel die Zügel in der Hand hielten und dabei unbedingt vermeiden wollten, wie in den letzten Spielen schnell in Rückstand zu geraten. Durch schnelles Umschaltspiel sprang diesmal dabei sogar eine Führung nach der Anfangs-Viertelstunde heraus. Dabei hatte in der 18. Minute Linksaußen Bürger den Spielball glücklich gemeinsam mit seinem Gegenspieler zu seinem Mittelstürmer Proschwitz gebracht, der am Strafraum den heran laufenden Kobylanski sah (und ihn gekonnt anspielte) , der das Leder gekonnt an Torwart Reule vorbei zur 1:0-Führung einschob. Kobylanski, der als einziger Löwe bisher alle Spiele nach dem Re-Start von Anfang an mitgemacht hatte, erzielte dabei bereits seinen 14 Saisontreffer. Für einen Mittelfeldspieler eine erstaunliche Quote.

Nach der Führung zog die Eintracht sich mehr zurück und versuchte, noch mehr Sicherheit in die eigenen Reihen zu bringen. Großaspach zeigte bis zum Braunschweiger Strafraum ab und an gelungenes Kombinationsspiel. Sehr auffällig war in dieser Phase des Spiels immer wieder auf der linken Seite Gaines II, der immer wieder die Löwen-Spieler Kessel und Wiebe beschäftigte, die auf seiner Seite versuchten, die Räume zuzustellen und ihn an Zuspielen in den Löwen-Strafraum zu hindern.

Die erste richtige Chance des BTSV, die Führung auszubauen, hatte dann in der 30. Spielminute erneut der auffällige Kobylanski, der als hängende Spitze direkt hinter Mittelstürmer Proschwitz agierte. Vor dem Fünfer der Aspacher kam er freistehend (nach schönem Assist von Linksverteidiger Kijewski) zum Abschluss, traf aber dabei Torwart Reule, der geschickt den Winkel verkürzte.

In der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit passierte dann auf beiden Seiten nicht mehr sehr viel. Aspach kam ein wenig auf. Immer wieder setzte sich dabei Gaines II in Szene über die linke Seite. Richtig gefährlich wurde es aber auch durch ihn erst kurz vor dem Ende der ersten Hälfte einmal, als Löwen-Innenverteidiger Burmeister einen Abschluss gerade noch so verhindern konnte. So ging es mit der knappen Führung der Löwen in die Pause. Diese war aber sehr verdient, denn Braunschweig hatte den Gast aus Großaspach sicher im Griff.

In der Halbzeit wechselte Trainer Antwerpen gleich zweimal. Becker ersetzte Burmeister in der Verteidigung, während Biankadi (diesmal in der Joker-Rolle) den Schwung vom Haching-Spiel für den unauffälligen Linksaußen Bürger mitbringen sollte. Sonnenhofs Coach Boysen brachte mit Sommer für Gipson einen etwas offensiveren Spielertyp auf den Rasen. Doch nicht die Eintracht hatte durch die Verstärkung der Offensive durch den später stark aufspielenden Biankadi die erste Chance in der zweiten Spielhälfte. Denn Großaspach näherte sich mit einer Schuss-Chance von Meiser durch einen sich gefährlich drehenden Ball (der wahrscheinlich noch abgefälscht war) einem möglichen Ausgleich an! Doch der bisher wenig beschäftigte Löwen-Keeper Engelhardt zeigte bei seiner Parade sein ganzes Können, mit dem er zur Zeit in Braunschweig den bisherigen Stamm-Keeper Fejzic überholt hat (53.).

In dieser Phase des Spieles gelang der Eintracht nicht mehr viel. Das Spiel rissen mehr und mehr die Kicker vom Sonnenhof an sich! Allerdings standen die Braunschweiger sehr sicher in der eigenen Hälfte und versuchten, das Spiel zu beruhigen. Bei Spielmacher Kobylanski, der alle letzten Spiele der Eintracht mitgemacht hatte, war ein Kraftverlust offensichtlich. So reagierte das Braunschweiger Trainer-Team und brachte für den Achter mit Routinier Pfitzner einen klassischen Sechser auf das Feld, der das Zentrum vor dem Löwen-Tor noch dichter machen sollte (63.). Damit verfügte der BTSV jetzt zwar über einen knallharten Abräumer im Spielzentrum mehr, verlor aber gleichzeitig die Kreativität und Überraschungsmomente im eigenen Spielaufbau und den besten Standardschützen!

Mit einer Einwechslung von Stürmer Pourié, für den Proschwitz weichen musste, wollten die Braunschweiger eigentlich ein Tor nachlegen, um den Sack im Spiel zuzumachen. Das klappte aber nicht. Denn ab der 75. Minute kam die Löwen-Abwehr gehörig ins Schwimmen und bettelte geradezu um den Ausgleichstreffer. Zuerst, zwei Minuten später, hatte dann die Eintracht noch großes Glück, als der auffälligste Aspacher Kreativspieler Krasniqi sich fein durchspielte und frei im Strafraum zum Schuss kam. Torwart Engelhardt war schon geschlagen, aber der Ball schlug nicht neben dem rechten Pfosten ein, sondern traf das Aluminium! Glaubten die Löwen schon, hier mit heiler Haut davon gekommen zu sein, lag der Ball doch wenige Sekunden später im eigenen Netz. Das Leder hatte der eingewechselte Sonnenhof-Stürmer Brünker per Kopf in die oberen Maschen gewuchtet. Der schüttelte bei diesem Treffer dabei gleich zwei BTSV-Defensive ab, mit einer herrlichen Flanke von links durch Mitspieler Sverko bedient.

Der Ausgleich war für die Löwen natürlich der Anlass, das taktische Konzept „Konter-Fußball“ aufzugeben und selbst das Spiel gestalten zu wollen. Da in Duisburg zu dieser Zeit der Tabellenführer daheim 0:1 gegen Würzburg zurücklag, hätte eine eigene Führung zu diesem Zeitpunkt den Punkt-Gleichstand mit den Zebras bedeutet. Das Team wurde fünf Minuten später dann gleich dafür belohnt, selbst die Initiative zu übernehmen. Nachdem innerhalb von ganz kurzer Zeit Kammerbauer bereits zwei klare Chancen auf den Sieg vergeben hatte, konnte sich Joker Pourié – bereits in der 78. Minute nach seiner Einwechslung bei seiner ersten Chance fast mit einem Tor beschenkt – für den Führungstreffer zum 2:1 feiern lassen. Der neue Linksaußen Biankadi war seinen Gegenspielern aus Aspach über die linke Seite einfach davongelaufen und bediente Pourié in der Mitte des Strafraumes, der völlig freistehend das Leder im Tor unterbringen konnte (87.). Das war die Entscheidung in der Partie! Als Randnotiz sollte auf jeden Fall erwähnt werden, dass der Schiedsrichter in der 86. Minute Biankadi noch einen fälligen Elfmeter verwehrt hatte, als der seinen Gegenspielern davongelaufen war und im letzten Moment im Aspacher Strafraum unsanft gelegt wurde. Aspach gab sich nun geschlagen. Bis auf Mittelfeldmotor Ünlücifci! Der versuchte es in der Nachspielzeit noch mit zwei verzweifelten Distanzschüssen auf das Tor der Löwen. Aber Keeper Engelhardt fing beide Bälle ohne Probleme.

Auf dem Papier hat Braunschweig nun nach dem vierten Sieg im fünften Spiel beim kommenden Spitzenspiel am Dienstag in Ingolstadt eine schwere Aufgabe vor sich. Aber das Team hat einen Lauf und auch schon das schwere Spiel in Haching siegreich überstanden! Großaspach wird nach dieser Niederlage den Abstieg wohl kaum noch verhindern können und muss unbedingt eine Siegesserie starten, um das Wunder des Klassenerhaltes noch Realität werden zu lassen. Daheim gegen Zwickau gibt es ein „6-Punkte-Spiel“, die SG vom Sonnenhof sollte in diesem Heimspiel unbedingt „den letzten Strohhalm“ greifen!

Aufstellung Eintracht Braunschweig:

Engelhardt – Wiebe, Nehrig, Burmeister (46. Becker) – Kessel (58. Otto), Kobylanski (63. Pfitzner), Kammerbauer, Kijewski – Bär, Bürger (46. Biankadi) – Proschwitz (73. Pourié)

SG Sonnenhof Großaspach:

Reule – Gipson (46. Sommer),Gehring, Bürger, Behounek (73. Sverko) – Krasniqi, Ünücifci – Marinovic, Gaines II – Meiser (89. Leist), Hingerl (67. Brünker)

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