Verkehrte Welt in Erfurt – Münchner Löwen auf Formsuche

Verkehrte Welt in Erfurt – Münchner Löwen auf Formsuche
Verkehrte Welt in Erfurt - Münchner Löwen auf Formsuche
Der Münchner Paul Agostino (l) kämpft mit dem Erfurter David Fall um den Ball.

Erfurt (dpa) – Der Liga-Neuling Rot-Weiß Erfurt trauerte dem verpassten Sieg nach, der Erstliga-Absteiger und Aufstiegsfavorit TSV 1860 München war dagegen mit dem einen Punkt zufrieden.

Verkehrte Welt herrschte im Erfurter Steigerwaldstadion. «Es läuft noch nicht rund bei uns, wir müssen weiter hart arbeiten», sagte «Löwen»-Trainer Rudi Bommer nach dem torlosen Remis gegen die Thüringer, «wir haben heute auf jeden Fall einen Punkt gewonnen.»

Auch nach dem vierten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga bleiben die unbekümmert aufspielenden Erfurter unbesiegt und rangieren auf dem achten Tabellenplatz. «Für uns als Aufsteiger ist das in Ordnung», sagte Cheftrainer René Müller, «trotz der hohen Erwartungen im Umfeld wollen wir aber weiter den Ball flach halten». Nach der Partie gegen die enttäuschenden Münchner haderten die Erfurter vor allem mit der mangelnden Chancenauswertung – und mit 1860-Torwart Michael Hofmann. «Der hat uns den Sieg vermasselt», sagte Müller.

Die Gäste mussten sich bei ihrem Schlussmann bedanken, der mit zahlreichen Paraden eine Blamage verhinderte. Doch im Angriff waren die «Löwen» viel zu harmlos, im Spielaufbau unterliefen ihnen zu viele Fehler. «Mit unserem Offensivspiel kann ich nicht zufrieden sein. Wir haben nie den Rhythmus gefunden, hatten viele Ballverluste. Da erwarte ich in Zukunft vor allem von den erfahrenen Spielern einfach mehr», sagte Bommer.

Die Rot-Weißen hatten dagegen vor 16 691 Zuschauern eine couragierte Vorstellung gezeigt. Doch Ronny Hebestreit (3./52. Minute), Andreas Richter (25.) und Pavel David (44.) vergaben die besten Tormöglichkeiten der Gastgeber. «Leider haben wir nicht eine der vier hochkarätigen Chancen genutzt und so den möglichen Sieg verpasst», sagte Hebestreit. Die Gäste kamen während der gesamten 90 Minuten lediglich durch Michal Kolomaznik (26.) und Rodrigo Costa (63.) gefährlich vor das Tor von Erfurts Keeper René Twardzik.

Auch der Schwung durch drei neue Spieler in den letzten 20 Minuten brachte nicht mehr den erwünschten Erfolg für den frechen Aufsteiger. «Leider hat es nicht mehr zum Siegtreffer gereicht», sagte Trainer Müller, «wichtig ist aber, dass die Mannschaft weiter so beherzt und geschlossen auftritt wie bisher».

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