Rapolder: Korb für Bielefeld, Zusage für Köln

Rapolder: Korb für Bielefeld, Zusage für Köln
Rapolder: Korb für Bielefeld, Zusage für Köln
Bielefelds Trainer Uwe Rapolder lacht auf der Trainerbank.

Bielefeld/Köln (dpa) – Trainer Uwe Rapolder hat dem Werben des 1. FC Köln nachgegeben und den Ausverkauf bei Arminia Bielefeld beschleunigt. Nach wochenlanger Bedenkzeit entschied sich der 46 Jahre alte Fußball-Lehrer gegen seinen bisherigen Arbeitgeber.

Damit verliert die Arminia zum Saisonende nicht nur namhafte Stars, sondern auch ihren Erfolgscoach. «Nach all den Abgängen fehlte mir die Kraft, nochmals durchzustarten. Wenn schon ein Neuanfang, dann bei einem neuen Verein in einem neuen Umfeld», begründete Rapolder seinen Entschluss, den er selbst der Mannschaft mitteilte.

Der Nachfolger des scheidenden Huub Stevens unterschrieb in Köln einen Einjahresvertrag mit beidseitiger Option für eine weitere Saison. Dem Lockruf vom Rhein konnte Rapolder nicht widerstehen: Schon vor Wochen hatte er in einem Zeitungsinterview über seine Sehnsucht nach einem größeren Verein gesprochen, «bei dem wirklich etwas zu bewegen ist» und 50 000 Zuschauer ins Stadion strömen. FC-Präsident Wolfgang Overath freute sich über den Coup: «Mit Uwe Rapolder konnten wir unsere Wunschlösung realisieren. Von der Qualität seiner Arbeit sind wir absolut überzeugt.»

Zum Nulltarif wechselt «Prinz Rapoldi» (Kölner Stadt-Anzeiger), nicht nach Köln. «Ja, es gibt eine Ablöse, aber die Summe ist nicht so gravierend», bestätigte Overath der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Dem Vernehmen wird der FC für den vertraglich bis 2007 an Bielefeld gebundenen Rapolder 300 000 Euro überweisen. Overath bestritt, sich schon seit geraumer Zeit um dessen Dienste bemüht zu haben. «Erst nachdem Huub Stevens offiziell seinen Ausstieg erklärt hatte, haben wir erste Gespräche geführt.»

Die Entscheidung des Trainers sorgte in Bielefeld für lange Gesichter: Nur wenige Tage nach den Feiern zum 100-jährigen Bestehen des Clubs verflog die Partylaune. Alle Bemühungen der Vereinsspitze, die bisher 14-monatige Zusammenarbeit mit Rapolder fortzusetzen, blieben vergeblich. «Er war hin- und hergerissen, hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht», sagte Arminen-Manager Thomas von Heesen, der noch am Tag vor der Bekanntgabe von Rapolders Entscheidung den letzten Versuch unternommen hatte, diesen umzustimmen. Nun muss er sich auf die Suche nach einem neuen Trainer machen. «Wir werden jetzt nicht in blinden Aktionismus verfallen. Ich habe ein paar Ideen im Kopf, aber keinen Plan B in der Schublade», sagte von Heesen.

Angesichts des anstehenden Abschieds der Leistungsträger Patrick Owomoyela (Werder Bremen), Delron Buckley (Borussia Dortmund), Ervin Skela (1. FC Kaiserslautern), Benjamin Lense (1. FC Nürnberg) und Matthias Langkamp (VfL Wolfsburg) sah der Coach seine erfolgreiche Aufbauarbeit gefährdet. Schon vor Wochen hatte er deshalb mit einem Vereinswechsel gedroht und vehement Verstärkungen gefordert. Doch die mangelnde Risikobereitschaft der Bielefelder und die Wünsche des Trainers waren offenbar nur schwer vereinbar.

Die Nachricht des Tages sorgte in Bielefeld für weiteren Gesprächsstoff. Der auf Drängen von Rapolder verpflichtete Nebosja Krupnikovic (Hannover 96) ließ erkennen, dass er nun nicht mehr bereit sei, in der kommenden Saison das Arminen-Trikot zu tragen. «Ich gehe davon aus, dass ich den Kontrakt nicht annehme», sagte er der «Neuen Presse» in Hannover. Über diesen Sinneswandel konnte von Hessen nur schmunzeln: «Das ist absoluter Blödsinn. Der Spieler hat keine schriftliche Ausstiegsklausel.»

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