«Meister-Löwe» Radenkovic wird 70

«Meister-Löwe» Radenkovic wird 70
«Meister-Löwe» Radenkovic wird 70
Petar Radenkovic schaut bei der Jubiläums-Gala „40 Jahre Bundesliga“ in die Kamera.

München (dpa) – Er war einer der ersten Legionäre in der Fußball-Bundesliga, Torhüter der «Meister-Löwen» und sogar Schlagerstar. Petar Radenkovic feiert seinen 70. Geburtstag, redet aber noch längst nicht über den Ruhestand.

Er ist in München als Geschäftsmann aktiv und engagiert sich im Fußball-Verband seines Heimatlandes Serbien-Montenegro als Delegationsmitglied. Im Mittelpunkt steht aber nach wie vor der TSV 1860 München. «Mein Terminkalender richtet sich nach den 60-Spielen», sagte der gebürtige Jugoslawe.

Doch auch dem legendären Torwart haben die negativen Schlagzeilen in den vergangenen Monaten nicht gefallen. «Das alles habe ich mit Sorge betrachtet», bemerkte Radenkovic. Ob die Schwarzgeld-Affäre um das neue Stadion, der Rücktritt des Präsidenten Karl-Heinz Wildmoser, die Entlassung von Trainer Falko Götz, der Abstieg in die 2. Liga – «es ist sehr viel Negatives bei 1860 geschehen», bedauerte er. Kritische Worte hat der Ex-«Löwe» für seinen Verein immer noch parat, so meinte er zum holprigen Start in die Zweitliga-Saison: «Es läuft nicht so, wie man es sich vorgestellt hat. Aber jetzt muss man den Verantwortlichen doch erst einmal noch Zeit geben.»

Trotz der nicht gerade rosigen Zeiten für den TSV freut sich Radenkovic schon auf den Umzug ins neue Stadion: «Ich beneide die Spieler, die 2005 hier spielen dürfen.»

Der von seinen Fans nur «Radi» genannten Torhüter spielte als einer der ersten ausländischen Akteure in der Bundesliga. Sein Name steht für die erfolgreichsten Jahre des TSV 1860: Deutsche Meisterschaft 1966, Pokalsieg 1964 und Endspielteilnahme im Europapokal der Pokalsieger 1965. «Das war eine wunderschöne Zeit», erinnert sich Radenkovic. Auf der internationalen Bühne gewann er mit der jugoslawischen Nationalmannschaft 1956 die olympische Silbermedaille. Im eigenen Tor hielt es ihn auf dem Spielfeld nicht immer, seine Ausflüge in den gegnerischen Strafraum wurden legendär.

Doch auch abseits des Rasens wurde der Fußballer zur Kultfigur, als er mit dem Lied «Bin i Radi, bin i König» mit 400 000 verkauften Platten sogar Platz fünf in der deutschen Hitparade erreichte. Dazu kamen gelegentliche Auftritte als Model für Männermode und Werbefigur – Radenkovic gehörte einst zu den bestverdienenden Spielern.

Für den TSV 1860 absolvierte er zwischen 1963 und 1970 215 Bundesliga-Spiele. Doch der Abschied aus dem Tor fiel ihm vor 34 Jahren schwer: «Ich war schon 36, hätte aber körperlich noch gut vier bis fünf Jahre weiter spielen können. Nachdem ich aber 1970 mit den Sechzigern abgestiegen bin, wollte ich mich nicht weiter quälen. Das war eine harte Entscheidung.»

Und so verfolgt er seit dieser Zeit das Fußball-Geschehen nur noch von der Tribüne aus. Manche Entwicklungen im Profi-Fußball betrachtet er mit Sorge: «Es gibt viel zu viele Spiele. Das ist eine schwere Belastung für die Spieler, sie können sich nicht mehr konzentrieren.»

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