Letzter Protest im Wettskandal vor Sportgericht

Letzter Protest im Wettskandal vor Sportgericht
Letzter Protest im Wettskandal vor Sportgericht
Dominik Marks gibt in der Partie Karlsruher SC – MSV Duisburg die gelbe Karte.

Frankfurt/Main (dpa) – Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verhandelt am 23. März den einzigen noch verbliebenen Protest von ursprünglich 16 im Zuge des Wettskandals.

Von einem Erfolg gehen sowohl Einspruchsführer Karlsruher SC als auch der MSV Duisburg, der die von Dominik Marks geleitete Zweitliga-Partie am 3. Dezember mit 3:0 gewonnen hatte, aus. «Mich persönlich würde es sehr wundern, wenn die Partie nicht wiederholt würde», sagte KSC-Pressesprecher Jörg Bock am Dienstag der dpa. Dagegen kündigte Spitzenreiter Duisburg weitere Schritte an, falls der Sieg annulliert werde.

«Die Manipulation muss bewiesen werden», stellte MSV- Vorstandsvorsitzender Walter Hellmich klar und verwies auf die Sportgerichtsentscheidung vor rund zwei Wochen. Damals hatte der Vorsitzende Richter Rainer Koch den Einspruch der SpVgg. Greuther Fürth gegen die 0:1-Niederlage am 26. September in Duisburg abgewiesen. Begründung: Greuther Fürth konnte nicht nachweisen, dass eine Manipulation des Spielablaufs durch Ex-Referee Robert Hoyzer vorliegt. Fürth hat Berufung vor dem DFB-Bundesgericht eingereicht.

30 000 Euro soll der weiter in Untersuchungshaft sitzende Marks für die Partie des abstiegsgefährdeten KSC gegen Duisburg bekommen haben. Dies geht aus den Vernehmungsprotokollen von Hoyzer vor der Berliner Staatsanwaltschaft und dem Sportgerichts-Vorsitzenden Koch hervor. «Wenn einer mit dem Vorsatz in die Partie geht, diese zu manipulieren, hatten wir doch gar keine Chance», meinte KSC-Sprecher Bock. Dagegen liegen nach Ansicht der Duisburger keine bewusst getroffenen Fehlentscheidungen durch Marks vor.

Mit Ausnahme der Partie Duisburg – Fürth hatte bislang der Nachweis der Manipulationsabrede und das Zustandekommen des gewünschten Resultats ausgereicht. So hat das DFB-Sportgericht entgegen der Unschuldsbekenntnisse von Marks die Manipulation der Drittliga-Partie Hertha BSC Amateure – Arminia Bielefeld Amateure als bewiesen angesehen.

Sollten die Duisburger im Falle einer Niederlage in Berufung gehen, würden sich die Proteste vor dem DFB-Bundesgericht auf insgesamt fünf erhöhen. Bereits abgelehnt wurde in zweiter Instanz der Einspruch von Zweitligist LR Ahlen gegen die Neuansetzung der Partie gegen den Wacker Burghausen. Ahlen hatte am 22. Oktober 2004 mit 1:0 gewonnen. Die Manipulation durch Hoyzer war vom DFB- Bundesgericht bestätigt worden. Anhängig sind die Einsprüche des Bundesligisten SC Freiburg (0:3-Niederlage beim 1. FC Kaiserslautern) und des Regionalligisten FC St. Pauli (2:3 gegen VfL Osnabrück). In beiden Fällen hat das Sportgericht in erster Instanz die Proteste zurückgewiesen.

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