Frankfurt vor Aufstieg – «Löwen» beschwören Wunder

Frankfurt vor Aufstieg – «Löwen» beschwören Wunder
Frankfurt vor Aufstieg - «Löwen» beschwören Wunder
Der Fürther Thomas Kleine (l) wird von Michal Kolomaznik beim Kopfball gestört.

München (dpa) – Im Aufstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga kommt es zum Herzschlag-Finale zwischen Eintracht Frankfurt und dem TSV 1860 München – allerdings mit klarem Vorteil für die Hessen. Nach dem 33. Spieltag steht zudem Rot-Weiß Essen als dritter Absteiger fest.

Mit dem 3:0-Erfolg bei Energie Cottbus behaupteten die Frankfurter ihren Vorsprung von einem Punkt auf die «Löwen» und müssen am letzten Spieltag nur noch im eigenen Stadion den «Matchball» gegen Wacker Burghausen verwandeln. «Wir haben es jetzt selbst in der Hand», jubelte der vom Hamburger SV ausgeliehene Alexander Meier, der mit seinem ersten Hattrick (14./64./55.) der Matchwinner war. «Zu Hause sind wir eine Macht», meinte Trainer Friedhelm Funkel optimistisch: «Ändern werden wir nichts. Wir werden uns ganz normal auf das wichtigste Spiel der Saison vorbereiten.»

Die Münchner «Löwen» erhielten sich durch einen hart erkämpftes 3:2 im Derby bei der SpVgg Greuther Fürth einen Funken Hoffnung, den 1. FC Köln und MSV Duisburg als dritter Aufsteiger in die 1. Liga zu begleiten. Ein Heimsieg über LR Ahlen, das im Abstiegskampf ebenfalls siegen muss, ist am Sonntag beim Abschied aus dem Grünwalder Stadion Pflicht – aber ohne einen Frankfurter Ausrutscher nutzlos. 1860-Coach Reiner Maurer: «Wir müssen auf ein Wunder in Frankfurt hoffen.»

«Joker» Paul Agostino, der vor 15 000 Zuschauern im ausverkauften Fürther Playmobil-Stadion das «Löwen»-Siegtor (79. Minute) erzielte und damit Fürths Aufstiegsambitionen endgültig zerstörte, versprach ein packendes Finale: «Der Kuchen ist noch nicht gegessen», sagte der Australier. Neben den Fürthern musste auch Alemannia Aachen trotz des 3:2 in Burghausen seine Aufstiegs-Hoffnungen vorzeitig begraben.

Eine Entscheidung fiel am vorletzten Spieltag, an dem insgesamt 118 000 Zuschauer bei den neun Begegnungen 33 Tore sahen, im Kampf um den Klassenverbleib. Aufsteiger Essen verlor das Abstiegs-«Endspiel» bei LR Ahlen, für das Stanko Svitlica drei Mal traf, mit 1:3 und steht als dritter Absteiger neben Rot-Weiß Erfurt (0:1 gegen Köln) und Rot-Weiß Oberhausen (2:0 in Unterhaching) fest. «Wir waren mit großer Euphorie in die Saison gegangen, aber wir haben einfach zu wenig Punkte geholt», kommentierte Essens Kapitän Bjarne Goldbaek.

Der vierte Absteiger in die Regionalliga wird zwischen Ahlen (36 Punkte), Eintracht Trier (38), das Dynamo Dresden 2:4 unterlag, sowie Cottbus und dem 1. FC Saarbrücken (je 39) ermittelt. Die Saarländer verloren in Aue 0:2. Gerettet ist der Karlsruher SC, der beim MSV Duisburg vor 28 402 Zuschauern nach einer Roten Karte für Alexander Meyer 75 Minuten in Überzahl spielte und unerwartet klar 4:1 gewann.

In Cottbus, wo nur ein Jahr nach dem Bundesliga-Abstieg die Angst vor dem weiteren Absturz in die Drittklassigkeit umgeht, steht ein Neuanfang bevor. Clubchef Dieter Krein erklärte nach der Pleite gegen Frankfurt seinen Rücktritt. Nach der Trennung vom langjährigen Coach Eduard Geyer und der Beurlaubung von Manager Klaus Stabach trat auch der dritte «Macher», der die Lausitzer bis in die 1. Liga geführt hatte, nach 15 Jahren ab. «Das war kein plötzlicher Entschluss», betonte Krein. Sein Nachfolger wird der Unternehmer Michael Stein.

Die 18 200 Zuschauer im Stadion der Freundschaft erlebten clevere Frankfurter mit einem nervenstarken Meier. Mit einem verschossenen Foulelfmeter war er vor einer Woche noch Sündenbock beim 0:1 gegen Duisburg gewesen. «Alex hat heute seine Kritiker belehrt. Er hat Nerven bewiesen und es allen gezeigt», lobte Funkel den dreifachen Torschützen. Meiers Zukunft bleibt unklar: Er möchte in Frankfurt bleiben, aber der ausgeliehene Mittelfeldmann steht beim HSV noch ein Jahr unter Vertrag. «Für alle Parteien war es auf jeden Fall ein erfolgreiches Unternehmen», sagte Eintracht-Chef Heribert Bruchhagen.

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