Frankfurt für Bommer immer eine Reise wert

Frankfurt für Bommer immer eine Reise wert
Frankfurt für Bommer immer eine Reise wert
Rudolf Bommer (r) und Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel geben Anweisungen.

Frankfurt/Main (dpa) – Frankfurt ist für Rudi Bommer immer eine Reise wert. «Das ist ein gutes Pflaster für mich», frohlockte der 47-Jährige Fußball-Trainer nach dem 2:1 (2:0) des TSV 1860 München bei Eintracht Frankfurt.

Der erste Auswärtserfolg der «60er» nach Treffern von Michal Kolomaznik (5.) und Matthias Lehmann (45.+2, Handelfmeter) lässt Bommer nach dem lauen Saisonstart mit nun 12 Punkten auf Rang sechs wieder fester im Trainerstuhl sitzen.

«In München wird schnell die Keule ausgepackt», sagte Bommer nach dem Spiel der Zweitligisten vor 25 000 Zuschauern im Waldstadion. Für den Anschlusstreffer hatte Arie van Lent (56.) gesorgt. Der ehemalige Eintracht-Profi und -Coach Bommer hatte schon in der Vorsaison mit seinem Ex-Club Wacker Burghausen vier Punkte gegen den Club aus der Mainmetropole geholt.

Dem Wunsch Bommers aber, dass beide Traditionsclubs zum Saisonende sofort der Sprung zurück ins Oberhaus gelingen möge, steht die Wirklichkeit auch mit Rang 9 für Frankfurt entgegen. Erstligareif präsentieren sich die Bundesliga-Absteiger nicht. «Wir haben uns im Zweikampfverhalten zeitweise ziemlich dämlich angestellt», befand Eintracht-Coach Friedhelm Funkel nach der ersten Saison-Heimniederlage, die den Kontakt zur Spitze kostete. «Alles war überhastet, da war keine Ruhe im Spiel», kritisierte Vorstandschef Heribert Bruchhagen den Rückschlag. «Wir stehen genau in der Mitte der Tabelle, damit sind wir nicht zufrieden.»

16 Gegentreffer in acht Spielen dokumentieren die Anfälligkeit der Frankfurter Defensive. Mit den Ex-«Löwen» Jens Keller und Torben Hoffmann stehen Routiniers im Zentrum, doch auch das Duo sorgt noch nicht für die gewünschte Stabilität. Hoffmann erwies seinem Team zudem mit seinem Ellbogencheck gegen den Chinesen Jiayi Shao und der folgenden Roten Karte einen Bärendienst: Der 31-jährige Abwehr-Recke fehlt beim Spitzenreiter SpVgg Greuther Fürth.

Ins Bild der Verunsicherung passte auch das Handspiel von Van Lent, als der gebürtige Holländer auf dem Boden kniend eine Hereingabe mit dem Kopf klären wollte. Er berührte den Ball eher unabsichtlich mit der Hand und Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne) entschied auf Strafstoß. «Eine krasse Fehlentscheidung», wetterte Funkel nach dem Zeitlupenstudium. Positiv bewertete der Eintracht-Coach die Reaktion des Teams: «Das Team hat Charakter gezeigt, alles versucht. Wir werden mit Fehlern leben müssen.»

Bommer sieht Licht am Horizont, auch wenn das spielerische Moment nach dem Wechsel zu kurz kam. «Wie die Mannschaft in Unterzahl gekämpft hat, das gibt Hoffnung», meinte der 47-jährige, der zwischen 1992 und 1996 exakt 70 seiner insgesamt 417 Bundesligaspiele für die Eintracht bestritt. Nach der Gelb-Roten Karte von Kapitän Roman Tyce verteidigten die Münchner Löwen mit Mann und Maus.

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