Braunschweig und Dresden treten nach Remis im Abstiegskampf auf der Stelle

Braunschweig und Dresden treten nach Remis im Abstiegskampf auf der Stelle
Die Braunschweiger bejubeln den Treffer zum 1:1 gegen Dynamo Dresden. Foto: Peter Steffen

(von unserem Autor Juro)
Eintracht Braunschweig und Dynamo Dresden hatten sich im Zweitliga-Abstiegskampf vor knapp 23.000 Zuschauern im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße vorgenommen, unbedingt einen Sieg einzufahren. Obwohl der Gast von der Elbe anfangs mehr vom Spiel hatte und folgerichtig auch in Führung ging, spielte die Eintracht effektiver und machte aus der ersten sich bietenden Chance nach einem Standard fast aus dem Nichts den Ausgleich. Obwohl beide Teams im zweiten Durchgang sehr viel investierten, blieb es beim leistungsgerechten1:1-Unentschieden, das in der ausgeglichensten zweiten Liga aller Zeiten erst einmal scheinbar nicht viel weiterhilft. Erst zum Schluss der Saison wird sich zeigen, wie wichtig der eine erzielte Punkt nach diesem Spiel für die Mannschaften in der Endabrechnung wirklich sein wird. Nach diesem „Endspiel“ werden bis Saison-Abschluss noch weitere folgen.

Bei Eintracht Braunschweig beklagte sich Trainer Lieberknecht vor dem Spiel über das Verletzungspech. Zu viele wichtig Spieler würden zur Zeit nicht zur Verfügung stehen, deren Verletzungen nicht eine klare Diagnose hätten. Neben dem schwedischen Nationalstürmer Valsvik war das diesmal auch Linksverteidiger Reichel, dessen Muskeln diesmal einen Einsatz nicht zuließ. Auch Khelifi und Zuck mussten aus Verletzungsgründen auf der Tribüne Platz nehmen. Gegenüber dem Vorspiel in Bochum, das mit eine Niederlage geendet hatte, wanderten auch Bulut und Kumbela aus Leistungsgründen auf die Bank. Teigl, Samson und Hofmann durften daher von Anfang an spielen. Dresdens Coach Neuhaus, dessen Team beim Unentschieden in Nürnberg einen starken Auftritt hingelegt hatte, ließ seine Aufstellung dagegen unverändert.

Das Spiel begann recht flott. Die Zuschauer sahen aber keine agile Eintracht, sondern freche Dresdner. Die Sachsen kombinierten sich besonders über Horvath und Duljevic gefährlich nach vorn, die die Außenpositionen geschickt bedienten. Dies führte nach Spielbeginn bereits zu einem Pfostenschuss (03. Spielminute). Kreuzer gab einen Ball hoch hinein vor den Löwen-Strafraum. An drei blau-gelben Spielern vorbei kam Hauptmann zum Schuss, doch sein eigener Stürmer Koné fälschte das Leder noch an das Metall ab.

Der BTSV wirkte nervös und unkonzentriert. So verlor in der 08. Spielminute Braunschweigs Sechser Samson ungeschickt einen Ball an Dresdens Spitze Koné, der das Leder auf links zu Duljevic weiterleitete. Der ließ von links einen Hammer aus 25 Metern los. Eintracht-Keeper Fejzic sah den Ball zu spät und brachte trotz Flugparade die Finger nicht mehr ans Leder, dass links in seinem Tor zum 0:1 einschlug.

Danach mühte sich die Eintracht vergeblich, Zugriff auf das Spiel zu bekommen. Dresden machte das Spiel, erstickte Braunschweigs Versuche schon im Ansatz. Trotzdem kamen die Löwen in der 23. Minute des Spieles – nachdem sie in der 16. Minute nach einem von Sechser Samson auf das eigene Tor abgefälschten Ball selbst enorm viel Glück hatten – fast aus dem Nichts zum Ausgleich. Dresden konnte eine Rechtsflanke vom besten Braunschweiger – Spielmacher Hochscheidt – nicht unterbinden. Stürmer Hofmann nahm den Ball zentral in Dresdens Strafraum geschickt an und schlenzte den Ball geschickt und überlegt über die Linie. Torwart Schwäbe hatte hier keinerlei Abwehrchance.

Die Eintracht kam nun besser ins Spiel. Dresden wirkte verunsichert, war aber weiterhin ballsicherer in den Kombinationen. Allerdings gab es keine größeren nennenswerten Chancen auf beiden Seiten, die sich zudem mit weiteren Verletzungssorgen herumplagen mussten. So musste Dresdens Innenverteidiger Müller bereits nach einer halben Sunde für Müller vom Feld. Braunschweigs Offensivhoffnung Abdullahi lag immer wieder verletzt auf dem Rasen, bevor ihn Trainer Lieberknecht kurz vor der Halbzeit durch Kumbela ersetzte. Zwischendurch hatten Teigl (30. Minute) und Benatelli (44. Minute) einmal gefährlicher aus der Distanz einen Torschuss gewagt.

Ausgeglichene Zweite Halbzeit

In der zweiten Halbzeit war das Spiel von Beginn an ausgeglichen, obwohl Dresden mehr Ballbesitz hatte. Die Eintracht hielt kompakt dagegen und profitierte von den Spielerwechseln, die Trainer Lieberknecht vorgenommen hatte. Moll als neuer Sechser räumte vor der Abwehr ab und Kumbela als zweite Spitze setzte mehrmals über rechts Mittelstürmer Hofmann gekonnt in Szene. So in der 48. Spielminute, als seine Maßflanke den Kopf von Hofmann vor dem Fünfer des Dresdner Tores fand. Denkbar knapp strich der Ball links an Schwäbes Tor vorbei.

Auf beiden Seiten wurden aber im weiteren Verlauf des Spieles vielversprechende Angriffe mehrmals nicht konsequent zu Ende gespielt, so dass insgesamt nicht sehr viele Chancen entstanden. Erwähnenswert ist noch die Chance von Koné auf Seiten der Sachsen, der links im Strafraum allein auf BTSV-Keeper Fejzic zulief. Doch der Torwart entschärfte den Schuss aus spitzem Winkel. Ebenfalls freistehend verzog Duljevic eine vielversprechende Schusschance in der 72. Minute recht kläglich. In der 80. Minute gab der auf Dresdener Seite eingewechselte Berko aus der Ferne noch einen gefährlichen Schuss ab. Vier Minuten später wurde dann der im Strafraum der Sachsen durchbrechende Kumbela elfmeterreif gefoult. Von einem der zwei Innenverteidiger, die ihn in die Zange nahmen, klar zu Boden gedrückt, fiel er aber offensichtlich für den Schiedsrichter zu spät. Seine Pfeife blieb daher stumm, zum Entsetzen des blau-gelben Anhanges und von Coach Lieberknecht, der anschließend erregt mit Gästetrainer Neuhaus diskutierte.

Dies war die letzte Großchance des Spiels. Keine der Mannschaften machte zum Schluss der Partie auf, um ein Kontertor zu vermeiden. Wohl oder übel mussten Braunschweig und Dresden schließlich mit einem Punkt zufrieden sein.

Beide Mannschaften weiter im Abstiegskampf

Dresdens Trainer Neuhaus brachte die derzeitige Situation rund um die zweite Liga und ihrer Ausgeglichenheit auf den Punkt mit der Aussage: „Es ist schon komisch, wenn zwei richtig gute Mannschaften – wie heute beim Spiel in Braunschweig beteiligt – in dieser Saison um den Klassenerhalt kämpfen müssen“.
Auch die nächsten Spiel werden für beide Mannschaften nicht einfacher sein. Während Dresden am kommenden Samstag den Tabellendritten Holstein Kiel empfängt, der unbedingt die leidigen Verfolger abschütteln möchte, reisen die Löwen nach Darmstadt. Der dortige Bundesliga-Absteiger muss unbedingt gegen die Eintracht gewinnen, um einen weiteren Abstieg zu vermeiden.

Aufstellung Eintracht Braunschweig:

Fejzic – Sauer, Valsvik, Tingager, Kijewski – Samson (46. Moll) – Teigl, Boland, Hochscheidt, Abdullahi (40. Kumbela) – Hofmann

Aufstellung Dynamo Dresden:

Schwäbe – Kreuzer, Müller (32. Ballas), Franke, Heise – Hartmann – Hauptmann, Benatelli – Horvath (78. Berko), Duljevic – Koné (86. Mlapa)

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