Aachen nach 2:3 «super enttäuscht» – Stevens rastet aus

Aachen nach 2:3 «super enttäuscht» – Stevens rastet aus
Aachen nach 2:3 «super enttäuscht» - Stevens rastet aus
Kölns Trainer Huub Stevens blickt nach dem 3:2-Sieg nach oben.

Aachen (dpa) – Es war ein Fußball-Abend der Superlative. Fünf Tore, Dramatik pur, 21 200 begeisterte Zuschauer im ausverkauften Tivoli, eine Rote Karte und ein ausrastender Trainer Huub Stevens – das 2:3 (1:0) zwischen Alemannia Aachen und dem 1. FC Köln war beste Werbung für Liga 2.

«Wir haben ein tolles Zweitliga-Spiel gesehen. Und zwei Mannschaften, die am Ende sehr weit oben sein können», hielt Aachens Trainer Dieter Hecking trotz der Niederlage fest. «Ich denke, dass das Publikum dieses Spiel genossen hat», fasste sein Gegenüber Huub Stevens die hitzigen 90 Minuten des West-Derbys zusammen.

Der erfahrene Kölner Coach leistete sich allerdings nach der Partie einen peinlichen Ausrutscher. Einen seiner Meinung nach zu kritisch fragenden Medienvertreter bedachte der 50 Jahre alte Niederländer nicht nur ein Mal und lauthals mit einer Verbal-Injurie («Arschloch»). Das war der negative Höhepunkt eines Abends, der dem Bundesliga-Absteiger nach Toren von Carsten Cullmann (61. Minute), Nationalspieler Lukas Podolski (65.) und Marius Ebbers (83.) den zweiten Tabellenplatz einbrachte. Für die Aachener traf der überragende Kai Michalke zum 1:0 (25.) und 2:2 (78.).

«Man braucht niemandem zu erzählen, dass man nach diesem Abend super enttäuscht ist», sagte Michalke. Er leistete mit einem Fehlpass die unfreiwillige Vorarbeit zum dritten Kölner Treffer, der die aufopferungsvolle Arbeit des UEFA-Cup-Teilnehmers zunichte machte. Denn 72 Minuten agierte der DFB-Pokalfinalist nach der Roten Karte für Stefan Blank nach einer Tätlichkeit an Alexander Voigt in Unterzahl. Die Unsicherheiten von Schiedsrichter Michael Weiner (Giesen/Niedersachsen) brachten Aachens Kapitän Erik Meijer in Rage: «Wenn er auf der einen Seite Gelb gibt für ein Sperren oder etwas, was nicht gut ist, und auf der anderen Seite Rot, dann finde ich das schon komisch für einen Polizisten.»

Polizist Weiner hätte sich an eine Regel halten müssen, nicht an zwei, meinte Meijer. Denn vor der Blank-Attacke an Voigt hatte Kölns Matthias Scherz den des Platzes Verwiesenen so heftig angegangen, dass der FC-Angreifer ebenfalls Rot hätte sehen müssen – es gab nur eine Gelb-Verwarnung: «Wenn ich zu schnell fahre, muss ich ein Bußgeld zahlen. Aber man kann nicht dem einen ein Bußgeld geben und dem anderen nicht», erboste sich Meijer.

Restlos zufrieden war eigentlich keiner, obwohl Hecking trotz der Niederlage zuversichtlich ist, «dass wir auf dem richtigen Weg sind und dass wir diesen ersten Rückschlag mit unserer intakten, harmonischen Mannschaft verkraften werden». Für Aachen war es die erste Saisonniederlage, für Köln schon der zweite Auswärtserfolg nach dem 1:0 in Karlsruhe. «Aber wir haben fußballerisch nicht das gebracht, was wir uns vorgestellt haben», schimpfte Stevens über mangelhaften Spielaufbau und fehlendes Engagement in den ersten 45 Minuten. FC-Torhüter Alexander Bade war es egal: «Ein sensationelles Derby. Das war Fußball pur. Es hat einfach Spaß gemacht.»

Schreibe einen Kommentar