1860 und Fürth träumen wieder vom Aufstieg

1860 und Fürth träumen wieder vom Aufstieg
1860 und Fürth träumen wieder vom Aufstieg
Fürths Trainer Benno Möhlmann schreit während des Spiels über den Platz.

Fürth (dpa) – Gestern draußen, heute drin – im total verrückten Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga wittern der TSV 1860 München und die SpVgg Greuther Fürth wieder Morgenluft.

Die Heimniederlage von Eintracht Frankfurt gegen den MSV Duisburg hat bei den Traditionsclubs die wiederholt ad acta gelegten Erstliga-Träume zu neuem Leben erweckt und eine besonders pikante Konstellation herbeigeführt: Aus dem bayerischen Derby im ausverkauften Fürther Playmobilstadion ist ein echtes Aufstiegs-«Endspiel» geworden.

«Jetzt ist alles wieder möglich, aber wir müssen beide Spiele gewinnen», sagte «Löwen»-Trainer Reiner Maurer, nachdem er zu Hause in Mindelheim mit Freude Frankfurts Pleite am Fernsehschirm verfolgt hatte. Nur noch einen Punkt trennt die Sechziger von einem Aufstiegsplatz, mit zwei Punkten Rückstand mischen auch die Fürther wieder mit. Für beide gilt: Nur Siege zählen. Fürth muss eine Woche nach dem Derby bei Alemannia Aachen antreten, der TSV 1860 empfängt am 34. und letzten Spieltag am 22. Mai den LR Ahlen.

Die fränkisch-bayerische Aufstiegsrechnung geht aber nur auf, wenn sich Frankfurt nach der 0:1-Heimpleite gegen Duisburg weitere Patzer leistet. Nun muss die Eintracht bei Energie Cottbus antreten, eine Woche später ist Wacker Burghausen am Main zu Gast. «Wir haben es immer noch selbst in der Hand und werden alles versuchen, um in Cottbus zu gewinnen», meinte Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel. Kapitän Arie van Lent spürt die Verfolger und gibt sich kämpferisch: «Wir sind immer noch Dritter. Jetzt aufzugeben, wäre doch Schwachsinn.»

Reichlich Erfahrung mit vorzeitiger Kapitulation besitzen 1860 und Fürth. «Wir haben nicht die Qualität, um aufzusteigen», hatte sich Fürths Trainer Benno Möhlmann nach dem 1:2 beim 1. FC Saarbrücken am 30. Spieltag aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet. Der Frust in Franken war so groß, dass man die zahlreich in der Stadt verteilten Plakate mit der Aufschrift «Ich will rauf» entfernen ließ. Noch am 22. Spieltag hatten die «Kleeblättler» mit neun Punkten Vorsprung auf einen Nicht-Aufstiegsplatz den zweiten Platz belegt und beim dreimaligen deutschen Meister Aufstiegs-Gelüste geschürt.

Ein wahres Wechselbad der Gefühle erlebten auch die «Löwen», die bereits frühzeitig das Handtuch warfen und sich Anfang Dezember vom Aufstieg und von ihrem Trainer Rudi Bommer verabschiedeten. Sein Nachfolger Maurer feierte mit dem 2:1 gegen Fürth einen erfolgreichen Einstand, nach fünf Wochen Amtszeit schrieb er das sofortige Bundesliga-Comeback jedoch ab und orientierte sich nach unten: «Wir sind nur fünf Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt.»

In der Rückrunde unternahm 1860 einen neuen Anlauf – mit Erfolg: Maurers Mannschaft ist in diesem Jahr noch ungeschlagen. Doch nach drei Heim-Unentschieden und vier Zählern Rückstand auf Platz drei hakte Roland Kneißl den Aufstieg ab. «Wir sind keine Fantasten und wissen, dass wir der Zweiten Liga näher als der Ersten sind», sagte der Sportdirektor noch nach dem 0:0 gegen Rot-Weiß Essen am 31. Spieltag.

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