1860 München ordnet Führungsspitze

1860 München ordnet Führungsspitze
1860 München ordnet Führungsspitze
Karl Auer beobachtet von der Ehrentribüne aus das Spiel gegen Freiburg.

München (dpa) – Dem TSV 1860 München droht sportlich weiter der Absturz – doch nach Krise, Krach und Kungelei können die «Löwen» zumindest wieder auf konfliktfreie Zeiten in ihrer Führungsspitze hoffen.

Durch die Ernennung von Wolfgang Hauner und Leonhard Roßmann zu Stellvertretern von Vereinschef Karl Auer bei der Sitzung des Aufsichtsrats hat der Fußball-Bundesligist sechs Wochen nach dem durch den Stadion-Skandal ausgelösten Rücktritt von Karl-Heinz Wildmoser wieder ein vollständiges Präsidium. «Jetzt können wir zum normalen Lauf der Geschäfte zurückkehren. Es ist wieder Ruhe eingekehrt», sagte Münchens Oberbürgermeister und 1860- Aufsichtsrat Christian Ude.

Nach der Berufung seiner Wunschkandidaten gilt Präsident Auer als Gewinner des wochenlangen Machtkampfs beim Traditionsclub. «Ich bin sehr zufrieden, wie alles gelaufen ist. Wir können nach vorne schauen», sagte der 56-Jährige. Der zunächst wohl zu Unrecht als Marionette von Vorgänger Wildmoser bezeichnete Wurst-Großhändler hat nicht nur die Auseinandersetzung mit seinem als Vize-Präsident abgetretenen Rivalen Hans Zehetmair überstanden, sondern auch den Aufsichtsrat überzeugt.

Gerade Hauner hatte sich Auer als «Vize» gewünscht und gegen anfänglichen Widerstand im Aufsichtsrat durchgesetzt. Der Pressesprecher beim Bundesgrenzschutz arbeitet seit 1993 für die 1860-Juniorenabteilung, die er seit dem Vorjahr leitet. Der 42-Jährige ist somit maßgeblicher Vertreter der gerne als Aushängeschild bezeichneten Jugendarbeit der Sechziger. Roßmann ist Chef der Raiffeisenbank Oberhaching und wird auch die Aufgaben des Schatzmeisters übernehmen. Der 56 Jahre alte Finanzexperte soll vor allem Kontakte zu Sponsoren pflegen.

Ungewiss bleibt auch nach der Neuordnung an der Vereinsspitze lediglich die Zukunft von Dirk Dufner. Der Sportdirektor musste sich in den zurückliegenden turbulenten Tagen immer wieder massive Kritik gefallen lassen und gilt vier Spiele vor Saisonende als mitverantwortlich für den Absturz auf einen Abstiegsrang. Zuletzt hatte Dufner öffentlich Fehler eingeräumt. Ob Auer wie bei der Entlassung von Trainer Falko Götz auf Dauer mit Dufner kooperieren wird, bleibt abzuwarten. Ude hielt sich zu diesem Thema bedeckt und wollte vorläufig «der Personalie keine Tagesaktualität» einräumen.

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