Werders Gratwanderung beginnt

Werders Gratwanderung beginnt
Werders Gratwanderung beginnt
Bremens Sportdirektor Klaus Allofs schaut in die Kamera.

Bremen (dpa) – Klaus Allofs und Werder Bremen begeben sich in der neuen Fußball-Saison auf eine Gratwanderung. Nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft und dem Pokalsieg steht die Mannschaft enorm unter Druck.

Das hat der Sportdirektor in der Bundesliga-Pause erkannt und versucht, das Aufgebot entsprechend zu verstärken. «Ich erwarte eine permanente Belastung für die Mannschaft auf höchstem Niveau. Alles, was wir sagen und tun, wird durch die Teilnahme an der Champions League eine besondere Bedeutung bekommen», sagt Allofs.

Dennoch wird es an der Weser unter seiner sportlichen Leitung keine finanziellen Experimente geben. «Wir schwimmen nicht im Geld und werden nur das ausgeben, was wir auch einnehmen», lautet der Grundsatz von Allofs. Die Ziele umriss Trainer Thomas Schaaf vor der Saison-Eröffnung mit dem Schlagerspiel gegen den FC Schalke 04 so: «Wir wollen auch in der Champions League bestehen und in der Meisterschaft und im Pokal-Wettbewerb wieder eine erfolgreiche Rolle spielen.»

Allofs, der durch seine guten Kontakte im In- und Ausland eine erfolgreiche Transferpolitik aufweisen kann, hat dem Coach nach den Abgängen der Stammspieler Ailton und Mladen Krstajic zum FC Schalke 04 durch die Neuverpflichtungen Miroslav Klose, Frank Fahrenhorst, Gustavo Nery, Daniel Jensen und Petri Pasanen Erfolg versprechenden Ersatz besorgt.

Die Teilnahme an der «Königsklasse» wird nach Meinung von Allofs keinen reichen Club aus Werder machen: «Wir sind aber konkurrenzfähig, ohne durch die neuen Spieler unser Gehaltsgefüge extrem verändert zu haben. Werder hat keine Mannschaft mehr, die sich rechnet, wenn wir im Bundesliga-Mittelfeld spielen. Diesem Druck muss sich jeder bei uns stellen», machte Allofs deutlich.

Ob sich Werder in Zukunft Transfers wie der Erzrivale Bayern München mit Lucio oder Torsten Frings leisten kann, ließ er offen. «Da sind wir schon an einem Knackpunkt angelangt. Wenn man nur sieht, welche Diskussionen bei uns um die Verpflichtung von Klose entstanden sind. Dabei haben wir den besten deutschen Stürmer bekommen», sagte Allofs in einem Interview der «Stuttgarter Zeitung» und fügte hinzu: «Bei manchen Dingen stoßen wir allmählich aber an unsere Grenzen. Wir haben einfach weniger gute Voraussetzungen als andere Städte, was das wirtschaftliche Umfeld betrifft.»

Für die Spiele in der Champions League hat Allofs eine realistische Einschätzung. «Dort treffen wir auf Mannschaften, die auch ihre Stärken und Schwächen haben. Deshalb werden wir nicht in Ehrfurcht erstarren. Wir wollen, dass es auch nach den Gruppenspielen bei uns international weitergeht», nannte er das Werder-Ziel. Der Sportdirektor ist überzeugt: «Wir haben eine starke Mannschaft, aber man muss abwarten, wie sie mit der neuen Situation umgehen wird.»

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