VfB Stuttgart halbiert Schulden

VfB Stuttgart halbiert Schulden
VfB Stuttgart halbiert Schulden
Erwin Staudt lacht vor dem Logo des Fußball-Bundesligisten.

Stuttgart (dpa) – Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart hat dank des Geldsegens aus der Champions League seine finanzielle Lage deutlich verbessert und den Schuldenstand im Geschäftsjahr 2003 nahezu halbiert.

Am 31. Dezember 2003 hatte der VfB 8,26 Millionen Euro Verbindlichkeiten, ein Jahr davor noch 15,77 Millionen. Diese Zahlen gab der VfB bekannt. «Das ist ein Meilenstein», sagte Präsident Erwin Staudt, der bei der Mitgliederversammlung den 1100 Fans ein 40 Millionen teures «Mitbringsel» präsentierte: Direkt neben dem Daimlerstadion soll bis zur WM 2006 ein ausladendes Fan- und Eventcenter entstehen. Das Projekt wird vom Bauunternehmer Rudi Häussler finanziert.

Der Verein stehe auch im Vergleich zur Bundesliga-Konkurrenz gut da, betonte Finanzvorstand Ulrich Ruf: «Damit belegen wir sicher einen Platz in der Spitzengruppe.» Im Jahr 2003 erwirtschaftete der VfB einen Jahresüberschuss von 5,57 Millionen Euro. «Das ist das mit Abstand beste Ergebnis in der Geschichte des Vereins. Mit einem Schlag ist die Situation verändert worden», sagte Ruf. Einnahmen von 65,8 Millionen Euro – davon allein etwa 18 Millionen aus der Gruppenphase der Champions League – standen Ausgaben in Höhe von 60,2 Millionen Euro gegenüber.

Positiv entwickelte sich die vereinseigene Marketing GmbH, die gemeinsam mit dem Sport-Shop zwei Millionen Euro Gewinn erwirtschaftete. «Das ist ein Top-Ergebnis», sagte Staudt. Der VfB ist einer der wenigen Bundesliga-Vereine, der im vollständigen Besitz aller Vermarktungsrechte ist. Der Preis des Erfolgs schlug sich in höheren Personalkosten nieder. Wegen Prämiennachzahlungen sowie den kostspieligen Vertragsverlängerungen mit den Nationalspielern Kevin Kuranyi und Andreas Hinkel erhöhten sich die Ausgaben für die Lizenzspieler von 21,8 auf 29,7 Millionen Euro. Der Verein will laut Staudt nun bis an die Schmerzgrenze «und vielleicht sogar darüber hinaus» gehen, um Torhüter Timo Hildebrand und Spielmacher Alexander Hleb langfristig zu binden.

Verschoben wurde die vorgesehene Umwandlung der Lizenzspielerabteilung in eine Kapitalgesellschaft. «Die Mäntel sind im Schrank. Die Mitglieder müssen entscheiden, ob sie sie anziehen», meinte VfB-Präsident Staudt, der die Umwandlung «möglicherweise nächstes Jahr» vollziehen will.

Stolz verwies der langjährige IBM-Manager auf die von 7500 auf 19 400 gestiegene Mitgliederzahl und kündigte an, den Branchenzweiten hinter dem FC Bayern München, den FC Schalke 04, anzugreifen: «Die haben 35 000 Mitglieder. Die müssen wir packen.» Der Aufsichtsratsvorsitzende Dieter Hundt forderte die Verantwortlichen auf, weiterhin solide zu wirtschaften. «Der eingeschlagene Stuttgarter Weg ist ein Weg der Vernunft, es ist der erfolgreiche Weg der kontrollierten Offensive», sagte der deutsche Arbeitgeberpräsident.

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