Unruhe beim BVB als zuverlässiger Begleiter

Unruhe beim BVB als zuverlässiger Begleiter
Bildhinweis: Hat es derzeit nicht leicht bei Borussia Dortmund: Trainer Lucien Favre. Foto: Lars Baron/Getty Images Europe/Pool/dpa

Dortmund (dpa) – Von einfachen Arbeitsbedingungen kann man bei Borussia Dortmund in dieser Saison wahrlich nicht sprechen. Gerade erst ist der Wirbel um Trainer Lucien Favre abgeflaut, da gibt es mal wieder Ärger um Top-Scorer Jadon Sancho.

In turbulenten Zeiten muss der BVB gegen die Mannschaft der Stunde siegen. Gegen Hertha BSC und seine neuen Erfolgstrainer Bruno Labbadia muss Favre das neue Saisonziel Platz zwei festigen, sonst dürfte die Stimmungsmache gegen den Schweizer sogleich wieder aufkommen. «Wir sind aktuell Zweiter und würden auch ganz gerne am Ende dort einlaufen», sagte Sportchef Michael Zorc vor dem Bundesliga-Topspiel am Samstag (18.30 Uhr).

Schon ein Punkt gegen die formstarken Berliner, die unter der Verantwortung von Labbadia noch unbesiegt sind und aus vier Spielen zehn Punkte mit 11:2 Toren holten, könnte zu wenig sein. Mit einem klaren Sieg zuvor gegen den Letzten Paderborn könnte Leipzig sonst am BVB vorbeiziehen. Schon vorsorglich, so scheint es, bekommt Favre vor dem Spiel Unterstützung von Labbadia. «Lucien Favre macht einen überragenden Job», sagte der neue Hertha-Coach. «Wenn man den Punkteschnitt sieht – aber auch, wie sie Fußball spielen.»

Das sehen im BVB-Umfeld freilich nicht alle so. Dass die Meisterschaft nach dem 0:1 gegen den FC Bayern auch nach Meinung der BVB-Führung quasi entschieden ist, nagt an den Verantwortlichen. Bis zum 6:1 an Pfingsten in Paderborn kamen Gerüchte auf, dass Favre nach dem Saisonende nicht zu halten sei. Ein weiterer Sieg gegen die Hertha würde zumindest in diesem Punkt weiter Ruhe bringen.

Labbadia, der als Coach bei bislang sieben Versuchen noch nie in Dortmund gewinnen konnte, macht sich trotz des Laufs seines Teams klein. «Borussia ist mit Einzelkönnern bestückt, die etwas Außergewöhnliches haben. Viele können ein Spiel über eine einzelne Aktion entscheiden», lobte der 54-Jährige.

Allerdings bereiten diese Einzelkönner in Dortmund mal wieder Kummer. In dieser Woche sorgten Fotos bei Instagram für Wirbel, die ein Star-Frisör dort gepostet hatte. Offensichtlich bekamen unter anderen Jadon Sancho, Thorgan Hazard und Axel Witsel Besuch von einem Frisör und verstießen dabei gegen die Hygienemaßnahmen der Deutschen Fußball Liga. Auf den Fotos posierten sowohl Spieler als auch der Szene-Coiffeur ohne Schutzmaske.

«Wir haben noch einmal mit den Spielern ganz deutlich darüber gesprochen und ihnen ganz klar erklärt, wie sie sich zu verhalten haben. Mit dem Friseur haben wir auch gesprochen. Warum man davon auch noch Fotos machen muss, verstehe ich überhaupt nicht», schimpfte Zorc. Ihm hätten die Spieler und der Frisör allerdings im Gespräch bestätigt, alle Vorschriften eingehalten und die Masken nur für die Fotos abgenommen zu haben. In der Defensive war der Club vor allem aber wegen der Beteiligung Sanchos.

Immer wieder Sancho. Im Oktober beachtete der 20 Jahre alte Engländer nach einer Länderspielreise eine Terminänderung nicht und kam einen Tag zu spät wieder. Dies brachte ihm eine teaminterne Suspendierung für das Hinspiel gegen Borussia Mönchengladbach ein. «Es geht um die Hygiene in der Mannschaft», sagte Zorc damals.

Ende November verpasste Sancho dann wohl eine Besprechung und musste in der Champions League beim FC Barcelona zunächst nur auf die Bank – nach seiner Einwechslung traf er zum 1:3. Seine Verfehlungen erinnern an die Eskapaden der früheren BVB-Stars Pierre-Emerick Aubameyang (jetzt beim FC Arsenal) oder Ousmane Dembélé (FC Barcelona).

In Dortmund ist man indes nachsichtiger mit Sancho. Wegen seines Alters. Und wegen seines Könnens. «Ich kann nicht alles kontrollieren», sagte Favre zum neuerlichen Frisör-Vorfall. «Er ist jung, wir waren alle mal jung, 18, 19 oder 20 Jahre alt. Aber er sollte das nicht machen, das ist klar.»

Sancho ist drittbester Torjäger der Liga mit 17 Treffern und bester Scorer (34) – noch vor Bayerns Superstar Robert Lewandowski (33). Einfach so auf Sancho zu verzichten, verbietet sich daher, so lange er sich nicht wirklich Gravierendes leistet. Zumal könnte der Jungstar den Dortmundern auch noch eine riesige Ablösesumme bescheren. Gerade erst kamen Gerüchte über das Interesse von Real Madrid am Bundesliga-Toptalent auf.

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