Steubing sieht Investorenmodell für Eintracht kritisch

Steubing sieht Investorenmodell für Eintracht kritisch
Bildhinweis: Kann sich einen Investor bei Eintracht Frankfurt nur schwer vorstellen: Aufsichtsratchef Wolfgang Steubing. Foto: picture alliance / dpa

Berlin (dpa) – Eintracht Frankfurts scheidender Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Steubing kann sich ein Investorenmodell wie bei Hertha BSC nicht vorstellen.

«Wir brauchen Investoren, die die DNA der Eintracht verinnerlicht haben, verlässlich sind und sehr lange unsere Fahne hochhalten. Ich will nicht spekulieren, glaube aber nicht, dass wir so einfach den Investor finden, der das erfüllt, was sich Eintracht Frankfurt vorstellt», sagte der 70-Jährige dem «Kicker».

Auch eine Aufweichung der 50+1-Regel steht für den hessischen Fußball-Bundesligisten nach Angaben von Steubing nicht zur Debatte, es müsse weiter die Eintracht das Sagen haben und kein Investor. «Wenn andere Vereine sich für eine Außenfinanzierung entscheiden, machen sie das eben. Das ist stillschweigend akzeptiert», sagte Steubing. Ähnlich sei es beim Financial Fair Play: «Da wird nicht hingeschaut. Jetzt wird dem Scheich von Manchester City sogar die Strafe von 30 auf 10 Millionen Euro reduziert.»

Durch die Corona-Krise seien die Hessen ganz gut gekommen, weil «wir in den letzten fünf Jahren alles dafür getan haben, dass wir den Gürtel enger schnallen können. Es gibt Vereine, die haben gar keinen Gürtel mehr.» Dass der in finanzielle Probleme geratene Ligarivale FC Schalke 04 eine Landesbürgschaft in Anspruch nimmt, hält er nicht für verwerflich. «So etwas wird in Zukunft öfter passieren, weil es nicht nur um die Spieler, sondern auch um die vielen Angestellten geht, die dem Unternehmen erhalten bleiben sollen. Da muss man schon über den Tellerrand schauen», sagte Steubing und ergänzte: «In Gelsenkirchen und der Region hängen die Jobs nicht unbedingt im Schaufenster. Mein Sozialverständnis ist es, diesen Leuten zu helfen. Wenn der Kredit zurückgezahlt wird, ist das für mich in Ordnung.»

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