Polizeikosten: Werder will vorerst nicht zahlen

Polizeikosten: Werder will vorerst nicht zahlen
Bildhinweis: Werder Bremen möchte die Rechnungen für Polizeieinsätze nicht bezahlen. Foto: Christian Charisius/dpa

Bremen (dpa) – Fußball-Bundesligist Werder Bremen plant, im Streit um die Beteiligung an Polizeikosten vorerst keine Rechnungen zu bezahlen.

«Wir können nicht akzeptieren, 100 Prozent dieser Kosten zu übernehmen. Diesbezüglich sind wir uns bei Werder einig», sagte Aufsichtsratschef Marco Bode im Interview der Tageszeitung «Die Welt». «Ich gehe erst einmal davon aus, dass wir keine Rechnungen bezahlen, wenn sie bei uns eintreffen.» Ob dies «zu einem Rechtsstreit führt oder – wie von uns favorisiert – Kompromisse gefunden werden können, ist offen».

Bremen ist bislang das einzige Bundesland, das der Deutschen Fußball Liga die Kosten für zusätzliche Polizeimaßnahmen bei Hochsicherheitsspielen in Rechnung stellt. Die 36 Vereine der beiden deutschen Profiligen hatten in der vergangenen Woche entschieden, dass diese Kosten allein auf Werder Bremen umgelegt werden sollen. Bislang geht es um 1,17 Millionen Euro.

«Ich habe erst einmal die Hoffnung, dass es nicht zu einem Rechtsstreit kommt und die Sache juristisch geklärt werden muss», sagte Bode. «Aber selbst wenn, heißt es ja nicht, dass man dann nicht mehr miteinander redet oder Werder ausgegrenzt wird. Das wollen wir nicht, denn wir sind Teil der Liga.» Der Club sei der Meinung, «dass die Verantwortung, was diese Kosten betrifft, nicht allein bei uns liegen kann. Wenn das Land Bremen oder der Senat die DFL verklagt, geht es nicht, dass wir alles bezahlen. A kann ja nicht B verklagen, und C zahlt.»

Ein Verzicht auf Gästefans zur Kostensenkung der Polizei-Einsätze ist laut Bode kein Thema. «Das ist völlig ausgeschlossen», sagte er. «Wir wollen Gästefans und damit eine tolle Atmosphäre bei uns haben.»

Überraschend gab es Rückenstärkung durch Karl-Heinz Rummenigge, dem Vorstandschef des FC Bayern München. «Wir alle haben Verständnis dafür, dass Werder Bremen mit der Situation unglücklich ist. Aber den Fehler hat nicht die DFL gemacht, sondern der Bremer Innensenator. Herr Mäurer hat seinem Heimatclub, der Bundesliga-Gründungsmitglied 1963 war und bis heute möglicherweise der strahlendste Stern ist, den Bremen zu bieten hat, einen Bärendienst erwiesen», sagte Rummenigge in der «Sport Bild». Man müsse den Dialog mit den Fans intensivieren, mit dem Ziel, «dass es die sogenannten Risiko-Spiele irgendwann gar nicht mehr gibt».

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