Neue Vorwürfe gegen Niebaum – Sitzung der BVB-Gremien

Dortmund (dpa) – Eine außerordentliche Sitzung des Aufsichtsrats und des Beirats des Bundesligisten Borussia Dortmund steht unmittelbar bevor. Der Aufsichtsratsvorsitzende Winfried Materna sagte der dpa, «mit 51 Prozent Wahrscheinlichkeit» würden sich die Gremien am 17. Oktober treffen.

Ob eine Ablösung von Club-Präsident Gerd Niebaum Thema ist, blieb offen. Das Magazin «Der Spiegel» erhebt unterdessen Vorwürfe gegen Niebaum, «in die eigene Tasche» gewirtschaftet zu haben. Längst müsse sich der Jurist Niebaum «nicht nur vorhalten lassen, seit dem Champions-League-Sieg 1997 dem Größenwahn anheim gefallen zu sein und die Borussia dank einer riskanten Ausgabenpolitik zum Pleitekandidaten mit 119 Millionen Euro Schulden gemacht zu haben», schreibt «Der Spiegel». Erstmals gebe es Indizien dafür, «dass er sein Amt nutzen wollte, um in die eigene Tasche zu wirtschaften».

Niebaum sei unter anderem im Fall des Transfers von Karlheinz Riedle von Lazio Rom zu Borussia Dortmund vor der Bundesliga-Saison 1993/1994 in Erklärungsnot. Eine Rückerstattung der beim Riedle- Wechsel angefallenen Umsatzsteuer durch die italienischen Finanzbehörden sei «nie in der Vereinskasse» der Dortmunder angekommen». Eine italienische Bank habe «Kontoauszüge und sonstige Schreiben» jahrelang an eine private Adresse Niebaums geschickt, berichtet das Magazin.

Die Zeitung «Westfälische Rundschau» berichtete von einem angeblich geheimen Treffen des «engsten Führungszirkels» des Dortmunder Vereins. Konsequenz dieses Treffens sei der beschlossene Rücktritt Niebaums als Club-Präsident vor der Jahreshauptversammlung am 14. November. Doch Niebaum und der zweite Geschäftsführer der Borussia Dortmund GmbH und Co. KGaA, Michael Meier, sollten ihre bis Ende 2006 datierten Verträge als Geschäftsführer der Gesellschaft erfüllen. Der ehemalige BVB-Präsident Reinhard Rauball solle Niebaum in das Präsidentenamt folgen.

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