Markus Babbel macht Comeback mit Tor perfekt

Markus Babbel macht Comeback mit Tor perfekt
Markus Babbel macht Comeback mit Tor perfekt
Markus Babbel (l) jubelt mit Teamkollege Silvio Meißner über seinen Treffer zum 0:1.

Bielefeld (dpa) – Markus Babbels Augen leuchteten. Er hatte erfolgreich gekämpft, sein VfB Stuttgart hatte gewonnen und er hatte bewiesen, welch wertvoller Fußballspieler er noch ist.

Zudem hatte er getroffen: Das Führungstor per Kopf in der 43. Minute beim 2:0 (1:0)- Sieg des VfB bei Rekordaufsteiger Arminia Bielefeld war nach einer Unterbrechung von 268 Wochen und einem Tag der erste Babbel-Treffer in der Bundesliga und machte sein Comeback perfekt.

«Ich bin glücklich», meinte er. Und die Aussage des 51-maligen Nationalspielers und Europameisters von 1996 galt nicht nur den drei gewonnenen Punkten, mit denen die Schwaben vor 22 748 Zuschauern ihren Status der Unbezwingbarkeit wahrten und erneut hohe Ansprüche anmeldeten. Der kurze Satz galt auch für sein neues Leben nach der überstandenen schweren Erkrankung: Wegen einer schweren Nervenkrankheit, dem Guillain-Barrée-Syndrom, saß Babbel im Rollstuhl, litt an massiven Lähmungserscheinungen.

Fast 24 Monate zwang die Krankheit den jetzt 32-Jährigen zu einer Pause, aber nicht in die Knie: «Ich habe hart dafür gearbeitet, dass ich wieder an diesem Punkt angekommen bin.» Den Gedanken, dass einfach Schluss sein könnte, hatte er nie. Auch wenn trotz aller Zuversicht ma nchmal Zweifel auftauchten, speziell nach den 25 Premier-League-Spielen mit den Blackburn Rovers in der vergangenen Saison: «Da war ich wie ein 18-Jähriger mit der Kraft voll am Ende.»

Die überwundene Krankheit hat Markus Babbel verändert: «Man sieht alles viel gelassener.» Geblieben sind Ehrgeiz und Erfolgshunger. «Wir sind ins Rennen gegangen, um deutscher Meister zu werden», kündigte er nach dem 2:0-Erfolg, den Cacau mit seinem fünften Saisontreffer in der Schluss-Sekunde perkefkt gemacht hatte, den Favoriten Bayern München und Werder Bremen einen heißen Tanz an. Obwohl «alles nur eine Momentaufnahme ist», weiß Babbel, der am 16. Oktober gegen Borussia Dortmund vor seiner 250. Bundesliga-Partie steht.

Die Trainer verteilten unterdessen artig gegenseitige Komplimente. Für Bielefelds Coach Uwe Rapolder stellte sich in der Schüco-Arena «die im Augenblick spielstärkste Mannschaft der Liga» vor. Und Stuttgarts Cheftrainer Matthias Sammer sagte nach dem Powerplay der Arminen in den zweiten 45 Minuten, dass die Ostwestfalen «in dieser Form mit dem Abstieg sicherlich nichts zu tun haben werden».

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