Kölns Sportchef Heldt will «mündige Spieler»

Kölns Sportchef Heldt will «mündige Spieler»
Bildhinweis: Freut sich über mündige Spieler: Kölns Geschäftsführer Sport Horst Heldt(l). Foto: Ina Fassbender/AFP/POOL/dpa

Köln (dpa) – Sportchef Horst Heldt vom Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln freut sich über «mündige Spieler» und will eine Regelung finden, um Proteste gegen Rassismus nicht mehr zwingend bestrafen zu müssen.

«Erst mal ist es so verankert, deshalb ist es nicht falsch, dass sich der DFB damit beschäftigt», sagte Heldt. Sein Spieler Anthony Modeste hatte sich zuvor nach seinem Tor beim 2:4 gegen RB Leipzig mit einer Geste den Protesten nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd infolge eines brutalen Polizeieinsatzes in den USA angeschlossen. «Aber ich würde gerne grundsätzlich eine Idee entwickeln wollen, nach der man Spielraum lässt. Und ich habe die Hoffnung, dass der DFB das genauso sieht», sagte Heldt.

Vor Modeste hatten schon Spieler wie Jadon Sancho und Achraf Hakimi von Borussia Dortmund sowie Weston McKennie vom FC Schalke 04 und Marcus Thuram von Borussia Mönchengladbach auf dem Rasen nach Floyds Tod ein Zeichen gesetzt. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes muss ermitteln, weil politische Botschaften auf dem Platz verboten sind. DFB-Präsident Fritz Keller hatte aber Verständnis und «großen Respekt» für die Aktionen geäußert.

Für Heldt ist aber klar, «dass wir nicht auf der einen Seite Spieltage haben können, an denen wir in allen Stadien gegen Rassismus stehen und es auf der anderen Seite bestrafen. Wir leben in einer Zeit, in der wir mündige Spieler haben wollen. Da muss man ihnen auch genügend Gelegenheit und ein gewisses Maß dazu geben.»

Der Fußball, so der 50-Jährige, solle «weiter der Haupt-Fokus sein. Aber wir leben in einer Demokratie. Wenn es eine gute Sache ist und die Spieler beschäftigt, ist es wichtig, damit nicht hinter dem Berg zu halten. Es geht nicht darum, dass jede Woche einer eine Botschaft auf dem T-Shirt hat. Aber es sind bewegte Zeiten, da sollten wir alle auch mal über den Tellerrand schauen.»

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