Gladbach-Coach Rose fiebert Topspiel in der Heimat entgegen

Gladbach-Coach Rose fiebert Topspiel in der Heimat entgegen
Bildhinweis: Marco Rose möchte mit Mönchengladbach nächste Woche das Topspiel in seiner Heimat gewinnen. Foto: Soeren Stache/zb/dpa

Mönchengladbach (dpa) – Marco Rose ist anders als viele seiner Kollegen in der Fußball-Bundesliga. Die meisten würden sich als Trainer von Borussia Mönchengladbach wohl in der Außenseiterrolle gefallen, Fragen zur Meisterschaft verteufeln. Rose hingegen kommt dabei erst so richtig in Fahrt.

Angesprochen auf das Topspiel am kommenden Samstag bei Herbstmeister RB Leipzig in seiner Heimatstadt blitzte es wieder in Roses Augen. «Das stimmt», sagte der 43-Jährige nach Gladbachs 3:1 (1:1) am Samstag gegen den FSV Mainz 05 trocken zu dem Hinweis, seine Borussia könne dort durch die überraschende Niederlage des Red-Bull-Clubs in Frankfurt wieder an den Sachsen vorbeiziehen. «Hoffentlich gehen wir es auch dementsprechend an», schob Rose gerichtet an mögliche Zweifler in den eigenen Reihen hinterher.

Im Gegensatz zu vielen Experten, Konkurrenten und selbst einigen Vertretern im eigenen Club glaubt Rose fest an Gladbachs Meisterchance. Nach 19 Spielen fahren die Rheinländer als Dritter wieder mit nur zwei Punkten Rückstand nach Sachsen. «Ich freue mich auf meine Heimatstadt und darauf, viele Freude im Haus zu haben. Das wird ein intensives Spiel», sagte der gebürtige Leipziger, dem im Brause-Kosmos trotz seiner beiden Meistertitel in Österreich mit Red Bull Salzburg Julian Nagelsmann als Leipzig-Trainer vorgezogen worden war.

Gladbach führte Rose zur Dauer-Tabellenführung in der Hinserie und der drittbesten Vorrunde der Club-Historie. Dennoch gab es viele, die Borussia nach dem 0:2 in der Vorwoche auf Schalke einen Absturz in der Rückrunde wie unter Dieter Hecking in den vergangenen beiden Jahren prophezeiten. «Wo steht das geschrieben, dass so etwas im Leben noch einmal passieren muss, bloß weil es einmal passiert ist? Außer man arbeitet bewusst drauf hin», sagte Rose deutlich.

Gestandene Spieler berichteten zuletzt hinter vorgehaltener Hand von einer gewissen Selbstzufriedenheit vor der Rose-Ära nach starken Hinserien. Unter dem neuen Coach scheint dies nun undenkbar. «Er ist schon sehr ehrgeizig. Das merken wir als Spieler auch», sagte Kapitän Lars Stindl zuletzt im dpa-Interview. «Er dreht das Rad immer weiter und will den Erfolg optimieren bis zum Maximum.»

Daran muss sich immer noch manch einer gewöhnen. In den vergangenen Jahren herrschte stets ein gewisses Understatement. Geschäftsführer Stephan Schippers sprach erst am Wochenende im Interview der «Rheinischen Post» von «gnadenlosem Realismus» und einer «Politik der kleineren Schritte». Die Aussagen von Sportchef Max Eberl, bereits die Qualifikation zur Champions League sei für Borussia so «wie die Meisterschaft», konnten zudem wie ein mögliches Alibi für die Spieler verstanden werden. Die wirkten nach dem überzeugenden Sieg gegen Mainz allerdings entschlossener und forscher als noch vor Jahresfrist.

«Das tut natürlich gut», sagte der eingewechselte Florian Neuhaus, der mit seinem Traumtor aus knapp 40 Metern den Endstand (88. Minute) erzielt hatte, zur Leipziger Niederlage in Frankfurt. «Jetzt wollen wir natürlich auch in Leipzig punkten.»

Was den Gladbachern möglicherweise noch fehlt, um bis zum Ende um den Titel mitspielen zu können, ist die Harmonie zwischen Heim- und den Auswärts-Auftritten. Mit dem achten Heimsieg am Stück festigte Borussia ihren Status als bestes Heimteam der Liga. Auswärts hingegen rangiert sie mit vier Siegen und vier Niederlagen im Mittelfeld. Natürlich will Rose auch dies nicht hinnehmen. «Die Forderung an meine Mannschaft ist, dass wir dann mutiger sind als beim letzten Auswärtsspiel in Schalke. Diese Forderung schicke ich schon mal voraus», sagte Rose zum kommenden Auswärts-Spitzenspiel.

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