Cacaus Platzverweis neue Chance für Kuranyi

Cacaus Platzverweis neue Chance für Kuranyi
Cacaus Platzverweis neue Chance für Kuranyi
Cacau (l) vom VfB Stuttgart sieht die Gelb-Rote Karte von Schiedsrichter Uwe Kemmeling.

Nürnberg (dpa) – Cacau hätte für den VfB Stuttgart erneut zum Matchwinner werden können, doch am Ende war er beim 1:1 bei seinem Ex-Club 1. FC Nürnberg der Unglücksrabe des Tages.

Nach seinen drei Toren gegen den FSV Mainz 05 in der vergangenen Woche traf der Brasilianer zwar auch im zweiten Saisonspiel der Fußball-Bundesliga beim Ex-Verein 1. FC Nürnberg zum 1:0. Doch eine unnötige Gelb-Rote Karte könnte Cacau jetzt seinen frisch erworbenen Stammplatz in Matthias Sammers Elf kosten. «Es ist passiert, es war keine Absicht», erklärte Cacau unmittelbar nach dem Platzverweis.

In der 41. Minute hatte der bereits verwarnte Brasilianer einen Befreiungsschlag des Nürnberger Abwehrspielers Tomasz Hajto zu verhindern versucht, den Polen dabei am Knöchel getroffen und dafür die gelb-rote Karte gesehen. Schon in der siebten Minute hatte Cacau den VfB gegen seinen Ex-Klub mit einem sehenswerten Treffer in Führung gebracht. Für Nürnberg schoss nur acht Minuten später Ivica Banovic den Ausgleich.

Die harte Gelb-Rot-Entscheidung von Schiedsrichter Uwe Kemmling kritisierte vor allem Sammer. «Das ist für mich nicht nachvollziehbar», sagte der Coach, «wenn das der Maßstab für gelbe Karten sein soll, spielen wir künftig sieben gegen sieben». Etwas mehr Fingerspitzengefühl, so Sammer, wäre durchaus angebracht gewesen, vor allem da Cacau alles andere als ein rauer Spieler sei: «Cacau kann das gar nicht, der kann gar nicht foulen.»

Dem neuen Shooting-Star des VfB Stuttgart könnte die Spielsperre für die nächste Bundesligapartie gegen den 1. FC Kaiserslautern allerdings den Stammplatz kosten. Nationalspieler Kevin Kuranyi, der seinen Platz im Sturm der Schwaben an Cacau verloren hatte, kündigte bereits an, seine Chance nun nutzen zu wollen: «Wenn ich jetzt treffe, bin ich wieder dabei. Das kann schnell gehen.» Beim 1:1 gegen Nürnberg war Kuranyi in der 72. Minute eingewechselt worden und bewies dort vor allem seine defensiven Qualitäten im Unterzahlspiel. Auch Sammer bescheinigte dem Nationalspieler einen Formanstieg: «Ich bin mir sicher, dass sich ein Spieler von der Qualität eines Kevin Kuranyi auf lange Sicht hin durchsetzen wird.»

In Franken zeigt man sich unterdessen weiter angetan von der erneut überzeugenden Leistung des Aufsteigers. «Vier Punkte nach zwei Spieltagen hätten wir uns kaum erhofft», sagte Club-Präsident Michael A. Roth nach dem Abpfiff im Frankenstadion, warnte aber vor voreiliger Euphorie: «Wir müssen sehen, dass die Mannschaft ihr Selbstbewusstsein aufrecht erhält. Jeder Punkt, den wir in dieser Phase gewinnen, ist ein Punkt gegen den Abstieg.»

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