Augsburger Wackelfaktor: Torwart Koubek «muss da durch»

Augsburger Wackelfaktor: Torwart Koubek «muss da durch»
Bildhinweis: Augsburgs Torwart Tomas Koubek patzte gegen den SC Freiburg. Foto: Jordan Raza/dpa

Augsburg (dpa) – Die Last der Ablöse lässt Tomas Koubek nicht gelten. «Ich weiß, dass der Verein sieben Millionen bezahlt hat, aber was sind sieben Millionen im Fußball-Geschäft?», wollte der in der Kritik stehende Schlussmann des FC Augsburg nach seinem nächsten Patzer in der Bundesliga wissen.

Wie müsste sich erst ein Neymar fühlen, für den Paris Saint-Germain 222 Millionen Euro Ablöse an den FC Barcelona bezahlt hat, oder ein Kepa, der für 80 Millionen Euro von Athletic Bilbao zum FC Chelsea gewechselt war? Sorgen lassen sich aber wohl in kaum einen Betrag adäquat umrechnen.

«Es ist schwierig zu beschreiben, wie ich mich im Moment fühle», räumte Koubek nach dem 1:1 gegen den SC Freiburg ein. «Es ist nicht das erste Spiel meiner Karriere und auch nicht das erste Gegentor, dass ich kassiert habe.» Der im Sommer für rund sieben Millionen Euro Ablöse vom französischen Pokalsieger Stade Rennes nach Augsburg gewechselte Tscheche war aber mal wieder Ausgangspunkt für ein Gegentor. Vor dem Ausgleich durch Janik Haberer (51.) ließ Koubek einen Freistoß von Jonathan Schmid unglücklich an den Pfosten prallen, von dort fand der Ball seinen Weg zum Torschützen.

«Für mich persönlich ist es immer schwierig, mich auf ein Spiel vorzubereiten, wenn man zuvor fünf Tore kassiert hat», sagte der 27 Jahre alte Keeper mit Blick auf die Pleite eine Woche zuvor bei Eintracht Frankfurt. «Diese Woche war nicht die angenehmste für mich.» Die kommende wird es auch nicht. Denn Koubek ramponiert mit seinen Unsicherheiten seinen Status als Nummer eins.

«Er weiß, dass er da mit drin hängt», befand Trainer Martin Schmidt, der eine Torhüterdiskussion, die aber längst im Gange ist, sofort wieder unterbinden will. «Er hat vielleicht diesen einen Fehler gemacht, vorne haben wir auf dem Platz aber weitaus mehr Fehler gemacht.» Miteinander wolle man den «nächsten Schritt» machen.

Manager Stefan Reuter sah Koubek beim Gegentor ebenfalls mit in der Schuld. «Er hängt da sicher mit drin», meinte er. «Das führt sicher nicht dazu, das er selbstbewusster wird, aber er muss da durch. Das ist sicher keine leichte Situation.»

Für Koubek war es nach eigener Aussage ein Traum, im Sommer nach zwei Jahren in Frankreich in die Bundesliga zu wechseln. Der FC Augsburg fand nach dem Abgang von Gregor Kobel zum VfB Stuttgart in dem Vollbartträger seinen neuen Keeper. Koubek soll am Besten jenes Vakuum auf der Torhüterposition füllen, das nach dem Abschied von Marwin Hitz im Sommer 2018 entstanden ist. Koubek stand auch bis auf das 2:1 gegen Werder Bremen stets im Kasten der Fuggerstädter, zu selten überzeugte er jedoch.

Gleich in vier Partien musste er in dieser Saison schon fünfmal hinter sich greifen. «Es ist schwierig damit umzugehen», sagte der neunmalige Nationalspieler, der sich in dieser Form kaum für einen Platz im EM-Kader empfehlen dürfte. Zuvor habe er nach eigener Erinnerung «vielleicht dreimal» in seiner Karriere fünf Tore kassiert. «Diese Situationen verbessern mich als Torhüter und Mensch», beteuerte der Mann aus Hradec Kralove.

Koubek befindet sich immer noch in der Findungsphase, auch wenn er seine Ansagen auf dem Platz auf Deutsch macht. Vor Journalisten spricht er jedoch lieber auf Englisch. «Alles ist neu», meinte er. Das Vertrauen der Augsburger Bosse in ihn dürfte aber erstmal bleiben. «Nicht das Thema» sei es, ihn mal rauszunehmen, meinte Reuter. «Er steckt das sehr gut weg.» Koubek dürfe nun nicht locker lassen, «den Glauben in die eigene Stärke nicht verlieren. Das zählt für Tomas, aber auch für die ganze Mannschaft.»

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