Aufatmen in Bremen: Negativ-Serie beendet

Aufatmen in Bremen: Negativ-Serie beendet
Aufatmen in Bremen: Negativ-Serie beendet
Hannovers Torwart Robert Enke (l) kommt vor dem Bremer Nelson Valdez am Ball.

Bremen (dpa) – Die Negativ-Serie ist beendet, bevor sie sich zu einer Krise entwickeln konnte. Das Aufatmen bei Meister Werder Bremen war nicht zu überhören, als die Spieler nach drei Pflichtspiel- Niederlagen hintereinander mit dem 3:0 (1:0) gegen Hannover 96 die Wende feierten.

Danach bemerkten sie erstaunt den Sprung auf den dritten Tabellenplatz. Nationalspieler Fabian Ernst gab unumwunden zu: «Das ist eine große Erleichterung.» Bei seinem ehemaligen Verein, der weiter ohne Sieg bleibt, hat hingegen schon am 5. Spieltag der Fußball-Bundesliga der Abstiegskampf begonnen.

Die nervliche Belastung war einigen Bremern auch nach dem heftig herbeigesehnten Sieg noch anzusehen. «Das war gut für unseren Kopf», sagte Valerien Ismaël. Und das galt nicht zuletzt für ihn selber, denn der Leistungsträger des Vorjahres war schwach in die Saison gestartet und hatte mit seinem Platzverweis die 0:2- Niederlage in der Champions League bei Inter Mailand eingeleitet. Gegen Hannover steigerte sich der Abwehrchef jedoch deutlich und behielt in der entscheidenden Situation die Nerven, als er lange vor den Treffen von Johan Micoud (78.) und Miroslav Klose (88.) sein Team mit einem sicher verwandelten Foulelfmeter (19.) in Führung brachte.

Die vorangegangene Situation erinnerte nicht nur den Franzosen an das Mailand-Spiel. Denn so wie Ismaël gegen Inter verursachte diesmal Hannovers Dariusz Zuraw gegen Nelson Valdez einen Strafstoß und sah zugleich Rot. «Mit zehn Mann war es schwer für Hannover, aber gut für uns», kommentierte der Franzose, der nach dem verwandelten Strafstoß zu alter Souveränität fand und eine nahezu fehlerfreie Leistung bot.

«Der Sieg war wichtig, denn sonst hätte es eine komische Tendenz gegeben», gestand Werder-Manager Klaus Allofs. Ähnlich erleichtert war der Trainer. «Wir haben nach der guten Leistung von Mailand noch mal nachgelegt, das war entscheidend», sagte Thomas Schaaf. Ihm war allerdings auch nicht entgangen, dass die Leistung noch weit von der Selbstverständlichkeit und Ausgeglichenheit des Vorjahres entfernt war. «Wir haben es versäumt, eher nachzulegen», monierte der Coach. Zudem ließ sein Team sich nach der Führung bis zur Halbzeit das Tempo diktieren und drei große Chancen des Brasilianers Leandro zu.

Zu den großen Gewinnern gehörte neben Ismaël auch Miroslav Klose. Zunächst auf der Bank schmorend, lieferte der eingewechselte Nationalspieler vor seinem eigenen Treffer die Vorarbeit zu Micouds Tor und spielte sich so aus der Krise. Auf die Frage, ob das für ihn der erhoffte Befreiungsschlag war, sagte der Bremer Neuzugang später am Abend grinsend: «Ich habe das schon fünf Mal beantwortet: Ja!»

Bei Hannover 96 war hingegen niemandem zum Scherzen zumute. «Wir müssen versuchen, die negativen Gedanken beiseite zu schieben», forderte Trainer Ewald Lienen. Er war bemüht, keinen Trend erkennen zu wollen und das unerfreuliche Ergebnis von Bremen als Einzelresultat darzustellen: «Es ist schon schwer, mit elf Mann beim deutschen Meister zu bestehen, aber zu zehnt wird es natürlich noch schwieriger.» Und auch Manager Ilja Kaenzig strengte sich an, die bei Hannover-Anhängern aufkommende Panik mit Verweis auf das schwere Auftaktprogramm der 96er als unbegründet darzustellen: «Das Ergebnis klingt brutal, aber das Szenario war zu erwarten.»

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