Bayern-Frauen angespannt vor Paris-Kracher

München (dpa) – Die Fußballerinnen des FC Bayern gehen mit einer Mischung aus Anspannung und Vorfreude in die bislang wichtigste internationale Partie der Vereinshistorie.

Bayern-Frauen angespannt vor Paris-Kracher
Trainer Thomas Wörle ahnt, dass das Spiel ger Bayern-Frauen gegen Paris Saint-Germain nicht leicht werden wird. Foto: Andreas Gebert

München (dpa) – Die Fußballerinnen des FC Bayern gehen mit einer Mischung aus Anspannung und Vorfreude in die bislang wichtigste internationale Partie der Vereinshistorie.

Vor dem Hinspiel des Champions-League-Viertelfinales gegen Paris Saint-Germain hofft der deutsche Meister vor allem auf den Heimvorteil. «Es wird nicht leicht für uns werden», sagte Trainer Thomas Wörle. Für die Begegnung wird seit langem in München geworben, Vereinspräsident Uli Hoeneß will auch Spieler der Männer-Mannschaft im Grünwalder Stadion sehen. «Wir wissen, was der Verein an Aufwand betrieben hat, um das Stadion voll zu bekommen», sagte Wörle.

Daher lasse sich «eine gewisse Anspannung» nicht vermeiden, wie die routinierte Melanie Behringer einräumte. «Wann spielen wir schonmal vor so einer Kulisse», ergänzte Wörle und hofft auf mehr als 5000 Fans. So viele Zuschauer hatte das Frauen-Team des FCB noch nie.

Gegen die französische Spitzenmannschaft sind die Bayern Außenseiter. «Paris ist sicherlich momentan eines der drei besten Teams in Europa und international erfahrener als wir», erklärte Wörle. Zudem fehlen den Münchnern gleich mehrere verletzte Spielerinnen.

Die jüngsten zwei Niederlagen in DFB-Pokal und Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg hätten keine negativen Auswirkungen auf die Champions League, sagte Wörle. Er meinte sogar, eine gute zweite Halbzeit gegen den VfL zuletzt sei das, «was dir das Gefühl gibt, dass du auch im Spiel gegen Paris dabei sein kannst». Das entscheidende Rückspiel im Kampf um das Halbfinale steigt in der kommenden Woche in Paris.

Auch die Wolfsburgerinnen messen sich mit einem starken französischen Team, nämlich Olympique Lyon, dem Titelverteidiger und insgesamt dreimaligen Champion der Königsklasse. Das Aufeinandertreffen der beiden Spitzenteams ist zugleich die Revanche für das Finale 2016.

Muskelbündelriss bei Wolfsburgs Ntep

Wolfsburg (dpa) – Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg muss nun auch mehrere Wochen auf Paul-Georges Ntep verzichten. Der Offensivspieler zog sich beim 1:0 gegen den SV Darmstadt 98 einen Muskelbündelriss im rechten hinteren Oberschenkel zu. Das teilte der VfL nach einer genaueren Untersuchung mit.

Muskelbündelriss bei Wolfsburgs Ntep
Paul-Georges Ntep wird Wolfsburg langfristig fehlen. Foto: Peter Steffen

Wolfsburg (dpa) – Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg muss nun auch mehrere Wochen auf Paul-Georges Ntep verzichten. Der Offensivspieler zog sich beim 1:0 gegen den SV Darmstadt 98 einen Muskelbündelriss im rechten hinteren Oberschenkel zu. Das teilte der VfL nach einer genaueren Untersuchung mit.

Zuvor hatten sich bereits Jeffrey Bruma und Ricardo Rodriguez schwer verletzt. «Ich bin sehr enttäuscht über die Situation. Es ist bitter, dass wir nun einen weiteren längerfristigen Ausfall zu verzeichnen haben», sagte VfL-Coach Andries Jonker.

Wolfsburg: Unter Jonker trifft Gomez immer

Zusammen scheinen sie unschlagbar. Mit Mario Gomez auf dem Platz ist Chefcoach Andries Jonker noch unbesiegt. Der Torjäger kommt zudem in acht gemeinsamen Partien auf eine überragende Quote. Jonker hat nur einen Wunsch: «Lasst das Fußballmärchen laufen.»

Wolfsburg: Unter Jonker trifft Gomez immer
Mario Gomez (l, mit Yunus Malli) erzielte das Siegtor gegen Darmstadt. Foto: Peter Steffen

Wolfsburg (dpa) – Andries Jonker und Mario Gomez, das passt. Irgendetwas scheint der neue niederländische Coach des VfL Wolfsburg im Umgang mit dem Fußball-Nationalstürmer besonders zu machen.

Anders ist die erstaunliche Trainer-Spieler-Beziehung kaum zu erklären, die Jonker beim 1:0 (1:0) des VfL am Samstag gegen den SV Darmstadt 98 als «Fußballmärchen» bezeichnete. Auch im achten Spiel unter dem Chefcoach Jonker traf Gomez nun. Seine Bilanz dabei: Zwölf Tore.

«Es wird nicht unheimlich. Im Gegenteil. Ich habe wieder das Gefühl, dass es jeden Moment klingeln kann. Das ist das Allerwichtigste für einen Stürmer», sagte Gomez. Schon in der Vorwoche in Leipzig hatte er den Sieg herausgeschossen. «Manchmal kommt so ein Fußballmärchen vorbei. Lasst es noch ein bisschen laufen», sagte Jonker.

Zwar liegen zwischen Gomez‘ ersten fünf Partien unter der alleinigen Verantwortung Jonkers und den nächsten drei nun in Wolfsburg inzwischen knapp sechs Jahre. Doch bemerkenswert ist die Serie dennoch. 2011 hatte Jonker nach der Beurlaubung von Louis van Gaal den FC Bayern als Interimscoach übernommen. In fünf Spielen holten die Bayern vier Siege, Jonkers Mission, den Rekordmeister noch in die Champions League zu führen, gelang. Gomez traf damals neun Mal.

Kaum ist Jonker nun Coach in Wolfsburg, läuft es auf Anhieb auch wieder beim besten Torschützen der Niedersachsen: Drei Spiele unter Jonker, drei Tore für Gomez. Eine Niederlage gab es für das Duo in allen gemeinsamen Spielen auch noch nie. «Ich will gar nicht verraten, was unser Rezept ist. Die Spieler haben einfach wieder mehr Selbstvertrauen», sagte der 31-Jährige lapidar. «Es gibt viele Spieler, zu denen ich eine besondere Beziehung habe. Auch zu Mario», meinte Jonker.

Tatsächlich ist das Geheimrezept des Niederländers wohl nicht die veränderte Ansprache, sondern die umgestellte Taktik. Jonker will Gomez fast ausschließlich nur im Strafraum sehen, frei von anderen Verpflichtungen. «Er muss nicht die Flanken schlagen, er muss nicht ins Mittelfeld zurück, er muss da sein, wo er der Beste ist», sagte Jonker. «Es geht nur darum, dass er das macht, worin er wirklich gut ist. Und das ist, im Strafraum die Chancen zu verwerten.»

Natürlich profitiert Gomez auch von wieder selbstbewussteren Mitspielern, seitdem Jonker das Traineramt vom glücklosen Valérien Ismaël übernahm. «Alle Spieler, die auf dem Platz stehen, haben eine breitere Brust und wissen einfach wieder, was sie tun müssen. Das ist ganz klar die Handschrift des Trainers», sagte Gomez, der darüber einfach nur «megahappy» war.

Ein Problem begleitet den VfL und seinen Torjäger dennoch in die Länderspielpause. Trotz des Aufwinds unter Jonker ist Wolfsburg noch lange nicht in Sicherheit. Zehn Punkte Vorsprung hat der VW-Club zwar inzwischen auf einen direkten Abstiegsplatz. Die Relegation droht aber nach wie vor, nur zwei Zähler Vorsprung hat der Tabellen-15. auf den Hamburger SV. «Sieben Punkte in drei Spielen und immer noch 15. – das fühlt sich komisch an. Verrückt, dass alle plötzlich gewinnen», sagte Gomez.

Wolfsburgs Ntep am Oberschenkel verletzt

Wolfsburg (dpa) – Mittelfeldspieler Paul-Georges Ntep vom Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg droht ein mehrwöchiger Ausfall.

Wolfsburgs Ntep am Oberschenkel verletzt
Wolfsburgs Paul-Georges Ntep wird verletzt vom Platz gebracht. Foto: Peter Steffen

Wolfsburg (dpa) – Mittelfeldspieler Paul-Georges Ntep vom Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg droht ein mehrwöchiger Ausfall.

Der beim 1:0 (1:0) am Samstag gegen Darmstadt 98 zur Halbzeit eingewechselte Franzose musste kurz vor Schluss wegen einer Oberschenkelverletzung wieder runter vom Feld. «Wieder machen wir uns große Sorgen. Es könnte Wochen dauern. Das ist kein gutes Gefühl», sagte VfL-Coach Andries Jonker nach dem Spiel. Aufschluss über die Verletzung soll am Montag eine MRT-Untersuchung geben.

Jonker: Bedingungen in Wolfsburg besser als bei Barça

Wolfsburg (dpa) – Für Wolfsburgs neuen Trainer Andries Jonker hat der VfL bessere Arbeitsbedingungen als viele europäische Topclubs.

Jonker: Bedingungen in Wolfsburg besser als bei Barça
Andries Jonker lobte die Bedingungen beim VfL Wolfsburg. Foto: Boris Baschin

Wolfsburg (dpa) – Für Wolfsburgs neuen Trainer Andries Jonker hat der VfL bessere Arbeitsbedingungen als viele europäische Topclubs.

«Man kann hier richtig gut arbeiten, man kann es mit Barcelona, Bayern und Arsenal vergleichen. Das, was wir hier haben, ist sogar besser», sagte Jonker im Interview der «Wolfsburger Allgemeinen Zeitung». «Auch in Barcelona gibt es nicht alles das, was es hier auf diesem Gelände gibt. Ich habe schnell gewusst: Diesen Job musst du machen», sagte der frühere Co-Trainer von Louis van Gaal und bisherige Nachwuchskoordinator des FC Arsenal weiter.

Der Niederländer hatte den vom Abstieg bedrohten VfL Ende Februar vom zuvor beurlaubten Valérien Ismaël übernommen – als bislang bereits dritter Chefcoach der Niedersachsen in dieser Saison. Trotz der seiner Meinung nach großen Möglichkeiten beim Volkswagen-Club und vier Punkten aus den bisherigen beiden Spielen unter seiner Verantwortung, denkt Jonker nur an den Klassenverbleib. «Ich habe jetzt keine Zeit, darüber nachzudenken was man mit diesem Club gewinnen kann. Das erst und einzige Ziel ist, am Samstag zu gewinnen», sagte der 54-Jährige.

WM in Russland für Gomez wohl letztes Turnier

Wolfsburg (dpa) – Für Nationalstürmer Mario Gomez wird die Fußball-WM in Russland im kommenden Jahr wohl sein letztes großes Turnier. «Ja, davon gehe ich aus», sagte Gomez der «Sport Bild».

WM in Russland für Gomez wohl letztes Turnier
Mario Gomez geht davon aus, dass die WM in Russland sein letztes großes Turnier als Nationalspieler sein wird. Foto: Arne Dedert

Wolfsburg (dpa) – Für Nationalstürmer Mario Gomez wird die Fußball-WM in Russland im kommenden Jahr wohl sein letztes großes Turnier. «Ja, davon gehe ich aus», sagte Gomez der «Sport Bild».

«Ich glaube nicht, dass es viele Stürmer gibt, die mit 35, 36 noch so explosiv sind, wie Miro Klose es war.» Gomez wird 2018 während der Weltmeisterschaft 33 Jahre alt.

Mit dem VfL Wolfsburg geht es für den Angreifer aber erst einmal um den Klassenverbleib in der Bundesliga. Unter dem neuen Trainer Andries Jonker hat Gomez zuletzt zweimal getroffen und ist gerade wegen des Niederländers fest davon überzeugt, den Abstieg zu verhindern. «Wir Spieler vertrauen zu einhundert Prozent dem, was der Trainer von uns will», sagte Gomez, der schon bei Bayern München für kurze Zeit erfolgreich unter Jonker gespielt hat.

Gelingt der Kampf gegen den Abstieg, steht einem weiteren Engagement von Gomez bei den Niedersachsen nichts im Weg. «Jetzt mit dem Trainer und dem Weg, den wir eingeschlagen haben, kann ich mir es mehr als vorstellen», sagte der Angreifer, der beim VfL einen Vertrag bis 2019 besitzt.

Lange Pause für Wolfsburger Rodriguez

Wolfsburg (dpa) – Der VfL Wolfsburg muss mehrere Wochen auf Ricardo Rodriguez verzichten. Der 24 Jahre alte Defensivspieler hat sich im Spiel bei RB Leipzig einen Teilabriss des Syndesmosebandes im rechten Fuß zugezogen, wie der Fußball-Bundesligist mitteilte.

Lange Pause für Wolfsburger Rodriguez
Wolfsburg Ricardo Rodriguez fällt länger aus. Foto: Thomas Frey

Wolfsburg (dpa) – Der VfL Wolfsburg muss mehrere Wochen auf Ricardo Rodriguez verzichten. Der 24 Jahre alte Defensivspieler hat sich im Spiel bei RB Leipzig einen Teilabriss des Syndesmosebandes im rechten Fuß zugezogen, wie der Fußball-Bundesligist mitteilte.

«Das ist eine schlechte Nachricht, sowohl für Ricardo persönlich als auch für den VfL», sagte der neue Wolfsburg-Coach Andries Jonker.

Entlarvte Leipziger hilflos

Die Hinrunden-Herrlichkeit ist vorbei. RB Leipzig kassiert die zweite Heimniederlage in einem Monat, die dritte in der zweiten Halbserie. In 17 Hinrundenspielen verlor der Aufsteiger nur zwei Partien. Die Gegner haben sich auf die Stärken eingestellt.

Entlarvte Leipziger hilflos
Die Leipziger Naby Keita (l) und Timo Werner konnten die Niederlage gegen Wolfsburg nicht verhindern. Foto: Sebastian Kahnert

Leipzig (dpa) – Der Kreislaufkollaps von Naby Keita in den Katakomben der Red Bull Arena passte zum missratenen Auftritt von RB Leipzig. Die zweite Heimniederlage binnen vier Wochen, geschlagen mit den eigenen Mitteln.

Der forsche Aufsteiger scheint entlarvt, die Gegner stellen sich immer besser auf die Hochgeschwindigkeits-Spielweise ein. Und wenn Keita und auch Emil Forsberg einen Tag wie diesen erwischen, geht auch gegen einen abstiegsbedrohten VfL Wolfsburg nicht mehr all zu viel beim Tabellenzweiten der Fußball-Bundesliga. Nur dank des Patzers von Borussia Dortmund beträgt der Vorsprung auf Rang drei weiter sechs Punkte.

«Wir hätten heute auch einen richtig guten Schritt machen können, den Vorsprung auszubauen. So wie es im Moment ausschaut, ist es aber schwer zu punkten da vorne», konstatierte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl.

Am Morgen nach der Niederlage sah er die Situation optimistischer: «Dass wir trotzdem noch sechs Punkte vor Dortmund sind, das ist eigentlich das Überraschende. Man merkt trotzdem, dass die Ansprüche an einem selber steigen. Wir sind von dieser Mannschaft natürlich nur Spitzenleistungen in der Hinrunde gewöhnt gewesen.» Nach dem Dämpfer sagte er mit Blick nach vorn: «Wir haben trotzdem eine fantastische Chance, etwas ganz Großes in dieser Saison zu erreichen.»

Die Leipziger wollten nach dem 0:3 gegen den Hamburger SV vor einem Monat, ihrer ersten Heimniederlage im Oberhaus überhaupt, eine neue Serie starten. Heraus kamen nach zwei Siegen aber die gefühlte Niederlage (2:2) beim FC Augsburg und nun das 0:1 (0:1) gegen den ehemaligen deutschen Meister. Aus dem ebenso forschen wie souveränen und begeisternden Hinrunden-Zweiten mit zwölf Siegen, drei Unentschieden und zwei Niederlagen ist in der alleinigen Rückrundenrechnung die Mittelfeldmannschaft RB Leipzig geworden: Drei Siege, ein Unentschieden, drei Niederlagen.

Weil die Gegner die RB-Stärken wie der VfL zu ihren eigenen machen. «Wolfsburg hat die Mittel angewendet, die wir machen wollten, viele Balleroberungen und schnell nach vorne spielen», betonte Verteidiger Willi Orban. «Wir wussten bis ins Detail, wie Leipzig spielt. Ich glaube, alle wissen mittlerweile, dass sie dieses Pressing überragend machen und dieses Spiel mit den Pässen durch die Mitte», sagte Mario Gomez, Schütze des einzigen Tores der Partie in der neunten Minute.

Das Rezept gegen die Leipziger Stressmacher: Vor allem im Abwehr-Mittelfeld-Bereich kompakt stehen, Forsberg und Keita erst gar nicht zur Entfaltung kommen lassen, so dass der deutsche Bundesliga-Top-Torjäger Timo Werner gar nicht den Ball bekommt.

Die konsequente Gäste-Taktik zeigte Wirkung bei den Leipzigern. Keita enttäuschte, wirkte überdreht, weit entfernt von der Normalform, die ihn zum Spekulationsobjekt gemacht hat. Nach einem Foul trotz Spielunterbrechung bekam er die fünfte Gelbe Karte, fehlt am kommenden Samstag beim ebenfalls abstiegsbedrohten SV Werder Bremen.

Die Sorgen um Keita wurden nach dem Spiel sogar noch größer. Der 22-Jährige aus Guinea erlitt in den Stadionkatakomben einen Kreislaufkollaps. «Wenn man ihn da liegen sieht, ist es im ersten Moment ein Schock. Ich bin froh, dass es da keinen tieferen Störungen gibt, die Werte waren alle okay», sagte Hasenhüttl am Sonntag. Keita hatte die Nacht in der Leipziger Uni-Klinik verbracht. RB will laut Hasenhüttl «in den nächsten Tagen noch die Ursache suchen, es war wohl eine Kombination aus mehreren Faktoren».

Die einzige gute Nachricht für RB an einem verkorksten Wochenende. «Wir müssen in Bremen auf jeden Fall anders auftreten, sonst reicht es dort auch nicht», betonte Coach Hasenhüttl.

Wolfsburger Glücksfall: Gomez trifft, wenn Jonker coacht

Ein bisschen unheimlich ist es fast. Mario Gomez hat eine Torgarantie, wenn Andries Jonker als Trainer an der Seitenlinie steht. Für den VfL Wolfsburg kann das zur Erstliga-Versicherung werden. Im Moment sieht es ganz danach aus.

Wolfsburger Glücksfall: Gomez trifft, wenn Jonker coacht
Mario Gomez war der Matchwinner für den VfL Wolfsburg bei RB Leipzig. Foto: Sebastian Willnow

Leipzig (dpa) – Das Erfolgsduo Andries Jonker/Mario Gomez entwickelt sich für den VfL Wolfsburg zum großen Glücksfall. Trainer Jonker stellt seine Mannschaft perfekt ein, Gomez tut das, was ihn zum Nationalstürmer machte: Er trifft.

Selbst nach dem überzeugenden 1:0 (1:0)-Überraschungssieg des abstiegsbedrohten ehemaligen deutschen Fußball-Meisters beim enttäuschenden Bundesliga-Aufsteiger RB Leipzig spielen sich beide die Bälle zu. «Ich glaube, eine ganze große Qualität unseres jetzigen Trainers ist die Penetranz», sagt Gomez. «Er geht nach vorne für die Mannschaft, aber das muss er auch machen. Wir brauchen einen sehr hart arbeitenden Stürmer», sagt Jonker.

Und Gomez macht es richtig Spaß. Wie schon nach seinem Tor zum 1:1 bei Jonkers VfL-Einstand eine Woche vorher gegen den FSV Mainz 05 gab er bereitwillig Interviews. Immer mit einem Lächeln und dem Ton der festen Überzeugung. «Das ist nicht Zufall», sagt er nach dem Sieg in Leipzig, wo bislang einzig der Hamburger SV einen Monat zuvor hatte gewinnen können. «Wir haben die ganze Woche trainiert, was wir heute gespielt haben. Deswegen freut es mich so ungemein, dass wir das hinbekommen haben.»

Wolfsburg liefert am 24. Spieltag das Rezept gegen die Stressmacher von RB-Trainer Ralph Hasenhüttl. Nicht der Tabellenzweite stresst seinen Gegner wie vorgenommen, es kommt genau umgekehrt. Die Gäste neutralisieren die Leipziger Ideen-Zentrale mit Naby Keita und Emil Forsberg. Und dann trifft Gomez auch noch früh in der neunten Minute. «Wir haben uns gut auf Leipzig vorbereitet. Meine Jungs haben in der ersten Viertelstunde das, was wir uns vorgenommen hatten, sehr gut umgesetzt», lobt Jonker.

Der dritte Coach der Wolfsburger in dieser Spielzeit nach Dieter Hecking und Valérien Ismaël ist aber noch lange nicht zufrieden. «Das hat heute gereicht, wir müssen uns nun aber verbessern», fordert er unmittelbar nach der Partie.

Der 31 Jahre alte Gomez wird beim Kampf um den Liga-Verbleib unter Jonker erst recht eine tragende Rolle spielen. Auf nur sechs Tore kam er unter den beiden Jonker-Vorgängern nach 22 Spieltagen. Steht Jonker aber an der Seitenlinie, trifft Gomez immer auf dem Rasen.

Es war sein insgesamt elfter Treffer im siebten Spiel unter dem niederländischen Coach, neun Mal hatte er in den fünf Spielen bei Jonkers kurzem Trainer-Engagement 2011 beim FC Bayern getroffen. «Ich habe nur zu ihm gesagt, dass er um Gottes Willen im Strafraum bleiben soll», erklärt Jonker in Leipzig.

Es zahlt sich aus: In der Tabelle zog der VfL an den punktgleichen Bremern (26) vorbei auf den 14. Platz. Kein Wunder, dass sich der gebürtige Sachse Maximilian Arnold besonders auf die Rückreise nach Niedersachsen freute: «Das wird eine geile Busfahrt, das sind die schönsten Auswärtsfahrten.» Dem Glücksduo Jonker/Gomez sei Dank.

Wolfsburg in Leipzig erneut ohne Benaglio

Wolfsburg (dpa) – Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg muss am Samstag (15.30 Uhr) bei RB Leipzig erneut auf Stammkeeper und Kapitän Diego Benaglio verzichten.

Wolfsburg in Leipzig erneut ohne Benaglio
Diego Benaglio fällt auch gegen Leipzig aus. Foto: Peter Steffen

Wolfsburg (dpa) – Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg muss am Samstag (15.30 Uhr) bei RB Leipzig erneut auf Stammkeeper und Kapitän Diego Benaglio verzichten.

Der Torhüter fällt nach wie vor mit Hüftproblemen aus und ist daher noch einmal zu einer genaueren Untersuchung zu Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfarth nach München gefahren. Das berichtete VfL-Coach Andries Jonker am Donnerstag.

Fraglich sind zudem die Einsätze der angeschlagenen Paul Seguin und Josuha Guilavogui sowie des erkrankten Christian Träsch. Seguin und Guilavogui trainierten in dieser Woche bereits wieder mit. «Ich weiß aber noch nicht, ob es bis Samstag reicht», sagte Jonker. Gleiches gilt für Träsch, der einen ersten Belastungstest am Dienstag noch nicht bestanden hatte.