Goretzka: Bekommen einfach die Konstanz nicht rein

Gelsenkirchen (dpa) – Fußballprofi Leon Goretzka hat sich selbstkritisch zum bisherigen Saisonverlauf des Bundesligisten FC Schalke 04 geäußert.

Goretzka: Bekommen einfach die Konstanz nicht rein
Leon Goretzka steht seit 2013 bei Schalke unter Vertrag. Foto: Marius Becker

Gelsenkirchen (dpa) – Fußballprofi Leon Goretzka hat sich selbstkritisch zum bisherigen Saisonverlauf des Bundesligisten FC Schalke 04 geäußert.

«Wir bekommen einfach die Konstanz nicht rein», sagte der 22 Jahre alte U21-Nationalspieler dem «kicker». Es gebe Spiele, in denen Schalke gezeigt habe, dass die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl mit den Topteams mithalten könne oder sogar besser sei. «Aber auch Spiele, in denen wir ganz viele Dinge haben vermissen lassen», ergänzte Goretzka.

Vor allem der «katastrophale Start», wie Goretzka zu den fünf Erstliga-Niederlagen zu Beginn der Spielzeit 2016/17 bemerkte, hat nach seiner Ansicht maßgeblich dazu beigetragen, dass die Schalker nach 25 Spieltagen mit 33 Punkten lediglich Tabellenrang neun einnehmen: «Du hast das Gefühl, du läufst immer nur hinterher.» Zudem seien dem Weinzierl-Team durch Verletzungen viele Spieler weggebrochen. «Das war bitter.»

Ob er seinen bis 30. Juni 2018 laufenden Vertrag mit den Gelsenkirchenern verlängert, ist laut Goretzka noch offen: «Es sind bislang weder mit Schalke noch mit anderen Clubs Gespräche gelaufen.» Aktuell wolle er sich auf die «schwierige Phase» des Vereins konzentrieren.

Zu seinen Chancen in der A-Nationalmannschaft sagte Goretzka, er sei sehr ehrgeizig: «Und daher ist es mein Ziel, in der A-Nationalmannschaft zu spielen. Aber das wird Jogi Löw entscheiden. Er wird den richtigen Weg für mich finden.»

Hannover gewinnt Testspiel bei Breitenreiter-Debüt

Hannover (dpa) – Hannover 96 hat beim Debüt von Trainer André Breitenreiter ein Testspiel gegen Schalke 04 3:1 (1:0) gewonnen. Niclas Füllkrug (13. Minute), Edgar Prib (60.) und Artur Sobiech (71.) trafen vor 6500 Zuschauern in Hannover für den Fußball-Zweitligisten.

Hannover gewinnt Testspiel bei Breitenreiter-Debüt
Erstes Spiel, erster Sieg: Hannovers neuer Trainer André Breitenreiter erlebte ein 3:1 im Test gegen Schalke 04. Foto: Peter Steffen

Hannover (dpa) – Hannover 96 hat beim Debüt von Trainer André Breitenreiter ein Testspiel gegen Schalke 04 3:1 (1:0) gewonnen. Niclas Füllkrug (13. Minute), Edgar Prib (60.) und Artur Sobiech (71.) trafen vor 6500 Zuschauern in Hannover für den Fußball-Zweitligisten.

Der Spanier Coke erzielte bei seinem Comeback nach einer schwerwiegenden Knie-Verletzung das zwischenzeitliche 1:1 (55.). Der Bundesligist trat wegen den Länderspielabstellungen ohne zehn Profis an.

Für Breitenreiter gab es gleich bei seinem ersten Auftritt als 96-Coach ein Wiedersehen mit dem Ex-Verein. Bis zum Sommer trainierte der frühere Profi noch den Europa-League-Viertelfinalisten. Auch Hannover-Manager Horst Heldt war bis zum Ende der vergangenen Saison noch Sportchef beim FC Schalke.

Höwedes: Meisterschaft mit Schalke «utopisch»

Gelsenkirchen (dpa) – Fußball-Weltmeister Benedikt Höwedes hält einen Meistertitel mit seinem langjährigen Verein Schalke 04 für nahezu ausgeschlossen, will die Gelsenkirchener aber trotzdem nie in Richtung eines anderes Bundesligisten verlassen.

Höwedes: Meisterschaft mit Schalke «utopisch»
Benedikt Höwedes (r) im Gespräch mit Schalke-Trainer Markus Weinzierl. Foto: Ina Fassbender

Gelsenkirchen (dpa) – Fußball-Weltmeister Benedikt Höwedes hält einen Meistertitel mit seinem langjährigen Verein Schalke 04 für nahezu ausgeschlossen, will die Gelsenkirchener aber trotzdem nie in Richtung eines anderes Bundesligisten verlassen.

Die Meisterschaft sei «utopisch», erklärte Höwedes im Interview mit dem Sportmagazin Socrates. «Dafür sind wir einfach zu weit weg von einer Mannschaft wie Bayern München.»

Höwedes sagte aber auch: «Ich hab Bock, noch einen Titel mit Schalke zu gewinnen.» Es gebe ja «auch noch andere Wettbewerbe, in denen man etwas gewinnen kann. Wir müssen jetzt Stück für Stück etwas aufbauen. Deshalb dürfen wir nicht jedes Jahr vom Umbruch reden und doch wieder einen neuen Trainer und zehn neue Spieler holen. Das kann nicht funktionieren.»

Die ewige Treue will Höwedes Schalke, für das er seit seinem 13. Lebensjahr spielt, nicht versprechen. «Die USA und Australien finde ich sehr interessant», erklärte er. «Aber ich will hier in Deutschland auf jeden Fall nur auf Schalke spielen. Ich schätze diesen Klub, ich mag, wie hier Fußball gespielt und gelebt wird, das ganze Drumherum. Und ich bin Schalke sehr dankbar für das, was mir ermöglicht wurde. Es herrscht eine unglaubliche Energie in diesem Verein und wenn man die, wie Christian Heidel richtig angemerkt hat, bündeln kann, dann ist Schalke zu einigem fähig.»

Die Entwicklung des Fußballs sieht Höwedes kritisch und warnt eindringlich vor einem bösen Erwachen. «Ich kann mir schwer vorstellen, dass das alles so weitergehen kann. Vielleicht knallt es irgendwann auch mal, weil einfach eine Grenze erreicht ist.»

Im Kern sorgt er sich um den Egoismus und die Geldgier in diesem Geschäft. «Heutzutage versuchen viele, aus sich eine Marke zu machen, um daraus Profit zu schlagen», sagte der Abwehrspieler : «Früher wurde nur Fußball gespielt, heute ist das alles eine große Vermarktungsmaschine. Ich bin mal gespannt, wo das hinführen wird.»

Schalker Huntelaar steht vor Abschied im Sommer

Gelsenkirchen (dpa) – Stürmer Klaas-Jan Huntelaar wird den Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 voraussichtlich am Ende dieser Saison nach sieben Jahren verlassen.

Schalker Huntelaar steht vor Abschied im Sommer
Für Klaas-Jan Huntelaar stehen die Zeichen beim FC Schalke 04 auf Abschied. Foto: Daniel Karmann

Gelsenkirchen (dpa) – Stürmer Klaas-Jan Huntelaar wird den Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 voraussichtlich am Ende dieser Saison nach sieben Jahren verlassen.

Wie die «Bild»-Zeitung berichtete, kann der 33 Jahre alte Niederländer die für eine automatische Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrags erforderliche Anzahl von Pflichtspielen nicht mehr erreichen. Dafür müsste er demnach laut einer Vertragsklausel die Hälfte aller möglichen Partien des Revierclubs in dieser Spielzeit bestreiten.

In dieser Saison brachte es der 2010 vom AC Mailand nach Schalke gewechselte Angreifer bislang auf 15 Einsätze in der Bundesliga, im DFB-Pokal und in der Europa League. Dass Schalke den Kontrakt mit Huntelaar dennoch verlängert, scheint trotz dessen 125 Toren für den Club ausgeschlossen. Trainer Markus Weinzierl setzte ihn zuletzt nur sporadisch ein und vertraute anderen Stürmern wie Guido Burgstaller.

In den vergangenen Wochen war wiederholt spekuliert worden, dass Huntelaar zum nächsten Schalker Europa-League-Gegner Ajax Amsterdam, wo er von 2006 bis 2009 spielte, zurückkehren könnte. Bisher hat der Niederländer sich nicht zu seinen Plänen geäußert.

Mit breiter Brust ins Derby: Schalke schaut wieder nach oben

Noch vor zwei Wochen war Schalke einer der Krisenclubs der Liga. Zwei Europa-League-Duelle und zwei Bundesliga-Siege später sind die sportlichen Aussichten auf einmal deutlich besser.

Mit breiter Brust ins Derby: Schalke schaut wieder nach oben
Der FC Schalke 04 orientiert sich in der Bundesliga wieder nach oben. Foto: Thomas Frey

Mainz (dpa) – Spiele gegen den Rivalen Borussia Dortmund kann man beim FC Schalke 04 in der Regel kaum erwarten. Doch das Gute an dem nächsten Derby am 1. April ist erst einmal, dass bis dahin noch zwei Wochen Erholungszeit sind.

«Wir haben dieses Spiel auf dem Zahnfleisch kriechend gewonnen», sagte Sportvorstand Christian Heidel nach dem 1:0 (0:0) bei Mainz 05. «Es gibt auf Schalke niemanden, der nicht froh ist, dass wir jetzt eine Länderspiel-Pause haben.»

13 Spiele haben die Schalker zwischen Anfang Februar und Mitte März absolviert. Doch nachdem sie irgendwann in der Mitte dieser Englischen Wochen noch befürchten mussten, in der Fußball-Bundesliga in den Abstiegskampf abzurutschen und in der Europa League gegen Borussia Mönchengladbach ordentlich einen auf die Mütze zu bekommen, hielt Trainer Markus Weinzierl fest: «Wir können sehr zufrieden sein. Jetzt gehen wir mit breiter Brust ins Derby.»

Auf einmal ist es sein Team, das international um den Einzug ins Halbfinale spielt. Und das selbst in der Bundesliga nur noch vier Punkte hinter einem Europa-League-Platz liegt. Das Restprogramm lässt den Schalkern zumindest auf den ersten Blick alle Möglichkeiten, um am Ende doch noch Sechster zu werden. Denn an den letzten neun Spieltagen geht es fünfmal gegen Clubs, die in der Tabelle hinter S04 stehen (Bremen, Wolfsburg, Darmstadt, Hamburg, Ingolstadt).

Auf der anderen Seite spielt die Mannschaft in dieser Saison derart unbeständig, dass sie ihrem eigenen Aufschwung selbst noch nicht traut. «Es ist doch paradox. Letzte Woche mussten wir uns fast für den Abstiegskampf rechtfertigen. Jetzt heißt es schon wieder Europa League», sagte Torwart Ralf Fährmann. «Aber wir sind vorher ruhig geblieben. Und genau das machen wir jetzt auch.»

Für die Schalker geht es in den kommenden zwei Monaten nicht nur um die Rettung einer sportlich so wechselhaften Saison, sondern auch um das künftige Gesicht des Teams. Der Verein kann jedes Argument gebrauchen, um wichtige Spieler wie Sead Kolasinac, Eric Maxim Choupo-Moting oder Leon Goretzka zum Bleiben zu bewegen.

Kolasinac schoss in Mainz das Siegtor, sein Vertrag läuft genau wie der von Choupo-Moting nach dem Ende dieser Spielzeit aus. Wo er in Zukunft spielen wird, wollte der 23-Jährige auch am Sonntag noch nicht verraten. «Wir wollten unbedingt mit einem Sieg in die Länderspiel-Pause gehen. Das ist uns gut gelungen», sagte er nur. «Jetzt können wir mit befreiten Köpfen zu den Nationalmannschaften reisen und freuen uns, wenn es danach mit dem Derby weitergeht.»

Der in Karlsruhe geborene Nationalspieler von Bosnien-Herzegowina kann sich in aller Ruhe aussuchen, für wen er ab dem Sommer spielt. Er kostet keine Ablösesumme, er ist noch jung und er spielt auf einer Position, auf der es weltweit nur wenige Spieler von internationalem Format gibt. «Für uns ist es völlig egal, ob jetzt Cosmos New York, der SC Paderborn oder ein wirklich großer Club auf ihn zukommt. Es weiß ohnehin jeder Verein, was dieser Spieler kann», sagte Christian Heidel. «Wir wollen ihn unbedingt behalten.»

Genauso sieht es bei Goretzka aus, der noch bis 2018 an die Schalker gebunden ist und demnächst ebenfalls eine Grundsatzentscheidung fällen muss: Soll er in Gelsenkirchen bleiben oder seinem Verein in diesem Jahr eine letzte Gelegenheit geben, noch eine Ablösesumme für ihn zu generieren? Sein Verbleib und der von Kolasinac sind so wichtig für Schalke, dass sich jetzt selbst der Kapitän in diese Angelegenheit eingeschaltet hat. «Natürlich habe ich mit Sead und Leon gesprochen. Als Kapitän empfinde ich das als meine Pflicht», sagte Benedikt Höwedes dem «Kicker» (Montag).

Heidel über Schalker Willen und Mainzer Abstiegskampf

Nach 24 Jahren als Mainzer Manager kam Christian Heidel am Sonntag zum ersten Mal als Gegner zu seinem Heimat- und Herzensverein. Für ihn war es ein emotionaler Tag.

Heidel über Schalker Willen und Mainzer Abstiegskampf
Schalke-Sportdirektor Christian Heidel war 24 Jahre in Mainz tätig. Foto: Thomas Frey

Mainz (dpa) – Von 1992 bis 2016 war Christian Heidel der Manager von Mainz 05. Am Sonntag kehrte er mit seinem neuen Verein Schalke 04 zum ersten Mal als Gegner in seine Heimat zurück, die Schalker gewannen dieses Bundesliga-Spiel mit 1:0 (0:0). Danach sprach Heidel über…

… seine Rückkehr:

«Ich hatte ein bisschen einen Kloß im Hals. Das waren ja auch nicht drei, vier oder fünf Jahre in diesem Verein, sondern 24 Jahre. Dieses Spiel war schon etwas Besonderes für mich. Wenn wir verloren hätten, wäre ich mit zurück nach Gelsenkirchen gefahren. So aber werde ich mir jetzt einen freien Tag in Mainz gönnen, meine Familie, meine Eltern und viele Freunde treffen.»

… die Europa-League-Chancen von Schalke 04:

«Wir haben eine tolle Woche hinter uns. Aber das ist auch eine verrückte Liga in diesem Jahr. Wir sollten nicht so viel darüber nachdenken, wo wir nach dem 34. Spieltag stehen könnten, sondern wir sollten unsere Punkte holen und jedes Spiel mit genauso großer Energie und so großem Willen angehen wie heute. Wir haben jetzt ein nicht ganz so leichtes Spiel vor der Brust: gegen den BVB!»

… den Abstiegskampf von Mainz 05:

«Man darf sich jetzt in Mainz nicht verrückt machen lassen. Es sind so viele Mannschaften ganz eng beieinander. So, wie ich Mainz 05 heute gesehen habe, werden sie mit ganz unten nichts zu tun bekommen. Man muss nur aufhören, auf die Tabelle zu schauen. Die Punkte sind wichtig. Dass jemand mit 40 Punkten am Ende 16. wird – das gibt es nicht. Mainz hat jetzt 29 Punkte und braucht demnach in den letzten neun Spielen noch elf oder zwölf Punkte. Ich habe überhaupt keinen Zweifel daran, dass die Mannschaft die nötige Qualität dafür hat.»

… den Torschützen Sead Kolasinac:

«Das Tor war Seo live, ein typischer Kolasinac-Konter. Wenn einer so eine Energieleistung drauf hat, dann er. Sein Vertrag mit uns läuft aus, die Gespräche laufen und wir wollen ihn unbedingt behalten. Er weiß auch, dass er eine große Wertschätzung bei uns im Club genießt. Für uns ist es auch völlig egal, ob jetzt Cosmos New York, der SC Paderborn oder ein wirklich großer Club auf ihn zukommt. Es weiß ohnehin jeder Verein, was dieser Spieler kann.»

Schalke mit 1:0-Arbeitssieg in Mainz

Von Müdigkeit kaum eine Spur. Drei Tage nach dem kräftezehrenden Europa-League-Duell mit Borussia Mönchengladbach zeigte Schalke auch in Mainz ein gutes Spiel. Für den Schalker Sportchef war das Spiel etwas ganz Besonderes.

Schalke mit 1:0-Arbeitssieg in Mainz
Schalkes Sead Kolasinac jubelt nach seinem Treffer zum 1:0 gegen Mainz. Foto: Thomas Frey

Mainz (dpa) – Der Europa-League-Erfolg in Mönchengladbach hat den FC Schalke 04 auch in der Fußball-Bundesliga beflügelt. Die Schalker gewannen mit 1:0 (0:0) bei Mainz 05 und bescherten ihrem Sportchef Christian Heidel damit eine erfolgreiche Rückkehr in die alte Heimat.

Das Siegtor vor 30 847 Zuschauern schoss Sead Kolasinac in der 50. Minute. «Es ist schon etwas Besonderes für mich», sagte Heidel nach dem Spiel in einem Sky-Interview. «Ich denke, dass es eine Energieleistung war.»

Während S04 nun auch in der Bundesliga nur noch vier Punkte hinter den internationalen Plätzen liegt, wird der Druck auf die Mainzer im Abstiegskampf immer größer. Nach dem dritten Spiel in Serie ohne Sieg und den Ergebnissen der Konkurrenz am Samstag beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz nur noch zwei Punkte. «Wir müssen es einfach annehmen», sagte der Mainzer Mittelfeldspieler Danny Latza zum Abstiegskampf. «Wir stecken jetzt mittendrin.» Seine Vorgabe: «Wir müssen jetzt so schnell wie möglich Punkte holen.»

Heidel wurde in seiner Heimatstadt Mainz mit warmem Applaus empfangen. Von 1992 bis 2016 war er Manager der 05er. Die meisten Spieler wie auch Mitarbeiter seines Gegners hat er selbst noch eingestellt. «Ich war überrascht, wie groß das alles ist», sagte er vor dem Spiel über seinen ungewohnten Gang in die Gästekabine der Opel Arena. «Es ist schon merkwürdig, wenn man auf einmal in die andere Tür reingeht.»

Aber auch für einen zweiten Protagonisten war dies ein besonderer Nachmittag: Schiedsrichter Wolfgang Stark pfiff am Sonntag sein 339. Bundesliga-Spiel und stellte damit den Rekord von Markus Merk ein. Der 47 Jahre alte Stark hatte sein Debüt in der höchsten deutschen Spielklasse am 4. April 1997 gegeben.

Den Schalkern war die große Belastung so kurz nach 90 dramatischen Europapokal-Minuten zunächst nicht anzumerken. Die Gäste dominierten die Anfangsphase und zeigten dabei einige gefällige wenn auch nicht sonderlich gefährliche Angriffe. Bei einem Schuss von Guido Burgstaller in der 15. Minute kamen die Knappen einer frühen Führung noch am nächsten.

Mainz lief anfangs nur hinterher und biss sich nach etwa 20 Minuten in diese Partie. Die Angriffe der Gastgeber hatten dabei mehr Wucht als die der Schalker, vor allem der linke Flügel mit Daniel Brosinski und Jairo Samperio sorgte immer wieder für Schwung.

Zumeist fehlte der Mainzer Offensive die letzte Präzision, doch in der 37. und 38. Minute wurde es gleich dreimal brenzlig: Zweimal scheiterte Danny Latza an Torwart Ralf Fährmann, einmal hatte Bojan Krkic eine gute Kopfballchance. Der prominente Neuzugang machte sein bislang auffälligstes Spiel für den FSV. «Gerade in der ersten Halbzeit müssen wir eigentlich in Führung gehen», sagte Latza.

Kurz nach der Pause dann jedoch der Schock für Mainz 05: Kolasinac stürmte auf der linken Seite nach vorne, spielte einen Doppelpass mit Burgstaller und traf zum 0:1. «Das war klasse rausgespielt», sagte Heidel. Er lobte den Torschützen: «Wenn er nach vorne geht, ist er kaum zu halten.»

05-Trainer Martin Schmidt reagierte auf den Rückstand mit der Einwechslung der beiden Offensivspieler Pablo De Blasis und Robin Quaison. Seine Mannschaft griff danach auch wütend, aber zumeist kopflos an. Genau in solchen Situationen fehlt den lauf- und kampfstarken Mainzern zu häufig eine spielerische Linie.

Schalke erhielt dadurch einigen Raum zum Kontern, machte daraus aber zu wenig. In der Schlussminute verpasste Nabil Bentaleb freistehend die Entscheidung. In der Defensive hielten die Gäste dem Mainzer Druck jedoch erfolgreich stand.

Schalkes Heidel kehrt nach Mainz zurück

Mainz (dpa) – Der FSV Mainz 05 will Schalke-Sportvorstand Christian Heidel bei dessen erstmaliger Rückkehr zu seinem Herzensverein keine Gastgeschenke machen.

Schalkes Heidel kehrt nach Mainz zurück
Schalkes Sportvorstand Christian Heidel hat ein Vierteljahrhundert beim FSV Mainz 05 gearbeitet. Foto: Ina Fassbender

Mainz (dpa) – Der FSV Mainz 05 will Schalke-Sportvorstand Christian Heidel bei dessen erstmaliger Rückkehr zu seinem Herzensverein keine Gastgeschenke machen.

«Da kommt zwar Emotionalität auf. Aber davon dürfen wir uns nicht einlullen lassen», sagte FSV-Trainer Martin Schmidt vor dem Bundesligaduell an diesem Sonntag (15.30 Uhr).

25 Jahre lang lenkte Heidel die Mainzer Geschicke und stellte 2015 auch Schmidt als Trainer der 05er ein. Im vergangenen Sommer wechselte Heidel dann nach Schalke. Schmidt erwartet daher ein «seltsames Spiel».

Doch für Sentimentalitäten ist in den 90 Minuten kein Platz – denn die Tabellennachbarn benötigen jeden Punkt. Mainz (29) muss ebenso nach unten schauen wie Schalke (30). Weshalb sich Heidel natürlich einen Sieg für Königsblau wünscht. «Ich freue mich darauf, unglaublich viele Freunde wieder zu treffen – auch wenn ich unbedingt gewinnen will», sagte er vor der Rückkehr in seine Geburtsstadt.

Die Gäste kommen mit Rückenwind, den ihnen der Einzug ins Viertelfinale der Europa League durch das 2:2 bei Borussia Mönchengladbach verliehen hat. «Zeit zum Feiern hatten wir nicht», sagte Trainer Markus Weinzierl. «Aber das positive Erlebnis in Mönchengladbach verleiht uns sicherlich noch einmal zusätzlichen Schwung. Den müssen wir mitnehmen. Ich glaube, dass die Euphorie noch einmal neue Kräfte freisetzt.»

Weinzierl hat sein derzeit stärkstes Team zur Verfügung. Bei den Mainzern fehlt der gelb-gesperrte Stefan Bell, für den Niko Bungert wohl in die Innenverteidigung rückt. Der FSV-Kapitän sieht der Partie zuversichtlich entgegen: «Wichtig ist, dass wir die entscheidenden Spiele gewinnen. Das haben wir in der Vergangenheit immer gut hinbekommen.»

Müde Gladbacher ausgerechnet gegen Bayern

Nach dem Europa-League-Aus ist vor dem Bayern-Spiel. Gladbach steht vor dem nächsten Highlight, Eberl tritt Wechselspekulationen entgegen.

Müde Gladbacher ausgerechnet gegen Bayern
Die Gladbacher um Jannik Vestergaard treffen in der Bundesliga auf den FC Bayern. Foto: Marius Becker

Mönchengladbach (dpa) – Müde, ein wenig frustriert und wohl mit dem letzten Aufgebot steht Borussia Mönchengladbach nach dem jüngsten Spiele-Marathon vor dem Liga-Highlight gegen den FC Bayern München.

«Es gibt jetzt einfachere Sachen als gegen die Bayern zu spielen», meinte Gladbachs Flügelspieler Patrick Herrmann nach dem unglücklichen Aus in der Europa League gegen Schalke 04.

Eine besondere Brisanz erhält das Duell der beiden großen Rivalen früherer Zeiten durch die Personalie Max Eberl. Schon seit Saisonbeginn wird Borussias Sportdirektor immer wieder mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht. Eberl betonte noch einmal: «Es gibt kein Angebot. Ich habe einen Vertrag in Mönchengladbach und nichts ist passiert. Stand ist jetzt, dass ich im Sommer in Gladbach bin.»

Vizepräsident Rainer Bonhof glaubt nicht an einen Wechsel seines Sportdirektors. «Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass er gehen wird. Ich bin mir sicher, dass Max in Gladbach bleibt», sagte Bonhof der «Sport Bild».

Für Bayern Trainer Carlo Ancelotti ist das Thema von nicht allzu großer Brisanz «Ich bin glücklich mit einem Sportdirektor und ohne Sportdirektor», sagte er in München. «Mein Topthema ist nicht Real Madrid, sondern Gladbach.» Der Italiener blickt nach der Auslosung der Viertelfinalpartien der Champions League zu allererst auf die Partie am Sonntag in Mönchengladbach (17.30 Uhr). Er will, dass sein Team dort ein hohes Spieltempo anschlägt. Im Gegensatz zu den Gladbachern gehen die Münchner Stars ausgeruht in die 90 Minuten. «Vielleicht ist es ein Vorteil für uns. Aber nur, wenn wir schnell und mit hoher Intensität spielen», sagte Ancelotti.

Die emotional und personell angeschlagenen Gladbacher müssen nach dem 2:2 im packenden deutschen Europa-Duell mit Schalke weitere Ausfälle verkraften. Neben Thorgan Hazard fallen nun auch Christoph Kramer und Fabian Johnson aus. Kramer zog sich am Donnerstagabend einen Innenbandteilriss im Kniegelenk zu, Johnson einen Muskelfaserriss im Oberschenkel. Dazu sind noch Lars Stindl und Mo Dahoud angeschlagen. «Das darf aber keine Ausrede sein, wir werden vor der Länderspielpause noch einmal alles geben», sagte Herrmann vor dem 41. Pflichtspiel der Saison.

Vor der Partie gegen den Rekordmeister bleibt nicht viel Zeit über den Abschied aus Europa nachzudenken. «Wir haben zwei tolle Europapokalabende erlebt und sind sehr unglücklich ausgeschieden. Aber das ist im Sport nun mal so», befand Coach Dieter Hecking, der mit seinem Team noch im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Eintracht Frankfurt steht und in der Bundesliga nur drei Punkte Rückstand auf einen Europapokalplatz hat. «Gott sei Dank dürfen wir in zwei Tagen wieder spielen.»

Zunächst muss der Trainer aber sehen, wen er überhaupt noch gegen die Bayern ins Rennen schicken kann. «Wir haben im Moment wirklich Verletzungspech. Aber wir können es nicht ändern. Wir müssen am Sonntag noch einmal versuchen, alle Kräfte zu bündeln, bevor wir dann in der Länderspielpause mal etwas durchschnaufen können», sagte Hecking. «Es gibt kein Wehklagen von meiner Seite.»

Auch Eberl ist nicht verzagt. «Wir haben früher oft die Gunst der Stunde genutzt und tolle Ergebnisse gegen die Bayern erzielt. Dazu braucht es Mut und ein Quäntchen Glück», sagte er. Die Statistik nach bislang 97 Bundesliga-Duellen mit den Bayern sieht für Mönchengladbach nicht so schlecht aus: Von den letzten fünf Spielen gewann München nur eins, bei den letzten zehn Pflichtspielauftritten in Gladbach gab es nur zwei Bayern-Siege.

Der Heimkehrer: Schalke-Manager Christian Heidel

Mainz (dpa) – Auf den ersten Blick sieht die Sache so aus: Mainz 05 hat es vor einem Jahr in die Europa League geschafft und spielt jetzt gegen den Abstieg. Und Schalke 04 war in der vergangenen Saison noch Fünfter und steht jetzt auf Platz elf.

Der Heimkehrer: Schalke-Manager Christian Heidel
Schalke-Manager Christian Heidel trifft auf seinen Ex-Klub Mainz 05. Foto: Tobias Hase

Mainz (dpa) – Auf den ersten Blick sieht die Sache so aus: Mainz 05 hat es vor einem Jahr in die Europa League geschafft und spielt jetzt gegen den Abstieg. Und Schalke 04 war in der vergangenen Saison noch Fünfter und steht jetzt auf Platz elf.

Wäre es für alle Beteiligten also besser gewesen, wenn Christian Heidel im Sommer nicht von 05 zu 04 gewechselt wäre? So einfach ist es natürlich nicht.

26 Jahre lang war der umtriebige Manager der «Macher von Mainz». Am Sonntag kommt er zum ersten Mal als Gegner in seine Heimat. «Meine Wohnung in Mainz ist etwa 70 Meter von dem Hotel entfernt, in dem wir wohnen. Jetzt muss ich überlegen, ob ich im Hotelbett oder im eigenen Bett schlafe. Dann könnte Schalke 04 noch Geld sparen», sagte Heidel.

Der 53-Jährige hat so lange an seinem Lebenswerk Mainz 05 gearbeitet, dass er noch einmal etwas anderes erleben wollte. Bereut hat er den Wechsel also nie. Die Krise der 05er überrascht ihn auch nicht. «Es ist eine ganz normale Bundesliga-Saison», sagt Heidel. «Leider werden die Ausreißer von 2009 und 2016 von vielen als jährlich wiederholbar angesehen.» Da sei man in Mainz ein «Opfer des eigenen Erfolgs».

An diesem Erfolg hat Heidel lange mitgewirkt. Am Sonntag ist das aber anders. «Wenn wir gewinnen, freue ich mich genauso, als ob wir sonst wo gewonnen hätten. Danach wünsche ich Mainz wieder alles Gute.»