Hannover-Boss Kind hat Angst vor Mittelmaß

Hannover (dpa) – Clubchef Martin Kind sieht im Falle eines verpassten Aufstiegs große Probleme für den Fußball-Zweitligisten Hannover 96. «Die Gefahr ist sehr groß – und da gibt es in der 2. Liga einige Beispiele – dass man dann im Mittelmaß versinkt», sagte Kind der «Bild».

Hannover-Boss Kind hat Angst vor Mittelmaß
Martin Kind, Präsident von Hannover 96. Foto: Peter Steffen

Hannover (dpa) – Clubchef Martin Kind sieht im Falle eines verpassten Aufstiegs große Probleme für den Fußball-Zweitligisten Hannover 96. «Die Gefahr ist sehr groß – und da gibt es in der 2. Liga einige Beispiele – dass man dann im Mittelmaß versinkt», sagte Kind der «Bild».

Daher sei der Erstliga-Absteiger finanziell «ein deutliches Risiko eingegangen. Zusammen mit Stuttgart haben wir die teuerste Mannschaft.» Hannover 96 liegt derzeit auf Platz vier der Tabelle. Vor einer Woche hat Hannover Trainer Daniel Stendel freigestellt und André Breitenreiter als Coach verpflichtet.

Bayern-Frauen erfreuen Hoeneß und Ancelotti

Die Männer des FC Bayern fiebern ihrem Champions-League-Knaller gegen Real Madrid entgegen, die Frauen sind im Viertelfinale einen Schritt weiter. Nach dem 1:0 im Hinspiel gegen Paris dürfen sie vom Halbfinale träumen. Präsident Hoeneß will den Terminkalender checken.

Bayern-Frauen erfreuen Hoeneß und Ancelotti
Schoss das Tor des Tages: Vivianne Miedema. Foto: Andreas Gebert

München (dpa) – Uli Hoeneß war mächtig stolz auf seine Fußball-Frauen. Nach dem 1:0 im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League darf der FC Bayern mehr denn je vom Halbfinale träumen.

«Die französischen Mannschaften sind Topfavoriten, aber wenn wir das schaffen sollten, wäre das eine wunderbare Sache», sagte der Präsident des deutschen Fußball-Meisters nach dem Erfolg über Paris Saint-Germain. Vivianne Miedema trumpfte mit ihrem achten Treffer im laufenden Wettbewerb beim 1:0 (0:0) einmal mehr als Torgarantin auf.

Gegen eine «fantastische Mannschaft», so lobte Hoeneß den Gegner aus Frankreichs Hauptstadt, hätte die Münchnerinnen vor 7300 Zuschauern «wunderbar» dagegengehalten. «Im Fußball kann man mit viel Einsatz und Engagement gewisse Defizite ausgleichen», analysierte der Präsident. In der Hochstimmung dachte er auch über einen Trip nach Paris nach. «Eigentlich hatte ich es nicht vor. Aber ich muss mal meinen Terminkalender checken, ob da nicht doch was möglich ist.»

Sollte der 65-Jährige zum Rückspiel am kommenden Mittwoch reisen, könnte das die Meister-Frauen noch mehr antreiben. «Das wäre eine unglaubliche Wertschätzung und würde nochmal ein paar Prozentpunkte freischaufeln, denke ich», sagte Trainer Thomas Wörle nach dem auch glücklichen Erfolg. «Wir haben das Maximale rausgeholt.» Mit einer «großen Aktion» habe Miedema das Spiel entschieden.

«Wir haben das gut verteidigt. Nächste Woche muss da nochmal etwas drauf», sagte die 20-jährige Niederländerin. Miedema war eiskalt, hinten blieb Torhüterin Tinja-Riikka Korpela bei zahlreichen Paris-Chancen cool. «Wir hatten eine sehr starke Torhüterin auf Platz, die uns im Spiel gehalten hat», dankte Wörle. Im Gegensatz zum Wörle-Team stehen die Bundesliga-Kolleginnen des VfL Wolfsburg nach dem 0:2 zu Hause gegen Titelverteidiger Olympique Lyon vor dem Aus.

Die Bayern siegten, aber ein Gewinner war auch der Frauenfußball in München: Viele der 7300 Zuschauer – so viele wie noch nie – waren von der Partie begeistert. «Die Kulisse war fantastisch. Die Zuschauer haben einen großen Anteil am Sieg», sagte der Präsident. «Ich hoffe, dass viele gesehen haben, dass hier sehr ansehnlicher Fußball gespielt wird», sagte Hoeneß, der die Partie an der Seite von Männer-Chefcoach Carlo Ancelotti verfolgt hatte, «das ist gute Unterhaltung. Das hat auch Carlo so gesehen.»

Hannover gewinnt Testspiel bei Breitenreiter-Debüt

Hannover (dpa) – Hannover 96 hat beim Debüt von Trainer André Breitenreiter ein Testspiel gegen Schalke 04 3:1 (1:0) gewonnen. Niclas Füllkrug (13. Minute), Edgar Prib (60.) und Artur Sobiech (71.) trafen vor 6500 Zuschauern in Hannover für den Fußball-Zweitligisten.

Hannover gewinnt Testspiel bei Breitenreiter-Debüt
Erstes Spiel, erster Sieg: Hannovers neuer Trainer André Breitenreiter erlebte ein 3:1 im Test gegen Schalke 04. Foto: Peter Steffen

Hannover (dpa) – Hannover 96 hat beim Debüt von Trainer André Breitenreiter ein Testspiel gegen Schalke 04 3:1 (1:0) gewonnen. Niclas Füllkrug (13. Minute), Edgar Prib (60.) und Artur Sobiech (71.) trafen vor 6500 Zuschauern in Hannover für den Fußball-Zweitligisten.

Der Spanier Coke erzielte bei seinem Comeback nach einer schwerwiegenden Knie-Verletzung das zwischenzeitliche 1:1 (55.). Der Bundesligist trat wegen den Länderspielabstellungen ohne zehn Profis an.

Für Breitenreiter gab es gleich bei seinem ersten Auftritt als 96-Coach ein Wiedersehen mit dem Ex-Verein. Bis zum Sommer trainierte der frühere Profi noch den Europa-League-Viertelfinalisten. Auch Hannover-Manager Horst Heldt war bis zum Ende der vergangenen Saison noch Sportchef beim FC Schalke.

Breitenreiter zu Heldt: «funken auf einer Wellenlänge»

Hannover (dpa) – André Breitenreiter sieht keine Probleme mehr für seine Zusammenarbeit beim Fußball-Zweitligisten Hannover 96 mit Sportchef Horst Heldt.

Breitenreiter zu Heldt: «funken auf einer Wellenlänge»
Trainer André Breitenreiter (l) sieht keine Promleme bei der Zusammenarbeit mit Horst Heldt. Foto: Maja Hitij

Hannover (dpa) – André Breitenreiter sieht keine Probleme mehr für seine Zusammenarbeit beim Fußball-Zweitligisten Hannover 96 mit Sportchef Horst Heldt.

Alte Differenzen aus gemeinsamen Zeiten beim FC Schalke 04 seien ausgeräumt. «Horst und ich funken auf einer Wellenlänge und denken ähnlich», sagte der neue 96-Coach im Interview des «Kicker». Der frühere Schalker Manager Heldt hatte Breitenreiter als Nachfolger des beurlaubten Daniel Stendel zum Zweitliga-Vierten Hannover geholt.

Große Veränderungen plant der frühere 96-Profi Breitenreiter nicht. «Ich will Dinge, die funktioniert haben, nicht verändern», sagte der 43-Jährige im Interview des «Redaktionsnetzwerkes Deutschland» und fügte in der «Bild» zum selben Thema hinzu: «Ich werde sicher nicht alles auf den Kopf stellen.» Clubchef Martin Kind fordert von Breitenreiter den Wiederaufstieg in die Bundesliga.

Bayern-Frauen angespannt vor Paris-Kracher

München (dpa) – Die Fußballerinnen des FC Bayern gehen mit einer Mischung aus Anspannung und Vorfreude in die bislang wichtigste internationale Partie der Vereinshistorie.

Bayern-Frauen angespannt vor Paris-Kracher
Trainer Thomas Wörle ahnt, dass das Spiel ger Bayern-Frauen gegen Paris Saint-Germain nicht leicht werden wird. Foto: Andreas Gebert

München (dpa) – Die Fußballerinnen des FC Bayern gehen mit einer Mischung aus Anspannung und Vorfreude in die bislang wichtigste internationale Partie der Vereinshistorie.

Vor dem Hinspiel des Champions-League-Viertelfinales gegen Paris Saint-Germain hofft der deutsche Meister vor allem auf den Heimvorteil. «Es wird nicht leicht für uns werden», sagte Trainer Thomas Wörle. Für die Begegnung wird seit langem in München geworben, Vereinspräsident Uli Hoeneß will auch Spieler der Männer-Mannschaft im Grünwalder Stadion sehen. «Wir wissen, was der Verein an Aufwand betrieben hat, um das Stadion voll zu bekommen», sagte Wörle.

Daher lasse sich «eine gewisse Anspannung» nicht vermeiden, wie die routinierte Melanie Behringer einräumte. «Wann spielen wir schonmal vor so einer Kulisse», ergänzte Wörle und hofft auf mehr als 5000 Fans. So viele Zuschauer hatte das Frauen-Team des FCB noch nie.

Gegen die französische Spitzenmannschaft sind die Bayern Außenseiter. «Paris ist sicherlich momentan eines der drei besten Teams in Europa und international erfahrener als wir», erklärte Wörle. Zudem fehlen den Münchnern gleich mehrere verletzte Spielerinnen.

Die jüngsten zwei Niederlagen in DFB-Pokal und Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg hätten keine negativen Auswirkungen auf die Champions League, sagte Wörle. Er meinte sogar, eine gute zweite Halbzeit gegen den VfL zuletzt sei das, «was dir das Gefühl gibt, dass du auch im Spiel gegen Paris dabei sein kannst». Das entscheidende Rückspiel im Kampf um das Halbfinale steigt in der kommenden Woche in Paris.

Auch die Wolfsburgerinnen messen sich mit einem starken französischen Team, nämlich Olympique Lyon, dem Titelverteidiger und insgesamt dreimaligen Champion der Königsklasse. Das Aufeinandertreffen der beiden Spitzenteams ist zugleich die Revanche für das Finale 2016.

Muskelbündelriss bei Wolfsburgs Ntep

Wolfsburg (dpa) – Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg muss nun auch mehrere Wochen auf Paul-Georges Ntep verzichten. Der Offensivspieler zog sich beim 1:0 gegen den SV Darmstadt 98 einen Muskelbündelriss im rechten hinteren Oberschenkel zu. Das teilte der VfL nach einer genaueren Untersuchung mit.

Muskelbündelriss bei Wolfsburgs Ntep
Paul-Georges Ntep wird Wolfsburg langfristig fehlen. Foto: Peter Steffen

Wolfsburg (dpa) – Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg muss nun auch mehrere Wochen auf Paul-Georges Ntep verzichten. Der Offensivspieler zog sich beim 1:0 gegen den SV Darmstadt 98 einen Muskelbündelriss im rechten hinteren Oberschenkel zu. Das teilte der VfL nach einer genaueren Untersuchung mit.

Zuvor hatten sich bereits Jeffrey Bruma und Ricardo Rodriguez schwer verletzt. «Ich bin sehr enttäuscht über die Situation. Es ist bitter, dass wir nun einen weiteren längerfristigen Ausfall zu verzeichnen haben», sagte VfL-Coach Andries Jonker.

Hannover 96 beurlaubt Coach Stendel und holt Breitenreiter

Was sich seit Wochen angedeutet hat, ist nun vollzogen: Hannover 96 wechselt aus Angst um das Verpassen des direkten Wiederaufstiegs in die Fußball-Bundesliga den Trainer. Der neue Coach beginnt gegen einen besonderen Gegner.

Hannover 96 beurlaubt Coach Stendel und holt Breitenreiter
André Breitenreiter übernimmt den Trainerposten bei Hannover 96. Foto: Peter Steffen

Hannover (dpa) – Mit einem süffisanten Lächeln quittierte Horst Heldt Fragen nach der unwürdigen Trainerposse bei Hannover 96, die sich bis zur Vorstellung von André Breitenreiter zog.

«Für Sie wirkte es vielleicht lang, es war aber nicht lang. Und es war auch nicht so, dass wir rumgeeiert hätten, wie es vielleicht den Anschein hatte», sagte 96-Sportchef Heldt dann im Hinblick auf die Demontage von Breitenreiters Vorgänger Daniel Stendel.

Heldt begründete dies mit einer bemerkenswerten Sichtweise: «Ich bin erst heute Morgen dazu gekommen, Daniel Stendel es persönlich mitzuteilen. Bei all dem darf man nicht vergessen, dass man respektvoll mit den Leuten umgehen muss.» Dabei gab der neue 96-Sportchef zu, dass ihm die Erkenntnis zu einem Trainerwechsel beim Tabellenvierten bereits nach dem 0:0 beim FC St. Pauli «im Laufe des Samstages» gekommen sei. Und Breitenreiter bestätigte, am selben Abend auch schon Gespräche mit Heldt über ein mögliches Engagement bei seinem Heimatclub geführt zu haben.

Trotz reichlich Erfahrung bei Trainerwechseln gab der zum Wiederaufstieg verdammte Bundesliga-Absteiger zwei Tage lang ein denkbar schlechtes Bild bei der Trennung von Stendel ab. 96 hofft nun aber zumindest auf Besserung im sportlichen Bereich. «Es wird eine schwere Aufgabe, aber auch eine machbare Aufgabe. Wir wollen am Ende der Saison alle gemeinsam am Rathaus feiern», sagte Breitenreiter, der einen ligaunabhängigen Vertrag bis 2019 unterschrieb.

Die Mission Aufstieg beginnt der frühere 96-Profi am Donnerstag mit einem Testspiel gegen seinen bislang letzten Arbeitgeber FC Schalke 04. «Es ist ja nur ein Testspiel. Lieber wäre es mir, es wäre ein Ligaspiel, aber so weit sind wir noch nicht», sagte Breitenreiter, der wie auch Heldt bis zum Ende der zurückliegenden Saison noch auf Schalke tätig war.

Breitenreiter muss für seinen neuen Job zumindest nicht umziehen. Der 43 Jahre alte Fußball-Lehrer wohnt in der Region Hannover keine 20 Kilometer vom Stadion entfernt. «Es ist klar, dass das eine Herzensangelegenheit für mich ist. Hannover ist ein toller Verein. Wir haben die große Chance, nachhaltig etwas aufzubauen», sagte der neue Coach, der im SC Paderborn bereits einen Verein von der 2. in die 1. Liga geführt hatte.

Bei seinem Heimatverein löst Breitereiter einen anderen Ex-Spieler ab, der als Trainer der Profis kein ganzes Jahr im Amt war. Stendel war am 4. April 2016 beim damaligen Erstligisten Nachfolger des geschassten Thomas Schaaf geworden. Nach seinem Start als Interimscoach wurde Stendel 22 Tage später zum Cheftrainer ernannt.

Vor dieser Zweitliga-Spielzeit galt 96 neben dem VfB Stuttgart als großer Aufstiegs-Favorit. Nach einer ordentlichen Hinrunde mit Platz zwei kam Hannover im neuen Jahr schwer in Tritt und gewann lediglich vier von acht Partien. «Wir alle sind der Meinung, dass wir große Qualität haben. Es hat aber gehapert zuletzt. Wir brauchen eine gewisse Leichtigkeit», meinte Breitenreiter.

Deutliche Kritik an dem Trainerwechsel, der sich angedeutet hatte, äußerte zuvor bereits der frühere 96- und jetzige St.-Pauli-Trainer Ewald Lienen. «Dass in so einer Tabellensituation der Trainer überhaupt infrage gestellt wird, ist skandalös», hatte Lienen nach dem 0:0 am Samstag gesagt. Heldt meinte zwei Tage später dazu reichlich reserviert: «Mir steht es nicht zu, die Situation bei St. Pauli zu bewerten. Das erwarte ich eigentlich auch von anderen.»

Kind: 96 beschäftigt sich mit Stendel-Nachfolge

Hannover (dpa) – Beim Fußball-Zweitligisten Hannover 96 scheint die Frage nach der Zukunft von Trainer Daniel Stendel nur noch von der Suche nach einem geeigneten Nachfolger abzuhängen.

Kind: 96 beschäftigt sich mit Stendel-Nachfolge
Hannover-96-Präsident Martin Kind bestätigt, dass man sich nach möglichen Nachfolgern für Trainer Stendel umsieht. Foto: Peter Steffen

Hannover (dpa) – Beim Fußball-Zweitligisten Hannover 96 scheint die Frage nach der Zukunft von Trainer Daniel Stendel nur noch von der Suche nach einem geeigneten Nachfolger abzuhängen.

Clubchef Martin Kind räumte am Sonntagabend ein, dass der Tabellenvierte längst über Alternativen nachdenkt. «Wir beschäftigen uns mit mehreren Namen. Das kann ich bestätigen», sagte Kind im NDR-«Sportclub» und nannte auch bereits das gesuchte Anforderungsprofil für einen neuen Coach: «Erfahrung ja, Name nein.»

Seit Wochen steht Stendel vor allem bei Kind in der Kritik, obwohl der Bundesliga-Absteiger nach wie vor alle Chancen auf den direkten Wiederaufstieg hat und die Spitzengruppe eng beieinander liegt. «Der vierte Platz ist gut, aber die Leistungsentwicklung ist auch zu beurteilen», sagte Kind dazu.

Hannover hatte beim FC St. Pauli 0:0 gespielt. Sportchef Horst Heldt verweigerte danach ein Bekenntnis zum Trainer. Am Sonntag vertagte die 96-Führung aber erneut eine Entscheidung. Diese soll laut Kind an diesem Montag, «spätestens aber am Dienstag» erfolgen.

Ein Problem im Hinblick auf den vermeintlichen Wunschkandidaten André Breitenreiter könnte dessen vertragliche Situation sein. «Aktuell ist André Breitenreiter bei Schalke unter Vertrag. Das können wir nicht lösen», sagte Kind und schloss aus, eine Ablöse für den im vergangenen Sommer auf Schalke abgelösten Breitenreiter zu bezahlen.

96-Sportchef Heldt zur Zukunft von Stendel: «Alles offen»

Hannover (dpa) – Fußball-Zweitligist Hannover 96 ziert sich nach wie vor mit einer Entscheidung über die Zukunft von Trainer Daniel Stendel.

96-Sportchef Heldt zur Zukunft von Stendel: «Alles offen»
Trainer Daniel Stendel hängt bei Hannover 96 in der Luft. Foto: Peter Steffen

Hannover (dpa) – Fußball-Zweitligist Hannover 96 ziert sich nach wie vor mit einer Entscheidung über die Zukunft von Trainer Daniel Stendel.

«Es ist alles offen», sagte Sportchef Horst Heldt der Deutschen Presse-Agentur. Heldt kündigte weitere Analysegespräche an und schloss nicht aus, dass der Tabellenvierte der 2. Liga auch am Sonntag zu keiner Entscheidung kommt.

Der Bundesliga-Absteiger hatte am Vortag 0:0 beim FC St. Pauli gespielt und war dadurch auf Platz vier zurückgefallen. Neun Spieltage vor dem Saisonende hat Hannover 96 aber nur drei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter VfB Stuttgart. Trotzdem steht Stendel vor allem bei Clubchef Martin Kind in der Kritik, weil der Aufstiegsfavorit seit Wochen spielerische Mängel offenbart. St.- Pauli-Coach Ewald Lienen hatte die Diskussionen um Stendel zuvor als «lächerlich» und «skandalös» bezeichnet.

Wolfsburg: Unter Jonker trifft Gomez immer

Zusammen scheinen sie unschlagbar. Mit Mario Gomez auf dem Platz ist Chefcoach Andries Jonker noch unbesiegt. Der Torjäger kommt zudem in acht gemeinsamen Partien auf eine überragende Quote. Jonker hat nur einen Wunsch: «Lasst das Fußballmärchen laufen.»

Wolfsburg: Unter Jonker trifft Gomez immer
Mario Gomez (l, mit Yunus Malli) erzielte das Siegtor gegen Darmstadt. Foto: Peter Steffen

Wolfsburg (dpa) – Andries Jonker und Mario Gomez, das passt. Irgendetwas scheint der neue niederländische Coach des VfL Wolfsburg im Umgang mit dem Fußball-Nationalstürmer besonders zu machen.

Anders ist die erstaunliche Trainer-Spieler-Beziehung kaum zu erklären, die Jonker beim 1:0 (1:0) des VfL am Samstag gegen den SV Darmstadt 98 als «Fußballmärchen» bezeichnete. Auch im achten Spiel unter dem Chefcoach Jonker traf Gomez nun. Seine Bilanz dabei: Zwölf Tore.

«Es wird nicht unheimlich. Im Gegenteil. Ich habe wieder das Gefühl, dass es jeden Moment klingeln kann. Das ist das Allerwichtigste für einen Stürmer», sagte Gomez. Schon in der Vorwoche in Leipzig hatte er den Sieg herausgeschossen. «Manchmal kommt so ein Fußballmärchen vorbei. Lasst es noch ein bisschen laufen», sagte Jonker.

Zwar liegen zwischen Gomez‘ ersten fünf Partien unter der alleinigen Verantwortung Jonkers und den nächsten drei nun in Wolfsburg inzwischen knapp sechs Jahre. Doch bemerkenswert ist die Serie dennoch. 2011 hatte Jonker nach der Beurlaubung von Louis van Gaal den FC Bayern als Interimscoach übernommen. In fünf Spielen holten die Bayern vier Siege, Jonkers Mission, den Rekordmeister noch in die Champions League zu führen, gelang. Gomez traf damals neun Mal.

Kaum ist Jonker nun Coach in Wolfsburg, läuft es auf Anhieb auch wieder beim besten Torschützen der Niedersachsen: Drei Spiele unter Jonker, drei Tore für Gomez. Eine Niederlage gab es für das Duo in allen gemeinsamen Spielen auch noch nie. «Ich will gar nicht verraten, was unser Rezept ist. Die Spieler haben einfach wieder mehr Selbstvertrauen», sagte der 31-Jährige lapidar. «Es gibt viele Spieler, zu denen ich eine besondere Beziehung habe. Auch zu Mario», meinte Jonker.

Tatsächlich ist das Geheimrezept des Niederländers wohl nicht die veränderte Ansprache, sondern die umgestellte Taktik. Jonker will Gomez fast ausschließlich nur im Strafraum sehen, frei von anderen Verpflichtungen. «Er muss nicht die Flanken schlagen, er muss nicht ins Mittelfeld zurück, er muss da sein, wo er der Beste ist», sagte Jonker. «Es geht nur darum, dass er das macht, worin er wirklich gut ist. Und das ist, im Strafraum die Chancen zu verwerten.»

Natürlich profitiert Gomez auch von wieder selbstbewussteren Mitspielern, seitdem Jonker das Traineramt vom glücklosen Valérien Ismaël übernahm. «Alle Spieler, die auf dem Platz stehen, haben eine breitere Brust und wissen einfach wieder, was sie tun müssen. Das ist ganz klar die Handschrift des Trainers», sagte Gomez, der darüber einfach nur «megahappy» war.

Ein Problem begleitet den VfL und seinen Torjäger dennoch in die Länderspielpause. Trotz des Aufwinds unter Jonker ist Wolfsburg noch lange nicht in Sicherheit. Zehn Punkte Vorsprung hat der VW-Club zwar inzwischen auf einen direkten Abstiegsplatz. Die Relegation droht aber nach wie vor, nur zwei Zähler Vorsprung hat der Tabellen-15. auf den Hamburger SV. «Sieben Punkte in drei Spielen und immer noch 15. – das fühlt sich komisch an. Verrückt, dass alle plötzlich gewinnen», sagte Gomez.