Geldstrafe für Bayern wegen Fan-Vergehen

Nyon (dpa) – Der FC Bayern und mehrere weitere Top-Clubs sind wegen Vergehen ihrer Fans bei Champions-League-Partien von der Europäischen Fußball-Union UEFA bestraft worden.

Geldstrafe für Bayern wegen Fan-Vergehen
Aktion auf dem Spielfeld – und auch auf den Rängen: Weil Münchener Anhänger beim Achtelfinal-Rückspiel beim FC Arsenal mit Gegenständen warfen, muss der FC Bayern eine Geldstrafe bezahlen. Foto: Frank Augstein

Nyon (dpa) – Der FC Bayern und mehrere weitere Top-Clubs sind wegen Vergehen ihrer Fans bei Champions-League-Partien von der Europäischen Fußball-Union UEFA bestraft worden.

Die Münchner müssen 3000 Euro zahlen, weil Anhänger beim Achtelfinal-Rückspiel beim FC Arsenal mit Gegenständen geworfen hatten. Die Londoner bekamen eine Geldbuße von 5000 Euro wegen eines Platzsturms auferlegt.

Für das gleiche Vergehen muss der FC Barcelona nach dem sensationellen Rückspielerfolg gegen Paris Saint-Germain 19 000 Euro zahlen. Nach dem 6:1 vor rund zwei Wochen waren Fans zum Feiern auf den Rasen im Stadion Camp Nou gerannt. Paris hatte im Hinspiel 4:0 gewonnen. Die Summe enthalte zudem eine Pflichtstrafe, die ausgesprochen wird, wenn mindestens fünf Spieler einer Mannschaft in einer Partie eine Gelbe oder Rote Karte gezeigt bekommen, hieß es.

Manchester City muss wegen eines Platzsturms seiner Fans beim Aus gegen den AS Monaco 18 000 Euro zahlen. Gegen den SSC Neapel wurde eine Strafe von 38 000 Euro ausgesprochen. Während des Heimspiels der Italiener gegen Real Madrid Anfang März hatten Anhänger mit Gegenständen geworfen und Laserpointer eingesetzt.

Bayern-Frauen erfreuen Hoeneß und Ancelotti

Die Männer des FC Bayern fiebern ihrem Champions-League-Knaller gegen Real Madrid entgegen, die Frauen sind im Viertelfinale einen Schritt weiter. Nach dem 1:0 im Hinspiel gegen Paris dürfen sie vom Halbfinale träumen. Präsident Hoeneß will den Terminkalender checken.

Bayern-Frauen erfreuen Hoeneß und Ancelotti
Schoss das Tor des Tages: Vivianne Miedema. Foto: Andreas Gebert

München (dpa) – Uli Hoeneß war mächtig stolz auf seine Fußball-Frauen. Nach dem 1:0 im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League darf der FC Bayern mehr denn je vom Halbfinale träumen.

«Die französischen Mannschaften sind Topfavoriten, aber wenn wir das schaffen sollten, wäre das eine wunderbare Sache», sagte der Präsident des deutschen Fußball-Meisters nach dem Erfolg über Paris Saint-Germain. Vivianne Miedema trumpfte mit ihrem achten Treffer im laufenden Wettbewerb beim 1:0 (0:0) einmal mehr als Torgarantin auf.

Gegen eine «fantastische Mannschaft», so lobte Hoeneß den Gegner aus Frankreichs Hauptstadt, hätte die Münchnerinnen vor 7300 Zuschauern «wunderbar» dagegengehalten. «Im Fußball kann man mit viel Einsatz und Engagement gewisse Defizite ausgleichen», analysierte der Präsident. In der Hochstimmung dachte er auch über einen Trip nach Paris nach. «Eigentlich hatte ich es nicht vor. Aber ich muss mal meinen Terminkalender checken, ob da nicht doch was möglich ist.»

Sollte der 65-Jährige zum Rückspiel am kommenden Mittwoch reisen, könnte das die Meister-Frauen noch mehr antreiben. «Das wäre eine unglaubliche Wertschätzung und würde nochmal ein paar Prozentpunkte freischaufeln, denke ich», sagte Trainer Thomas Wörle nach dem auch glücklichen Erfolg. «Wir haben das Maximale rausgeholt.» Mit einer «großen Aktion» habe Miedema das Spiel entschieden.

«Wir haben das gut verteidigt. Nächste Woche muss da nochmal etwas drauf», sagte die 20-jährige Niederländerin. Miedema war eiskalt, hinten blieb Torhüterin Tinja-Riikka Korpela bei zahlreichen Paris-Chancen cool. «Wir hatten eine sehr starke Torhüterin auf Platz, die uns im Spiel gehalten hat», dankte Wörle. Im Gegensatz zum Wörle-Team stehen die Bundesliga-Kolleginnen des VfL Wolfsburg nach dem 0:2 zu Hause gegen Titelverteidiger Olympique Lyon vor dem Aus.

Die Bayern siegten, aber ein Gewinner war auch der Frauenfußball in München: Viele der 7300 Zuschauer – so viele wie noch nie – waren von der Partie begeistert. «Die Kulisse war fantastisch. Die Zuschauer haben einen großen Anteil am Sieg», sagte der Präsident. «Ich hoffe, dass viele gesehen haben, dass hier sehr ansehnlicher Fußball gespielt wird», sagte Hoeneß, der die Partie an der Seite von Männer-Chefcoach Carlo Ancelotti verfolgt hatte, «das ist gute Unterhaltung. Das hat auch Carlo so gesehen.»

UEFA nimmt Schiedsrichter Aytekin in Schutz

Madrid (dpa) – Der wegen seiner Entscheidungen in der Champions-League-Partie FC Barcelona gegen Paris Saint-Germain heftig in die Kritik geratene deutsche Schiedsrichter Deniz Aytekin hat Rückendeckung von der UEFA bekommen. 

UEFA nimmt Schiedsrichter Aytekin in Schutz
Deniz Aytekin hatte die Partie FC Barcelona gegen Paris Saint-Germain geleitet. Foto: Daniel Reinhardt

Madrid (dpa) – Der wegen seiner Entscheidungen in der Champions-League-Partie FC Barcelona gegen Paris Saint-Germain heftig in die Kritik geratene deutsche Schiedsrichter Deniz Aytekin hat Rückendeckung von der UEFA bekommen. 

«Wir werden den Schiedsrichter dieses Spiels nicht sperren», zitierte die spanische Zeitung «ABC» UEFA-Präsident Aleksander Ceferin. «Das wäre ja, als würde man einen Fußballspieler sperren, der einen Elfmeter vergibt. Der muss auch erst auf die Bank, wenn er mehrmals verfehlt», sagte Ceferin im portugiesischen Estoril.

Aytekin war nach dem Achtelfinal-Rückspiel in der Königsklasse zwischen Barça und PSG scharf kritisiert worden. Die Katalanen hatten nach der 0:4-Niederlage aus dem Hinspiel eine sensationelle Aufholjagd hingelegt und im heimischen Camp Nou in letzter Minute mit 6:1 gewonnen. PSG betonte anschließend, der Unparteiische habe zahlreiche Fehlentscheidungen getroffen und offiziell Beschwerde bei der UEFA eingelegt.  

Poker um die Champions League

Bayern- und BVB-Spiele nur noch im Pay-TV: Dieses Szenario droht demnächst in der Champions League. Die UEFA will immer mehr Geld und hat in Großbritannien bereits einen Milliarden-Deal ohne Free-TV abgeschlossen.

Poker um die Champions League
Das ZDF will auch weiter Spiele der Champions League zeigen. Foto: Tobias Hase

Hannover (dpa) – Der Alptraum vieler Fußballfans ist in Großbritannien bereits Realität. Kein Spiel der Champions League läuft im frei empfangbaren Fernsehen. Und vom nächsten Jahr an gibt es nicht einmal eine Zusammenfassung im Free-TV. Dieses Szenario droht nun auch in Deutschland.

Die Ausschreibung für die deutschen Medienrechte der Königsklasse von 2018 bis 2021 läuft seit ein paar Wochen. Ob das ZDF oder ein anderer Free-TV-Sender wie RTL im Wettbieten der Pay-Plattformen eine Chance hat, ist angesichts des veränderten Marktes und der UEFA-Erwartungen fraglich.

Das ZDF würde den wichtigsten europäischen Clubwettbewerb gerne auch zukünftig zeigen. «Die UEFA weiß, was sie an uns hat, und wir wissen, was wir an der Champions League haben», sagte ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann der Deutschen Presse-Agentur. Er warb für seinen Sender: «Wir haben die Champions League redaktionell auf ein neues Niveau gehoben. Durch die Übertragung des ZDF ist die Wahrnehmung der Champions League globaler geworden.»

Als möglicher weiterer Interessent im Free-TV-Bereich gilt in Fachkreisen nur noch RTL. «Wir schauen uns das an», sagte RTL-Sprecher Matthias Bolhöfer. Zuletzt hatte der Privatsender mit dem Kauf von Länderspiel-Rechten für Aufsehen gesorgt.

Internationaler Fußball bringt Top-Quoten. Und die Champions League habe zudem «eine Strahlkraft für das gesamte Programm», erklärte ZDF-Sportchef Fuhrmann. Es ist indes zu vermuten, dass der UEFA und ihrem Vermarkter TEAM steigende Einnahmen wichtiger sind. Darauf lässt zumindest der neue Vertrag für den britischen Markt schließen.

«All pay» nennen Fachleute die Variante, mit der die UEFA in Großbritannien einen Rekord-Vertrag abgeschlossen hat. 1,2 Milliarden Pfund (1,38 Milliarden Euro) zahlt BT Sports nach übereinstimmenden Medienberichten für die drei Spielzeiten von 2018 bis 2021. Das sind rund 30 Prozent mehr als für den noch bis Sommer 2018 laufenden Vertrag. Dieser Kontrakt erlaubte zumindest Zusammenfassungen im Free-TV.

«Wir sind jetzt wirklich exklusiv», frohlockte BT-Manager John Petter im «Guardian». Zum zweiten Mal setzte sich das britische Telekommunikations-Unternehmen gegen Sky durch und verdrängte nun auch den frei empfangbaren Sender ITV.

In Deutschland ist Sky beim Wettbieten um die Pay-Rechte der Champions League jahrelang als Sieger hervorgegangen. Doch das könnte sich ändern. Andere Bezahl-Plattformen wie Eurosport und DAZN haben Sky zuletzt attackiert. Eurosport erwarb bei der letzten Auktion der Deutschen Fußball Liga (DFL) Bundesliga-Rechte, und der Streamingdienst DAZN schnappte Sky die Premier League weg.

Während Sky zur Champions-League-Ausschreibung schweigt, hatte der DAZN-Vorstandsvorsitzende James Rushton im dpa-Interview angekündigt: «Wir werden sehr aggressiv vorgehen, sehr proaktiv.» Das seit Mitte des vergangenen Jahres in Deutschland aktive Unternehmen hat nach seinen Angaben genug Geld in der Kasse für teure Rechte: «Absolut. Keine Sorge. Wir sind sehr gut finanziert.»

Rushton kündigte an: «Wir werden zweifelsfrei Teil des Prozesses sein, klar.» Aber es gehe «nicht nur um DAZN und Sky», sagte der Chef des neuen Herausforderers. Rushton sieht auch die Deutsche Telekom und Amazon als Wettbewerber. Und auch die arbeiten im Pay-Bereich.

Bayern-Frauen angespannt vor Paris-Kracher

München (dpa) – Die Fußballerinnen des FC Bayern gehen mit einer Mischung aus Anspannung und Vorfreude in die bislang wichtigste internationale Partie der Vereinshistorie.

Bayern-Frauen angespannt vor Paris-Kracher
Trainer Thomas Wörle ahnt, dass das Spiel ger Bayern-Frauen gegen Paris Saint-Germain nicht leicht werden wird. Foto: Andreas Gebert

München (dpa) – Die Fußballerinnen des FC Bayern gehen mit einer Mischung aus Anspannung und Vorfreude in die bislang wichtigste internationale Partie der Vereinshistorie.

Vor dem Hinspiel des Champions-League-Viertelfinales gegen Paris Saint-Germain hofft der deutsche Meister vor allem auf den Heimvorteil. «Es wird nicht leicht für uns werden», sagte Trainer Thomas Wörle. Für die Begegnung wird seit langem in München geworben, Vereinspräsident Uli Hoeneß will auch Spieler der Männer-Mannschaft im Grünwalder Stadion sehen. «Wir wissen, was der Verein an Aufwand betrieben hat, um das Stadion voll zu bekommen», sagte Wörle.

Daher lasse sich «eine gewisse Anspannung» nicht vermeiden, wie die routinierte Melanie Behringer einräumte. «Wann spielen wir schonmal vor so einer Kulisse», ergänzte Wörle und hofft auf mehr als 5000 Fans. So viele Zuschauer hatte das Frauen-Team des FCB noch nie.

Gegen die französische Spitzenmannschaft sind die Bayern Außenseiter. «Paris ist sicherlich momentan eines der drei besten Teams in Europa und international erfahrener als wir», erklärte Wörle. Zudem fehlen den Münchnern gleich mehrere verletzte Spielerinnen.

Die jüngsten zwei Niederlagen in DFB-Pokal und Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg hätten keine negativen Auswirkungen auf die Champions League, sagte Wörle. Er meinte sogar, eine gute zweite Halbzeit gegen den VfL zuletzt sei das, «was dir das Gefühl gibt, dass du auch im Spiel gegen Paris dabei sein kannst». Das entscheidende Rückspiel im Kampf um das Halbfinale steigt in der kommenden Woche in Paris.

Auch die Wolfsburgerinnen messen sich mit einem starken französischen Team, nämlich Olympique Lyon, dem Titelverteidiger und insgesamt dreimaligen Champion der Königsklasse. Das Aufeinandertreffen der beiden Spitzenteams ist zugleich die Revanche für das Finale 2016.

Bayerns Lewandowski würde gern Weltfußballer werden

München (dpa) – Bayern Münchens Stürmer Robert Lewandowski will sich bei der Titeljagd in der Champions League auch für die individuell höchste Auszeichnung empfehlen.

Bayerns Lewandowski würde gern Weltfußballer werden
Ein Sieg im Finale der Champions League würde die Chance von Robert Lewandowski Weltfußballer zu werden steigern. Foto: Andreas Gebert

München (dpa) – Bayern Münchens Stürmer Robert Lewandowski will sich bei der Titeljagd in der Champions League auch für die individuell höchste Auszeichnung empfehlen.

«Wenn Sie mich fragen, ob ich irgendwann gerne Weltfußballer wäre? Selbstverständlich!», sagte der Torjäger in einem Interview der «Sport Bild». Zugleich unterstrich er, dass er bei einer Wahl gegen Stars wie Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo nur bestehen könne, wenn Bayern auch in der Königsklasse erfolgreich ist. «Wenn wir die Champions League gewinnen sollten, würden meine Chancen hierfür sicher steigen», meinte er.

Auf dem Weg zum wichtigsten Pokal im europäischen Vereinsfußball muss der deutsche Rekordmeister zunächst im Viertelfinale gegen Vorjahreschampion Real Madrid ran. Mit den Spaniern habe der FC Bayern noch eine Rechnung offen, erinnerte Lewandowski mit Verweis auf das Halbfinale vor drei Jahren. «Die beiden Niederlagen 2014 mit 0:1 und vor allem das 0:4 zu Hause sind im Klub nicht vergessen», sagte er.

Hoeneß hofft auf Männer-Profis als Fans beim Frauen-Spiel

München (dpa) – Präsident Uli Hoeneß hofft beim Viertelfinal-Hinspiel der Bayern-Frauen in der Champions League auch auf Unterstützung aus dem Männer-Team.

Hoeneß hofft auf Männer-Profis als Fans beim Frauen-Spiel
Uli Hoeneß ist der Präsident des FC Bayern München. Foto: Tobias Hase

München (dpa) – Präsident Uli Hoeneß hofft beim Viertelfinal-Hinspiel der Bayern-Frauen in der Champions League auch auf Unterstützung aus dem Männer-Team.

«Eigentlich hätten die Frauen in jedem Spiel drei-, vier-, fünftausend Zuschauer verdient. Leider spielen sie aber meist nur vor einigen hundert. Deswegen haben wir uns zusammengesetzt, um zu prüfen, was wir tun können, damit mehr Fans ins Stadion kommen. Ich werde auch versuchen, den einen oder anderen unserer Männer-Profis mit zum Spiel zu nehmen», erklärte Hoeneß auf der Internetseite des Vereins.

«Man kann nicht immer nur miteinander auf dem Rathausbalkon feiern, sondern muss auch mal da sein, wenn es schwierig ist. Und dieses Spiel wird extrem schwierig», sagte Hoeneß. Am Donnerstag empfangen die Bayern im Grünwalder Stadion den französischen Topclub Paris Saint-Germain. Das Rückspiel findet eine Woche später in Frankreich statt.

«Ich war ja nicht immer ein Freund des Frauenfußballs. Aber als ich mich mit unserem Frauen-Team näher beschäftigt habe, habe ich meine Meinung geändert», sagte Hoeneß. «Ich finde auch, dass die Entwicklung des Frauenfußballs unglaublich positiv ist. Früher war das technisch nicht so fein, heute spielen sie auf einem sehr, sehr guten Niveau. Mein Respekt vor der Leistung unserer Mannschaft ist groß. Ich bin der Meinung, dass der Frauenfußball heute ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft ist.»

Die Reaktionen zur Champions-League-Auslosung

München (dpa) – Die Reaktionen zur Auslosung des Champions-League-Viertelfinales.

Die Reaktionen zur Champions-League-Auslosung
Bayern-Trainer Carlo Ancelotti trifft auf seinen ehemaligen Club Real. Foto: Nick Potts

München (dpa) – Die Reaktionen zur Auslosung des Champions-League-Viertelfinales.

Bayern-Trainer Carlo Ancelotti: «Die Spiele gegen Real sind speziell für mich. Es wird aufregend für mich sein, nach Madrid zurückzukommen. Alle Mannschaften im Viertelfinale sind bekannt, da gibt es keine Geheimnisse. Real hat ein fantastisches Team, fantastische Spieler und einen fantastischen Trainer. Wir haben viel Selbstvertrauen, wir wollen die Champions League gewinnen.»

Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge: «Das ist ein Klassiker. Das ist das absolute Toplos, das im Topf lag. Man muss großen Respekt haben vor diesem Gegner. Das ist eine Mannschaft, die in den letzten drei Jahren zweimal die Champions League gewonnen hat. Die sind All-Time-High-Sieger, das ist eine Topmannschaft, aber auf der anderen Seite auch eine hohe Motivation für unsere Mannschaft. Die Aussichten stehen 50:50. Ein 1:0, 2:0 im Hinspiel in München wäre ein Topergebnis für uns. Unser Trainer kennt den Gegner aus dem Effeff. Carlo (Ancelotti) wird sicherlich hochmotiviert sein. Es gilt die alte Regel, dass der Champions-League-Sieger seinen Titel nicht verteidigt. Das spricht nicht gerade gegen Bayern München.»

Bayern-Torwart Manuel Neuer: «Jeder Spieler von uns freut sich und ist hochkonzentriert. Es werden zwei enge Spiele. Wir haben einen Trainer, der die Mannschaft von Real bestens kennt. Es ist ein schwerer und interessanter Gegner. Ich glaube nicht, dass sich Real über Bayern als Gegner freut.»

Bayern-Profi Xabi Alonso (ehemaliger Real-Spieler): «Für mich ist das speziell. Aber wir sind bereit. Das sind historische Vereine in Europa. Wir wollen ein gutes Ergebnis in München erzielen, denn im Bernabeu ist es immer schwer.»

Emilio Butragueño (früherer Real-Profi): «Einmal mehr Bayern München. Es ist einer der schwersten Gegner, den wir bekommen konnten. Sie haben eine herausragende Mannschaft. Wir kennen uns und Carlo (Ancelotti) sehr gut, es wird richtig schwer.»

Hans-Joachim Watzke (Vorsitzender der BVB-Geschäftsführung): «Wir wollten genauso wie die Bayern einem deutsch-deutschen Duell aus dem Weg gehen. Das hat funktioniert. Nichtsdestotrotz bekommen wir es in Monaco mit einem sehr starken Gegner zu tun. Ich habe ihr Rückspiel gegen ManCity gesehen – das war überzeugend. Und Monacos Tordifferenz in der französischen Liga, plus 58, sagt ebenfalls eine Menge aus. Wir freuen uns über das attraktive Los und auf die Viertelfinals in der UEFA Champions League!»

Michael Zorc (BVB-Sportdirektor): «Endlich mal eine Paarung, die wir in unserer Europapokalhistorie noch nicht hatten und aus meiner Sicht obendrein eine auf Augenhöhe. Wir müssen sehr wachsam sein, denn Monaco führt die französische Liga nicht von ungefähr vor Paris St. Germain an und hat in Manchester City einen starken Kontrahenten aus dem internationalen Wettbewerb geworfen.»

Thomas Tuchel (BVB-Trainer): «Ein sehr spannendes, sehr schwieriges Los. Monaco hat in zwei spektakulären Spielen den Mitfavoriten ManCity bezwungen. Es ist eine sehr homogene Mannschaft mit großer individueller Klasse und einem herausragenden Trainer. Wir benötigen zwei Mal unsere absolut beste Leistung, um diesen Gegner auszuschalten.»

Marcel Schmelzer (BVB-Kapitän): «Eine sehr interessante Aufgabe, weil sie uns alles abverlangen wird. Monaco stellt nicht nur individuell starke Spieler, sondern tritt auch als geschlossenes und willensstarkes Team auf. Wir müssen genau diese Tugenden in beiden Partien abrufen, um eine Chance zu haben. Dass wir das können, haben wir in den letzten Jahren in der Champions League bewiesen.»

Champions League: Bayern trifft auf Real, BVB gegen Monaco

Auf den FC Bayern wartet im Champions-League-Viertelfinale ein Kracher. Die Münchner bekommen es mit Titelverteidiger Real Madrid zu tun. Der BVB hat die vermeintlich leichtere Aufgabe gezogen. Die Schwarz-Gelben spielen gegen AS Monaco.

Champions League: Bayern trifft auf Real, BVB gegen Monaco
Das Viertelfinale der Champions League hält interessante Begegnungen bereit. Foto: Jean-Christophe Bott

Nyon (dpa) – Der FC Bayern München trifft im Champions-League-Viertelfinale auf Titelverteidiger Real Madrid, Borussia Dortmund muss sich mit dem französischen Liga-Spitzenreiter AS Monaco auseinandersetzen. Das ergab die Auslosung am Sitz der Europäischen Fußball-Union in Nyon.

Die Bayern, die im Achtelfinale den FC Arsenal ausgeschaltet hatten, besitzen am 12. April zunächst Heimrecht. Das Rückspiel findet am 18. April in Madrid statt. Auch der BVB, der über Benfica Lissabon weitergekommen war, spielt das erste Spiel am 11. April vor heimischem Publikum, das Rückspiel folgt am 19. April. In den weiteren Viertelfinal-Spielen trifft Atlético Madrid auf den englischen Meister Leicester City, Juventus Turin bekommt es in der Neuauflage des Endspiels von 2015 mit dem FC Barcelona zu tun.

Die Münchner haben an das letzte Aufeinandertreffen mit Real in der Saison 2013/14 keine guten Erinnerungen, als sich die Madrilenen mit 1:0 und 4:0 durchsetzten. Auf der Trainerbank der Königlichen saß damals der heutige Bayern-Coach Carlo Ancelotti. «Das Spiel gegen Real ist speziell. Für mich ist es aufregend, nach Madrid zurückzukehren», sagte Ancelotti und sprach von einem «schwierigen Spiel». Aber er habe Vertrauen in seine Mannschaft. «Wir wollen die Champions League gewinnen», betonte Ancelotti.

Insgesamt ist die Bilanz für die Münchner positiv. In 22 Duellen siegte der deutsche Rekordmeister zwölfmal. Achtmal gewann Real, zwei Spiele endeten unentschieden. Trotzdem hat kein Team öfter die europäische Königsklasse gewonnen als Madrid. Im vergangenen Jahr triumphierte das Team um Weltfußballer Cristiano Ronaldo gegen Stadtrivale Atletico und holte damit zum elften Mal den Henkelpokal. «Das ist ein Klassiker. Das ist das absolute Toplos, das im Topf lag. Man muss großen Respekt haben vor diesem Gegner. Das ist eine Mannschaft, die in den letzten drei Jahren zweimal die Champions League gewonnen hat. Die sind All-Time-High-Sieger», meinte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Der BVB betritt dagegen Neuland, gegen Monaco haben die Schwarz-Gelben im Europacup noch nicht gespielt. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke konnte mit dem Los aber gut leben. «Wir wollten dem FC Bayern aus dem Weg gehen, insofern ist es gut», sagte Watzke und wollte nicht von einer leichten Aufgabe sprechen: «Wer Manchester City ausschaltet, das ist schon sehr schwer. Aber wir können nicht klagen. Insgesamt ist es ein schönes Los.»

Das Halbfinale ist für den 2./3. und 9./10. Mai terminiert, das Endspiel findet am 3. Juni im Millennium Stadium in Cardiff statt.

Deutscher Viererpack oder Kracher gegen Star-Elf?

In Nyon wird es ernst. Die Viertelfinale der Champions League werden ausgelost. Der FC Bayern München und Borussia Dortmund sind gespannt. Es kann ein Wiedersehen mit alten Bekannten geben.

Deutscher Viererpack oder Kracher gegen Star-Elf?
Am Freitag wird das Viertelfinale der Champions League ausgelost. Foto: Martial Trezzini

München (dpa) – Das unerwünschte deutsche Duell, ein Kracher gegen eines der Star-Teams aus Spanien oder doch die wohl leichtere Aufgabe gegen Leicester City? Der FC Bayern und Borussia Dortmund blicken gespannt auf die Viertelfinal-Auslosung der Fußball-Champions-League ab 12.00 Uhr.

Gesetzte Teams gibt es nicht mehr, auch Spiele von Mannschaften aus einem Land sind im Gegensatz zum Achtelfinale möglich. Die zwei Bundesligisten würden sich in diesem Fall nicht nur erstmals seit dem Finale 2013 wieder in der europäischen Königsklasse wiedersehen. Sie stünden gleich vor vier direkten Duell im Frühling.

Die möglichen Auslosungs-Szenarien für Bayern und den BVB:

BUNDESLIGA-DUELL

Das wollen weder die Münchner noch die Dortmunder. «Ich brauche das international nicht, ich finde es schöner, wenn man da gegen Gegner aus anderen Ländern spielt», sagte Bayern-Profi Mats Hummels. Weil es in der Bundesliga und im Halbfinale des DFB-Pokals schon zweimal zum Aufeinandertreffen der besten deutschen Teams kommt, würde ein Los FCB-BVB in der Champions League bedeuten, dass sich die zwei Rivalen im April innerhalb von gut zwei Wochen viermal gegenüberstehen. Schon 1998 gab es übrigens ein Viertelfinale Bayern gegen Dortmund, das die Borussen nach einem 0:0 in München daheim mit 1:0 nach Verlängerung gewannen. Im Finale von Wembley 2013 triumphierte Bayern mit 2:1.

KRACHER GEGEN MILLIONEN-ENSEMBLE

Im Lostopf sind einige Fußball-Hochkaräter, allen voran die spanischen Titel-Mitfavoriten Real Madrid, FC Barcelona und Atletico Madrid sowie Italiens Rekordmeister Juventus Turin um den deutschen Nationalspieler Sami Khedira. Gegen die Spanier haben die Bayern noch drei Rechnungen offen, schieden sie doch in den vergangenen drei Jahren jeweils gegen eines der drei Teams im Halbfinale aus. Ein Wiedersehen mit Pep Guardiola wird es nach dem Scheitern von Manchester City am AS Monaco indes nicht geben. Dortmund wiederum könnte an Juventus Revanche nehmen, nachdem für die Borussia vor zwei Jahren schon in der ersten K.o.-Runde der Champions League gegen den späteren Finalisten das Aus kam.

GLÜCKSLOS

Neben den europäischen Fußball-Schwergewichten fällt nur Leicester City etwas ab. Der letztjährige Sensationschampion der Premier League kämpft aktuell in der Liga gegen den Abstieg, Meistertrainer Claudio Ranieri wurde schon entlassen. Unter Interimscoach Craig Shakespeare gelang zuletzt eine kleine Drei-Spiele-Erfolgsserie, die im 2:0-Sieg über den FC Sevilla gipfelte. Dadurch machte der Underdog ein 1:2 aus dem Hinspiel wett, feierte den vierten Sieg im vierten Heimspiel der diesjährigen Champions-League-Saison und sicherte sich zwei weitere Fußball-Abende im europäischen Elite-Wettbewerb.