Zum Saisonstart treffen mit dem 1. FC Köln und dem VfL Wolfsburg zwei Mannschaften aufeinander, die symbolisch für die ungewöhnliche Saison 2010/2011 stehen. Während die Domstädter nach einem miserablen Start in die Spielzeit mit einem langen Kampf gegen den Abstieg rechnen mussten, konnten sie sich im Verlauf des Jahres stabilisieren und am Ende einen guten 10. Platz erreichen. Wolfsburg, mit hohen Erwartungen in die Saison gestartet, musste hingegen bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt bangen.
Der FC zog schon nach einem Drittel der Saison die Reißleine und beurlaubte den erfolglosen Zvonimir Soldo. Im Nachhinein stellte sich vor allem die Degradierung von Milivoje Novakovic als Fehler heraus. Mit 17 Saisontoren konnte er erneut seine Torgefährlichkeit unter Beweis stellen und glänzte mit seinem kongenialen Sturmpartner Lukas Podolski im Kölner Offensivspiel. Die Vertragsverlängerung Novakovic' ist ein wichtiger Stützpfeiler in der ansonsten jungen Mannschaft. Der im Winter verpflichtete Sportdirektor Volker Finke setzt wie zu seiner Freiburger Zeit auf den Aufbau junger Talente. Wie erfolgreich dieser Weg weiterhin verlaufen wird, hängt auch von der Reaktion der traditionell überhitzten Kölner Medienlandschaft ab, wenn sich erste Misserfolge einstellen.
Der Misserfolg des VfL Wolfsburg während der Ära nach dem Abgang von Felix Magath hat seinen Status im Verein nur noch weiter steigen lassen. Der Meistertrainer von 2009 kehrt als Messias nach Wolfsburg zurück. Die zahlreichen Fehlentscheidungen des überforderten Dieter Hoeneß und die gescheiterten Trainer seit Magaths Abgang, von denen weder Veh noch Günther-Köstner, McLaren oder Littbarski in der Auto-Stadt Fuß fassen konnten, spielen Magath in die Karten. Er wird mit viel Ruhe und dem nötigen Kleingeld ausreichend Zeit bekommen, eine schlagkräftige Mannschaft aufzustellen. Mit den Verpflichtungen von Srdjan Lakic (1. FC Kaiserslautern), Patrick Ochs (Eintracht Frankfurt) und Hasan Salihamidzic (vereinslos) wurden kluge Investitionen getätigt. Interessant wird sein, wie die Abgänge von Diego und Edin Dzeko dauerhaft kompensiert werden. Mit der wahrscheinlichen Verpflichtung von Christian Träsch käme spielerische Qualität aus dem defensiven Mittelfeld. Kann der taktisch gut geschulte Lakic seine offensiven Qualitäten auch in Wolfsburg abrufen, darf der Anhang sich auf eine interessante Saison freuen.
Die Kölner Fans sind verrückt nach dem runden Leder und fiebern der Saison entgegen. Die 50.000 Tickets werden restlos ausverkauft sein, wenn im ersten Saisonspiel der VfL Wolfsburg in die Rheinmetropole reist. Statistisch gesehen erwartet die Fans ein offenes Spiel im RheinEnergieStadion. Von den bisherigen 8 Heimspielen gegen die Werkself konnten die Kölner 2 gewinnen, während bei 3 Unentschieden 3 verloren gingen.