Der Ticketverkauf für die neue Saison ist eröffnet. Das Samstag-Abendspiel heißt Hertha BSC Berlin – 1. FC Nürnberg.
Das vermeintliche Topspiel des ersten Spieltages der Fußball-Bundesliga-Saison 2011/12 am Samstag, dem 6. August um 18 Uhr 30 wird seinem Namen ja eigentlich primär mal nicht gerecht:
Dortmund hat Freitag schon gespielt, die Bayern und Leverkusen eröffnen ihre Saison erst am Sonntag, Schalke und Bremen müssen jeweils nachmittags ran, und abends: Da treffen zwei vermeintliche Graue Mäuse der Liga aufeinander, Hertha BSC Berlin und der 1. FC Nürnberg geben sich die Ehre.
Nun denn, was wird das für ein Spiel? Die Herthaner aus der Bundeshauptstadt haben sich in ihrer einjährigen Abwesenheit zu einem echten fußballerischen Leckerbissen verwandelt. Vorbei die Zeit der 1-Mann-Show-Marcelinhos, vorbei auch die Zeit, in der "die Stadt" Berlin mehrheitlich Union nach oben und die Hertha dorthin wünschte, wo der Pfeffer wächst. So etwas wie "echte Begeisterung" ist aufgekommen in der Spree-Metropole, die Hertha hat sich zum echten Hauptstadtklub entwickelt. Gut also, dass der Aufstieg mehr oder weniger makellos geglückt ist und die Hauptstädter sich nun auch fußballmäßig wieder ernstgenommen fühlen können.
Und die Clubberer? Beinahe ausgelatscht erscheint der Kosename für den fränkischen Traditionsverein angesichts soviel Spielfreude und Engagement, wie es die Jungs von Trainer Dieter Hecking in der vergangenen Spielzeit zeigten. Das gab es lange nicht mehr, das der 1. FC Nürnberg die Liga derart aufmischte und bis zum Ende oben stehen konnte. Am Schluss hätte es dann fast auch noch für die Europa League gereicht - naja, eben nur fast. Dennoch hat sich der Club in der Ersten Liga derzeit ganz gut etabliert, von Abstiegskampf ist eigentlich lange keine Rede mehr gewesen. Neuzugänge für die kommende Saison sind Torjäger und Jungstar Alexander Esswein vom Zweitligaaufsteiger Dynamo Dresden sowie Markus Feulner von Borussia Dortmund. Dem stehen allerdings auch schmerzhafte Abgänge wie Mehmet Ekici (Werder Bremen), Ilkay Gündogan (Borussia Dortmund) und Julian Schieber (VfB Stuttgart) entgegen.
Somit wird dieses Duell am ersten Spieltag der neuen Saison schon gleich zur Bewährungsprobe für beide Teams: Kann der Club halten, was er zuletzt versprochen hat? Werden die Abgänge gut verkraftet? Macht Hertha BSC Berlin weiterhin so ernst, wie sie es zuletzt taten, und werden sie von nun an auch in der Ersten Liga ernstgenommen werden?
Das Olympiastadion, soviel steht mal fest, freut sich in jedem Fall auf den Saisonauftakt. 74244 freie Plätze warten auf reichlich Publikum, die Tickets gibts bereits ab 10 Euro. Dem Fußballfest steht also nichts mehr im Wege, die Eintrittskarten sind im Verkauf.