Sie sind hier: Startseite > International > News > Artikel

Jetzt  Neu! Der Fussball24-Newsreader

News-Feed
Was ist das?
 

 Impressum
 Datenschutzerklärung
 Sitemap
 
Forexhandel
Euroweb Sportförderung
 

Pelé wird 70: «Keine Angst vor dem Sterben»

São Paulo (dpa) - 23.10.2010, 07:56 Uhr

Die brasilianische Fußball-Legende Pelé hält den WM-Pokal in der Hand.
Die brasilianische Fußball-Legende Pelé hält den WM-Pokal in der Hand.

Er ist immer noch «O Rei», der König aller Fußball-Könige: Der sagenhafte Pelé feiert am 23. Oktober seinen 70. Geburtstag. Der dreifache Weltmeister aus Brasilien, der eigentlich Edson Arantes do Nascimento heißt, scheint jedoch kaum älter zu werden.

Er hält sein Gewicht (78 Kilogramm), hat nur wenige graue Haare, und sein strahlendes Lächeln mit blitzweißen Zähnen ist seit Jahrzehnten eines seiner Markenzeichen. Der Katholik weiß um seinen Weltruf, aber auch um seine Vergänglichkeit. «Pelé ist unsterblich und Edson hat keine Angst vor dem Älterwerden und auch nicht vor dem Sterben», sagte er einmal in einem Interview.

Der FC Santos zählt die Tage bis zum runden Geburtstag und hat auf seiner Internetseite ein Schwarz-Weiß-Bild von Pelé stehen, das ihn als 15-Jährigen zeigt. Einen Tag nach seinem 70. trifft Santos am Sonntag im Heimstadion Vila Belmiro auf den Club Grêmio Prudente und aus Anlass des Jubiläums wird einer der Santos-Spieler mit der Rückennummer 70 auflaufen. Pelé trug einst die legendäre 10.

Für Brasiliens Nationalspieler war der einst so begnadete Fußballer in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur Idol, sondern oft auch Schreckgespenst. Immer wieder überzog er seine Nachfolger im kanariengelben Trikot und vor allem die Trainer mit Kritik. Zumal die «Seleção» nach den Triumphen 1958, 1962 und 1970 mit Pelé nur 1994 und 2002 Weltmeister war und zuletzt 2006 in Deutschland und 2010 in Südafrika mehr oder wenig kläglich scheiterte. «Wenn er schweigt, ist er ein Poet», sagte Ex-Stürmerstar Romario einmal über Pelé.

Verbale Scharmützel liefert sich Brasiliens Idol immer wieder mit seinem Erzfeind Maradona. Der Weltverband FIFA hatte die beiden 2000 zum «Fußballer des Jahrhunderts» gekürt, im Grunde beansprucht jeder die Alleinherrschaft. «Er war ein großer Spieler, aber ein negatives Beispiel», sagte Pelé erst vergangene Woche über Maradona und prophezeite dem Ex-Nationaltrainer Argentiniens: «Wenn er sich nicht ändert, wird er keine Arbeit mehr haben.» Schon im Sommer hatte er über den 20 Jahre jüngeren Maradona gelästert, er habe das Amt des Auswahltrainers nur übernommen, «weil er einen Job und Geld braucht».


«Wen interessiert, was Pelé sagt? Der gehört doch ins Museum», konterte wiederum der Argentinier. Ein «eigenes» Museum - das kann Pelé bald für sich beanspruchen: Im Juli begannen in Santos die Bauarbeiten zum «Museu Pelé». Der neun Millionen Euro teure und 3000 Quadratmeter große Bau soll 2012 fertig sein.

Beim FC Santos erhielt der Schuhmacherlehrling 1956 einen Vertrag und debütierte mit 15 in der ersten Mannschaft. Mit 16 Jahren und 257 Tagen spielte der Ballzauberer erstmals in der Nationalelf und erzielte beim 1:2 gegen Argentinien gleich einen Treffer. 1958 nahm Nationaltrainer Vicente Feola den 17-Jährigen mit zur WM nach Schweden. Dort ging der Stern von Pelé auf und er ist bis heute der jüngste Weltmeister der Fußball-Geschichte. 1962 in Chile, als Brasilien seinen Titel verteidigte, verletzte sich der brasilianische Stürmer bereits im zweiten Vorrundenspiel und kam nicht mehr zum Einsatz.

1970 führte Pelé Brasilien wieder auf den Weltmeisterthron. Ein Jahr zuvor hatte er mit einem verwandelten Elfmeter für den FC Santos gegen Vasco da Gama im Maracanã-Stadion sein 1000. Tor erzielt - ein Fest im ganzen Land, sogar die Kirchenglocken läuteten. Der 92-malige Nationalspieler ließ seine Karriere dann bei Cosmos New York ausklingen und verhalf zusammen mit Franz Beckenbauer dem amerikanischen Fußball zu kurzer Aufmerksamkeit.

Seine Verbindung zum Warner-Konzern war auch sein Sprungbrett in die Geschäftswelt. Pelé nutzte in den kommenden Jahrzehnten seinen Namen auf gewinnbringende Weise. Im WM-Jahr 2006 wurden seine Werbeeinnahmen auf drei Millionen Euro jährlich geschätzt. Anders als viele seine Kollegen achtete er stets sorgsam auf sein Image. «Ich habe viel Werbung gemacht, aber nie für alkoholische Getränke, Politik, Religion oder Tabak», erklärte Pelé, der aber auch schon für Potenzmittel warb, und dafür in seiner Heimat belächelt wurde.

Pelé machte Ausflüge ins Filmgeschäft und in die Politik (1994 wurde er Sportminister). Auf der Bühne der Fußballpolitik konnte und wollte er sich nie profilieren. Für seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft im Alter von nur 30 machte er den damaligen Verbandspräsidenten João Havelange verantwortlich, den heutigen Spitzenfunktionär Ricardo Teixeira bezichtigte er mal der Korruption.

Auch privat hat Pelé viele Steilpässe angenommen. «Affären pflastern seinen Weg», schrieb mal die «Neue Zürcher Zeitung». Sieben Kinder hat er - darunter zwei Uneheliche -, zweimal ging eine Ehe in die Brüche. 1995 wurde die inzwischen verstorbene Verkäuferin Sandra Machado nach einem vierjährigen Rechtsstreit zu seiner Tochter erklärt. «Der Bürger Edson Arantes do Nascimento hat alle Höhen und Tiefen des Lebens gemeistert, gelacht, geweint, viele Schmerzen erleiden müssen, viele Triumphe ausgekostet. Er ist sterblich», sagte Pelé einmal in einer Zwischenbilanz.

Pelés Tore und Titel seiner Traumkarriere:

- Weltmeister 1958, 1962, 1970

- 77 Tore in 92 Länderspielen

- 12 Tore bei WM-Turnieren

- Weltcup-Sieger 1962 und 1963 mit dem FC Santos

- 1962 und 1963 Gewinner der Copa Libertadores mit dem FC Santos

- Zehnmal Titelgewinner und elfmal Torschützenkönig mit dem FC Santos in der Meisterschaft des Bundesstaates São Paulo

- US-Meister mit Cosmos New York 1977

- 1284 Tore in 1375 offiziellen Spielen (laut Buch «Pelé - mein Leben»)

- Allein 127 Tore in der Saison 1959 - 1087 Tore in 1120 Spielen für den FC Santos - Vereine: AC Bauru (1954 - 1956), FC Santos (1956 - 1974), Cosmos New York (1975 - 1977)

- «Sportler des Jahrhunderts» (IOC, 1999)

- «Fußballer des Jahrhunderts» gemeinsam mit Maradona (FIFA, 2000)

Weitere Fussball-Nachrichten aus dem Archiv
22.10. 20:13 - Schärferes Strafrecht gegen serbische Hooligans
22.10. 17:50 - Russland zieht Bewerbung für WM 2022 zurück
22.10. 16:23 - DFB-Chef Zwanziger: FIFA-Skandal «trifft uns mit»
22.10. 15:52 - Wechsel-Saga beendet - Rooney bleibt bei ManU
22.10. 14:30 - Wende im Wechseltheater: Rooney bleibt bei ManU
22.10. 13:25 - Nach Krisentreffen: Rooneys Zukunft weiter unklar
21.10. 18:34 - Portugal dementiert Berichte über WM-Absprachen
21.10. 16:32 - Wenger: Fabregas bleibt «noch Jahre» bei Arsenal
21.10. 16:23 - Essien kehrt in Ghanas Nationalteam zurück
21.10. 14:59 - Vitesse Arnheim entlässt Trainer «mit Schmerzen»
 
Alle älteren Artikel gibt's im News Archiv.
Fanartikel DFB Pokal Karten Sky bestellen
Fan von Fussball24 auf Facebook werden
Fußball Newsletter - Informationen und Anmeldung
Das große Fußball 24 Forum
fussball-im-verein.de - Spieler, Funktionäre und Fans immer am Ball
...weitere Themen

Internetagentur bigidea.de | Eishockey | primera-division.com