«Wen interessiert, was Pelé sagt? Der gehört doch ins Museum», konterte wiederum der Argentinier. Ein «eigenes» Museum - das kann Pelé bald für sich beanspruchen: Im Juli begannen in Santos die Bauarbeiten zum «Museu Pelé». Der neun Millionen Euro teure und 3000 Quadratmeter große Bau soll 2012 fertig sein. Beim FC Santos erhielt der Schuhmacherlehrling 1956 einen Vertrag und debütierte mit 15 in der ersten Mannschaft. Mit 16 Jahren und 257 Tagen spielte der Ballzauberer erstmals in der Nationalelf und erzielte beim 1:2 gegen Argentinien gleich einen Treffer. 1958 nahm Nationaltrainer Vicente Feola den 17-Jährigen mit zur WM nach Schweden. Dort ging der Stern von Pelé auf und er ist bis heute der jüngste Weltmeister der Fußball-Geschichte. 1962 in Chile, als Brasilien seinen Titel verteidigte, verletzte sich der brasilianische Stürmer bereits im zweiten Vorrundenspiel und kam nicht mehr zum Einsatz. 1970 führte Pelé Brasilien wieder auf den Weltmeisterthron. Ein Jahr zuvor hatte er mit einem verwandelten Elfmeter für den FC Santos gegen Vasco da Gama im Maracanã-Stadion sein 1000. Tor erzielt - ein Fest im ganzen Land, sogar die Kirchenglocken läuteten. Der 92-malige Nationalspieler ließ seine Karriere dann bei Cosmos New York ausklingen und verhalf zusammen mit Franz Beckenbauer dem amerikanischen Fußball zu kurzer Aufmerksamkeit. Seine Verbindung zum Warner-Konzern war auch sein Sprungbrett in die Geschäftswelt. Pelé nutzte in den kommenden Jahrzehnten seinen Namen auf gewinnbringende Weise. Im WM-Jahr 2006 wurden seine Werbeeinnahmen auf drei Millionen Euro jährlich geschätzt. Anders als viele seine Kollegen achtete er stets sorgsam auf sein Image. «Ich habe viel Werbung gemacht, aber nie für alkoholische Getränke, Politik, Religion oder Tabak», erklärte Pelé, der aber auch schon für Potenzmittel warb, und dafür in seiner Heimat belächelt wurde. Pelé machte Ausflüge ins Filmgeschäft und in die Politik (1994 wurde er Sportminister). Auf der Bühne der Fußballpolitik konnte und wollte er sich nie profilieren. Für seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft im Alter von nur 30 machte er den damaligen Verbandspräsidenten João Havelange verantwortlich, den heutigen Spitzenfunktionär Ricardo Teixeira bezichtigte er mal der Korruption. Auch privat hat Pelé viele Steilpässe angenommen. «Affären pflastern seinen Weg», schrieb mal die «Neue Zürcher Zeitung». Sieben Kinder hat er - darunter zwei Uneheliche -, zweimal ging eine Ehe in die Brüche. 1995 wurde die inzwischen verstorbene Verkäuferin Sandra Machado nach einem vierjährigen Rechtsstreit zu seiner Tochter erklärt. «Der Bürger Edson Arantes do Nascimento hat alle Höhen und Tiefen des Lebens gemeistert, gelacht, geweint, viele Schmerzen erleiden müssen, viele Triumphe ausgekostet. Er ist sterblich», sagte Pelé einmal in einer Zwischenbilanz. Pelés Tore und Titel seiner Traumkarriere: - Weltmeister 1958, 1962, 1970 - 77 Tore in 92 Länderspielen - 12 Tore bei WM-Turnieren - Weltcup-Sieger 1962 und 1963 mit dem FC Santos - 1962 und 1963 Gewinner der Copa Libertadores mit dem FC Santos - Zehnmal Titelgewinner und elfmal Torschützenkönig mit dem FC Santos in der Meisterschaft des Bundesstaates São Paulo - US-Meister mit Cosmos New York 1977 - 1284 Tore in 1375 offiziellen Spielen (laut Buch «Pelé - mein Leben») - Allein 127 Tore in der Saison 1959 - 1087 Tore in 1120 Spielen für den FC Santos - Vereine: AC Bauru (1954 - 1956), FC Santos (1956 - 1974), Cosmos New York (1975 - 1977) - «Sportler des Jahrhunderts» (IOC, 1999) - «Fußballer des Jahrhunderts» gemeinsam mit Maradona (FIFA, 2000)
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