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FIFA-Ethikkommission hört Exekutivmitglieder an

Zürich (dpa) - 20.10.2010, 19:16 Uhr

Das Emblem der International Football Association (FIFA) am Hauptsitz in Zürich.
Das Emblem der International Football Association (FIFA) am Hauptsitz in Zürich.

Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes FIFA hat mit der Anhörung der unter Korruptionsverdacht geratenen Exekutivmitglieder Amos Adamu (Nigeria) und Reynald Temarii (Tahiti) begonnen.

Unter dem Vorsitz des Schweizers Claudio Sulser soll das Gremium die gegen die FIFA-Funktionäre erhobenen Bestechlichkeitsvorwürfe klären. Die Sitzung dauerte länger als erwartet. Deshalb verschob der Weltverband eine Pressekonferenz, in der er über die Ergebnisse informieren wollte, auf unbestimmte Zeit.

Das Duo Adamu/Temarii soll verdeckt recherchierenden Reportern signalisiert haben, seine Stimmen bei der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 zu verkaufen. Die Ausrichter beider WM-Turniere werden am 2. Dezember in Zürich festgelegt. Um die Endrunde in acht Jahren bewerben sich England, Russland sowie gemeinsam die Niederlande und Belgien und Spanien/Portugal. Für 2022 kandidieren die USA, Australien, Japan, Katar und Südkorea.

Temarii wies die Vorwürfe zurück und betonte seine Integrität, Adamu hat sich nach einem Gespräch mit FIFA-Chef Joseph Blatter dazu bislang nicht öffentlich geäußert. Blatter hatte in einem offenen Brief an die Mitglieder der FIFA-Exekutive eine «gründliche Untersuchung» angekündigt.

IOC-Präsident Jacques Rogge hat die Schritte von Blatter begrüßt. «Ich denke, er hat die richtigen Maßnahmen ergriffen, indem er nicht nur die Fälle der beiden Exekutiv-Mitglieder untersucht, sondern das ganze System. Genauso hat es Juan Antonio Samaranch gemacht», sagte der Boss des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Acapulco der Nachrichtenagentur dpa.


Samaranch, verstorbener Ex-Präsident des IOC, hatte beim IOC-Bestechungsskandal vor der Vergabe der Olympischen Winterspiele 2002 an Salt Lake City ebenfalls eine Untersuchungskommission eingesetzt, die korrupten Mitglieder zur Verantwortung gezogen und zum Teil sogar ausgeschlossen. Zudem richtete der Spanier eine Ethik-Kommission ein und setzte strukturelle Änderungen in der Bewerbungsphase durch. Bis auf die Evaluierungs-Kommission dürfen IOC-Mitglieder bis heute weder die Kandidatenstädte besuchen noch persönliche Geschenke annehmen.

«Die FIFA wird aus dieser Sache die nötigen Lektionen lernen», meinte Rogge weiter. Einen Ratschlag an den Fußball-Weltverband wolle er aber nicht geben. Sportverbände wie die FIFA oder das IOC sind vom Schweizer Korruptionsstrafrecht ausgenommen.

Sylvia Schenk, Mitglied der gegen Korruption kämpfenden Organisation Transparency International, sieht die Integrität der FIFA durch den Vorfall dennoch erschüttert. «Da gibt es eine Menge Zweifel», sagte sie.

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