Mentalcoach soll «Bleus» beflügeln
Paris (dpa) - 08.10.2010, 13:48 Uhr
Der französische Nationaltrainer Laurent Blanc baut auf die Kraft des Geistes.
Ein geheimnisvoller Psychologe soll der französischen Fußball-Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation Beine machen. Vor den Heimspielen gegen Rumänien und Luxemburg nahm Nationaltrainer Laurent Blanc die Dienste eines vorerst anonymen Mentalcoaches in Anspruch. Nach der WM-Blamage soll das junge Team zur Einheit wachsen und sich weiter aus der Krise spielen. Die Bedenken einiger Medien und Profis wies Blanc zurück: «Die Spieler behaupten, dass sie einander kennen, aber oft kennt man sich auch nach 80 Jahren nicht», so der Trainer. Im Stade de France soll gegen Rumänien nach fast einjähriger Durststrecke wieder ein Sieg vor eigenem Publikum gelingen. Auf den verletzten und ohnehin noch gesperrten FC-Bayern-Star Franck Ribéry müssen die «Bleus» zunächst weiter verzichten. Dafür ist Ribérys «WM-Rivale», der zuletzt gesperrte Lyon-Spielmacher Yoann Gourcuff, wieder mit von der Partie. Zusammen mit Arsenals Samir Nasri und Chelseas Florent Malouda soll Gourcuff hinter den Stürmern Karim Benzema (Real Madrid) und Matthieu Valbuena von Meister Olympique Marseille ein sehr offensives Mittelfeld-Trio bilden.
Die Spieler der «Équipe tricolore» sind zu allem bereit, auch wenn viele den Reden des Psychologen misstrauisch zuhörten. «Ich weiß nicht, ich hatte nie einen Mentalcoach, bereite mich lieber mit Musik vor, aber mal schauen», sagte Nasri. «Ob das klappt?», fragte ein TV-Kommentator zweifelnd, während das Sportblatt «L'Équipe» titelte: «Blanc poliert seine Seelen». Andere nehmen es mit Humor, wie Innenverteidiger Adil Rami vom OSC Lille: «Wenn es für einen Sieg nötig ist, spende ich sogar meinen Körper der Forschung.» Siege haben die Franzosen in der Tat bitter nötig, denn der Start in die Ausscheidung war mit einer 0:1-Heimschlappe gegen Weißrussland im Pariser Vorort Saint Denis gründlich in die Hose gegangen. Nach einer schwarzen Serie von sieben Begegnungen ohne Sieg gelang dann zumindest der erlösende 2:0-Sieg in Bosnien-Herzegowina. |