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Ganz Frankreich feiert die «Wiederauferstehung»

Paris (dpa) - 08.09.2010, 13:34 Uhr

Frankreichs Spieler bejubeln den Sieg gegen Bosnien.
Frankreichs Spieler bejubeln den Sieg gegen Bosnien.

Laurent Blanc und seine gebeutelten «Blauen» haben den Kopf aus der Schlinge gezogen. Mit dem 2:0-Triumph in der EM- Qualifikation bei Bosnien-Herzegowina erlöste die französische Fußball-Nationalmannschaft die gesamte Nation.

«Das tut so gut!», titelte das Sportblatt «L'Équipe». «Le Figaro» bejubelte die «Wiederauferstehung» nach dem WM-Fiasko in Südafrika und einer schwarzen Serie von sieben Spielen ohne Sieg.

Vor allem die Erleichterung des neuen Trainers Blanc war verständlich, denn der 44-Jährige stand nach dem 1:2 im Testspiel in Norwegen und der 0:1-Pleite vor eigenem Publikum zum EM-Quali-Start gegen Weißrussland schon mit dem Rücken zur Wand. «Ich spüre sehr viel Freude. Das kann der Aufbruch gewesen sein», meinte Blanc nach dem Abpfiff am Dienstagabend in Sarajevo.

Obwohl Blanc der gesperrte Bayern-Star Franck Ribéry fehlte, hatten die Gastgeber mit den Bundesliga-Torjägern Edin Dzeko und Vedad Ibisevic keine Chance. «Wir haben zu schüchtern agiert, aber Frankreich hat ein großes Team», lobte Bosnien-Coach Safet Susic.

Im Asim-Ferhatovic-Hase-Stadion gelang der «Équipe tricolore» ein überzeugender Erfolg, auch wenn Karim Benzema erst in der 72. Minute die Führung erzielte. Chelseas Florent Malouda - einer von immerhin sieben WM-«Sündern» in der Startelf - stellte nach einem Konter in der 78. den Endstand her. «Wir sind ein junges Team, aber hungrig», meinte Malouda. Erstmals seit dem 2:1 im Mai über Costa Rica gelangen wieder zwei Tore, obwohl Blanc auch die verletzten Stürmer Guillaume Hoarau und Loic Rémy ersetzen musste.


Malouda, Matthieu Valbuena von Meister Olympique Marseille und der nach auskurierter Verletzung neu hereingenommene Benzema sorgten immer wieder für schöne Kombinationen und Gefahr. Besonders der 22- Jährige von Real Madrid wurde als Hoffnungsträger gefeiert. «Fast so gut wie Thierry Henry», lobte «France Football» Benzema.

Die Akteure des «Befreiungsschlags» waren derweil im siebenten Himmel. «Wir haben ein ganz anderes Gesicht gezeigt. Ich hoffe, das ist der Beginn eines großen Abenteuers», sagte WM-«Mitversager» Abou Diaby. «Le Figaro» warnte aber vor Euphorie: «Das ist nur der Beginn des Wiederaufbaus. Bloß kein Triumphgeschrei!» mahnte das Traditionsblatt. Nach den Querelen und der Blamage von Südafrika hat man bei den Nachfolgern der Weltmeister von 1998 aber eines offenbar doch gelernt: Bescheidenheit. «Das war nur ein Sieg. Unser Ziel ist es, weitere folgen zu lassen und uns nicht zufriedenzugeben», beteuerte Mittelfeldmann Alou Diarra. Am 8. Oktober daheim gegen Rumänien können die «Bleus» es beweisen.

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