Zoff, Tormisere und ein Traum: Hitzfeld gefordert
Basel (dpa) - 06.09.2010, 12:19 Uhr
Schweiz-Trainer Ottmar Hitzfeld will es bei der WM-Qualifikation den Engländern zeigen.
Ärger mit den Fans, Flaute im Sturm und ein Torwart auf dem Absprung: Trotzdem hoffen Ottmar Hitzfeld und die Schweizer Nationalmannschaft gegen England auf einen Coup wie bei der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Spanien. «Es wäre natürlich ein Traum, diesen Gegner zum Start zu bezwingen», sagte der frühere Bayern-Coach vor dem Auftakt der Eidgenossen in der EM-Qualifikation am 7. September in Basel gegen die «Three Lions». «Nach einem Jahr Rumpel-Fußball müssen Hitzfelds Jungs endlich Feuer zeigen», forderte das Boulevardblatt «Blick». Nach dem Vorrunden-Aus in Südafrika, wo die Auswahl mit einem 1:0 gegen den späteren Weltmeister furios startete, aber dann nur noch enttäuschte, beginnt für Hitzfeld möglicherweise die letzte Etappe als «Nati»-Trainer. Sein Vertrag läuft bis zur EURO 2012 in Polen und der Ukraine, «danach entscheide ich, wie es weitergeht».
Gegen England, Montenegro, Bulgarien und Wales will Hitzfeld «eine gute Qualifikation spielen» und mindestens Gruppenzweiter werden, um die Play-offs zu erreichen und sich zum fünften Mal hintereinander für eine Endrunde zu qualifizieren. Doch die Misere im Angriff lässt nicht viel erwarten vom EM-Gastgeber 2008: Nur 28 Tore in 23 Spielen erzielte die Schweiz unter Hitzfeld. In den letzten zehn Partien gab es nur vier Treffer, und beim 0:0 in St. Gallen reichte es den fast 15 000 Zuschauern: Sie pfiffen den Ex-Dortmunder Alex Frei, der einen Foulelfmeter versemmelte, so gnadenlos aus, dass selbst dem ansonsten so beherrschten Hitzfeld der Kragen platzte. «Das war total unfair. Das war peinlich, wie sich das Publikum in St. Gallen verhielt», meinte der 61-Jährige und kündigte an: «Wir werden uns gut überlegen, wo wir in Zukunft unsere Heimspiele austragen.» Derdiyok sprach gar von «einem Auswärtsspiel». Beim Training in Freienbach klatschten die 400 Fans freilich schon wieder frenetisch, als der 31 Jahre alte Frei traf. |