England meldet sich mit «Monsterresultat» zurück
London (dpa) - 04.09.2010, 11:09 Uhr
Englands Dreifachtorschütze Jermaine Defoe (r) kann von Ivan Ivanov nicht gestoppt werden.
Die «Three Lions» brüllen wieder. Nach dem blamablen 1:4-Aus im Achtelfinale der Weltmeisterschaft gegen Deutschland gelang Englands Fußball-Nationalmannschaft mit dem schön herausgespielten 4:0 über Bulgarien der perfekte Start in die EM- Qualifikation. «Wir waren heute exzellent», freute sich ein sichtlich erleichterter Trainer Fabio Capello, dem die britische Presse zuletzt hart zugesetzt hatte. «Ich bin froh, dass auch die Fans uns unterstützt haben.» Das Boulevardblatt «Daily Mail» hielt zufrieden fest: «Endlich eine Mannschaft, die wie England aussieht.» «Wir haben einen guten Auftritt hingelegt», sagte Stürmer Jermain Defoe, dem gegen die insbesondere zu Beginn der zweiten Halbzeit gefährlichen Bulgaren ein Dreierpack gelang (2./61./85. Minute). «Ein Hattrick im Wembley-Stadion - das ist das beste Gefühl der Welt», schwärmte der Angreifer von Tottenham Hotspur, der sich in diesen Tagen eigentlich einem Eingriff in der Leistengegend hatte unterziehen sollen. Der eingewechselte Adam Johnson von Manchester City steuerte den vierten Treffer bei (82.).
Englands Elf trat in London auch ohne Stammkräfte wie John Terry, Frank Lampard (beide FC Chelsea) oder Rio Ferdinand (Manchester United) als Einheit auf und spielte unter der Regie von Kapitän Steven Gerrard vom FC Liverpool munter nach vorn. Zwar gelang Stürmerstar Wayne Rooney wieder kein Tor, dafür fädelte er die Treffer seines Partners Defoe aber perfekt ein und nähert sich offenbar wieder alter Stärke. Diesmal hatten die «Three Lions» zudem in Joe Hart einen echten Rückhalt im Tor. Der Schlussmann von Manchester City brillierte bei seinem Debüt und meisterte drei gefährliche Situationen. Englands Presse, die an der Mannschaft und vor allem Capello zuletzt kaum ein gutes Haar gelassen hatte, war angetan. «Wenn die WM Capellos Ruf bekleckert hat, dann begannen die Flecken gestern auszubleichen - ein beeindruckender Sieg, der auf eine bessere Zukunft hoffen lässt», urteilte die «Times». Andere Zeitungen wie der «Guardian» blieben aber vorsichtig: «Capello hat das Recht, zufrieden zu sein, aber es gibt noch viel zu tun.» Auch der «Daily Telegraph» warnte: «Der Weg der Abbitte ist lang und verlangt noch mehr Fortschritte», schrieb das Blatt, räumte aber ein: «Nach der WM-Horror-Show war das ein Monsterresultat für Capello und seine vielkritisierten Spieler.»
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