Unter Druck steht Englands Coach Fabio Capello, der sich nach der 1:4-Schmach im WM-Achtelfinale gegen Deutschland nur mit Mühe im Amt halten konnte. «Ich bin ein Kämpfer», erklärte der viel gescholtene Italiener vor dem Qualifikationsstart gegen Bulgarien trotzig. Anders als Frankreich und Italien setzt Capello vorwiegend auf das alte Personal, muss allerdings auf die verletzten Rio Ferdinand, John Terry, Frank Lampard und Peter Crouch verzichten. Angreifer Theo Walcott verkündete dennoch: «Wir haben fantastische Spieler und einen enormen Glauben an uns.» Dies trifft noch viel mehr auf Titelverteidiger Spanien zu, der dem Auftakt in Liechtenstein gelassen entgegensieht. Trotz der großen Erfolge betrachten die Iberer die Qualifikation für das Turnier vom 8. Juni bis 1. Juli 2012 nicht als Selbstläufer. «Der WM-Titel ist Geschichte. Wir müssen wieder hart arbeiten und dürfen nicht glauben, dass wir unschlagbar sind», warnte Mittelfeldspieler Sergio Busquets. Mit Ausnahme der verletzten Carles Puyol und Raul Albiol hat Trainer Vicente del Bosque alle WM-Helden an Bord. David Villa will in Vaduz den Torrekord von Raúl ins Visier nehmen. Um die Höchstmarke des Neu-Schalkers einzustellen, müsste der Torjäger vom FC Barcelona zwei Treffer erzielen. Rekordschütze Raúl hat in seinen 102 Länderspielen für Spanien 44 Tore geschossen, Villa bringt es bisher auf 42 Treffer in 65 Spielen. In der deutschen Gruppe A soll Trainer-Legende Guus Hiddink die Türkei nach der verpassten WM-Teilnahme wieder zu Ruhm und Ehre führen. Zum Auftakt in Kasachstan steht der «fliegende Holländer», der bereits die fünfte Nationalmannschaft betreut, vor seiner ersten Bewährungsprobe. «Wir werden konzentriert und diszipliniert agieren», versprach Hiddink den Fans am Bosporus. In den Niederlanden drehte sich vor dem Spiel in San Marino alles um das überraschende Comeback von Ruud van Nistelrooy. Der 34-jährige Torjäger, der mit drei Treffern in zwei Spielen wesentlichen Anteil am gelungenen Bundesligastart des Hamburger SV hatte, kehrt nach über zwei Jahren in das Team des Vize-Weltmeisters zurück. «Damit habe ich nicht gerechnet», kommentierte van Nistelrooy seine Nachnominierung für den verletzten Robin van Persie.
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