Flaute auf spanischem Transfermarkt
Madrid (dpa) - 01.09.2010, 13:45 Uhr
Barcelonas Stürmer David Villa trifft für seinen neuen Club.
Ein Jahr nach den Rekordtransfers von Real Madrid herrscht im spanischen Fußball Flaute auf dem Spielermarkt. Die Primera División bekam die Folgen der Wirtschaftskrise zu spüren. Aber ganz mussten Real und der FC Barcelona auf Verstärkungen nicht verzichten. Real gab 80 Millionen Euro für Verstärkungen aus und nahm unter anderen die deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Sami Khedira unter Vertrag. Der FC Barça verpflichtete den Weltmeister David Villa für die stolze Ablösesumme von 40 Millionen. Dennoch herrschte in Spanien in diesem Sommer auf dem Transfermarkt Flaute. Die Vereine der Primera División investierten insgesamt 270 Millionen Euro in neue Spieler. Das ist der niedrigste Betrag der vergangenen fünf Jahre und nur gut halb so viel wie im Vorjahr, als allein Real die Rekordsumme von 250 Millionen Euro für Stars wie Cristiano Ronaldo oder Kaká ausgegeben hatte. In diesem Jahr bekamen die sonst so spendierfreudigen Spanier die Folgen der Wirtschaftskrise zu spüren. Die Investitionen blieben hinter denen der Premier League in England (420 Millionen Euro) und der Serie A in Italien (290) zurück, lagen aber noch deutlich über denen der Bundesliga (156).
Wie gewohnt bestimmten in Spanien die Titelrivalen Real und Barça den Transfermarkt. Die beiden Großen bestritten allein 57 Prozent der Ausgaben der gesamten Liga auf dem Markt, der in der Nacht zum Mittwoch geschlossen wurde. Real-Generaldirektor Jorge Valdano bezeichnete die 80 Millionen Euro, die die «Königlichen» sich ihre sechs Neuzugänge kosten ließen, als ein «Sparprogramm». Trainer José Mourinho hätte gerne noch einen Mittelstürmer gehabt, aber Clubchef Florentino Pérez erfüllte ihm den Wunsch nicht. Der Titelverteidiger Barça holte für 71 Millionen Euro nur drei neue Spieler, den Torjäger Villa (FC Valencia), den Argentinier Javier Mascherano (FC Liverpool) und den Brasilianer Adriano (FC Sevilla). Die Katalanen gaben neben ihrem Stürmer Zlatan Ibrahimovic mehrere Spieler ab, so dass Trainer Josep Guardiola in dieser Saison mit 19 Profis auskommen muss. Noch nie in der jüngeren Vergangenheit war der Kader der Blau-Roten so knapp besetzt. |