Der französische Neustart soll mit Hilfe «frischer Gesichter» wie dem 20-jährigen Yann M'Vila von Stade Rennes oder dem drei Jahre älteren Kevin Gameiro vom FC Lorient gelingen. Unterstützung soll in Clairefontaine von Ex-Superstar Zinedine Zidane kommen, Blancs berühmtesten Teamkollegen aus der Weltmeister-Elf von 1998. M'Vila, der beim Titelgewinn Frankreichs 1998 nur acht Jahre alt war, kann sein Glück nicht fassen: «Für viele von uns ist Zidane der beste Fußballer aller Zeiten. Er ist heute immer noch besser als viele von uns». Zunächst plagen allerdings Personalprobleme ohne Ende den neuen Nationaltrainer. Der Coach der «Bleus» muss nun auch auf Yohan Cabayé verzichten. Der Mittelfeldmann des OSC Lille musste wegen einer Verletzung am linken Oberschenkel das Trainingslager der Franzosen in Clairefontaine bei Paris verlassen. Für Cabayé, der erst zwei Tage zuvor für den verletzten Lassana Diarra von Real Madrid nachnominiert worden war, wurde nach Angaben des Verbandes Blaise Matuidi von AS St. Etienne in den Kader berufen. Zu allem Übel bangt man bei der «Équipe tricolore» um den Einsatz von Stürmer Karim Benzema. Der Real-Profi hatte nach einem Schlag auf den rechten Knöchel das Training vorzeitig abbrechen müssen und konnte noch nicht wieder trainieren. Leichte körperliche Probleme plagten zudem die Spieler Loïc Rémy, Adil Rami, Guillaume Hoarau, Mamadou Sakho und Abou Diaby. Auf die bereits gesperrten WM-«Sünder» Franck Ribéry (3 Spiele), Nicolas Anelka (18), Patrice Evra (5) und Jérémy Toulalan (1) muss Blanc bei seinem offiziellen Debüt als Trainer der «Équipe tricolore» ohnehin verzichten. Dafür bekam der Ex-Meistermacher von Girondins Bordeaux (2009) bei der Vorbereitung des Spiels im Pariser Stade de France Hilfe von Zidane. «Ich habe (den Spielern) keine Ratschläge gegeben, sondern einfach etwas Zeit mit ihnen verbracht (...) ich wollte etwas von meiner Erfahrung rüberbringen und habe ihnen erklärt, wie wichtig der Sieg ist», so der 38-jährige «Zizou» in Clairefontaine. Der «Trumpf» der Franzosen heißt aber weder M'Vila noch Zidane, sondern Blanc. Die Medien der «Grande Nation» loben den Arbeitsstil des Nachfolgers des umstrittenen Raymond Domenech trotz des 1:2 im Freundschaftsspiel in Norwegen weiter über den grünen Klee. Der Ex- Meistermacher von Girondins Bordeaux (2009) konnte bislang auch die Profis überzeugen. «Das, was Blanc sagt, das kommt bei mir an», so Diaby begeistert. Angst vor den eigenen Fans hat Blanc, anders als einige seiner Schützlinge, nicht: «Wenn wir guten Fußball spielen wird man uns auch unterstützen». Sein Motto hat der Trainer dieser Tage bereits ausgegeben: «Vergessen wir Juni, die Zukunft kommt!».
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