Im Süden nichts Neues: Inter wieder Top-Favorit
Rom (dpa) - 27.08.2010, 10:58 Uhr
Rafael Benitez soll Inter Mailand mit bewährtem Team zur sechsten Meisterschaft führen.
Neuer Trainer, altes Ziel: Titelverteidiger Inter Mailand startet wieder als haushoher Favorit in die italienische Fußball-Liga. Auch nach dem Abschied von Trainer-Guru José Mourinho gilt Inters sechster «Scudetto» nacheinander als fast sicher. Bleibt eigentlich nur die Frage: Wer wird der schärfste Rivale des Triple-Sieger mit seinem neuen Trainer Rafael Benitez? Kandidaten sind der Vorjahreszweite AS Rom, Inters Lokalrivale Milan, Rekordmeister Juventus Turin und der FC Genua mit Ex-Bayer Luca Toni. Den Verfolgern werden kaum Chancen eingeräumt, weil sie als Folge der Wirtschaftskrise kaum aufrüsten konnten, während Inter sein millionenschweres Star-Ensemble praktisch unverändert aufbieten kann. Nur Mario Balotelli (Manchester City) verließ den Club. Die Abwehr dirigiert immer noch der unverwüstliche Kapitän Javier Zanetti (37 Jahre), im Mittelfeld zieht Vize-Weltmeister Wesley Sneijder die Fäden und vorne lauern die Torjäger Samuel Eto'o und Diego Milito.
«Das Team strahlt einfach Selbstbewusstsein aus», sagt der stolze Inter-Präsident Massimo Moratti und dabei bezieht er den ehemaligen Liverpool-Coach ein. Benitez will keine Revolution anzetteln, nur um sich von seinem erfolgreichen Vorgänger abzusetzen. «Aber wir wollen schon offensiver spielen», kündigte der Spanier vor Inters Auftaktspiel in Bologna schöneren Fußball an. Nach dem Wechsel des Exzentrikers Mourinho zu Real Madrid übte sich Moratti in Anbetracht des eher braven Benitez selbst als Provokateur. «Ein multiethnisches Team ist besser, als wenn man Spiele kauft», giftete der Öl-Magnat in Richtung Juventus Turin, das 2006 im Zentrum des Liga-Manipulationsskandal stand und nun Inters hohe Ausländerquote kritisiert. «Inter hat nie verlieren können und auch nie gelernt, zu gewinnen», konterte Juve-Boss John Elkann. |