Mourinho: Reals Trumpf gegen Barça-Dominanz
Madrid (dpa) - 26.08.2010, 14:21 Uhr
Mit Jose Mourinho als Trainer will Real Madrid den Erzrivalen FC Barcelona vom Sockel stoßen.
Der spektakulärste Neuzugang der Liga schießt keine Tore und schlägt keine Traumpässe. José Mourinho soll als neuer Trainer von Real Madrid beim Rekordmeister einer qualvollen Durststrecke von zwei Jahren ohne Titelgewinn ein Ende setzen. Vor allem aber soll der Portugiese in der am 28. August beginnenden Saison den Erzrivalen FC Barcelona vom Sockel stürzen und die Vorherrschaft der Katalanen in Spaniens Fußball beenden. Mourinho ist für die «Königlichen» fast so etwas wie die letzte Trumpfkarte. Vor einem Jahr hatte Clubchef Florentino Pérez die Rekordsumme von 250 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben und Superstars wie Cristiano Ronaldo oder Kaká nach Madrid geholt. Aber am Ende hatte Barça in der Meisterschaft wieder die Nase vorn, und Real ging leer aus. Nun vertrauen die Madrilenen ihr Schicksal dem «starken Mann» Mourinho an. Dafür gaben sie ein altes Prinzip preis. Das Team von Real wird traditionell von den Stars geprägt - egal ob diese David Beckham, Zinédine Zidane der Cristiano Ronaldo heißen. Die Trainer waren in der Regel weniger markante Persönlichkeiten, die auch nur kurz im Amt blieben: In den vergangenen sieben Jahren verschliss Real zehn Trainer. Mit Mourinho wurde ein Coach verpflichtet, der als Medienstar sogar einem Cristiano Ronaldo den Rang abläuft. Der 47-Jährige führt uneingeschränkt das Kommando.
Er erhielt bei den Weißen eine solche Machtfülle wie kein anderer Trainer zuvor. Dabei schien Mourinho vom Typ her gar nicht zu Real zu passen. Während die «Königlichen» traditionell auf gute Manieren und Umgangsformen achten, ist der Trainer dafür bekannt, dass er mit ruppigen und provozierenden Äußerungen schon so manchen Skandal ausgelöst hat. Zur Vereinskultur bei Real gehört auch, dass die Elf einen attraktiven und offensiven Fußball spielt. Mourinho dagegen ist eher ein Taktik-Freak, dem der Erfolg über alles gilt. Von solchen Bedenken will man bei Real jedoch nichts wissen. Zwei Jahre ohne Titel haben die erfolgsverwöhnten Madrilenen beinahe in Panikstimmung versetzt. Sie verpflichteten Mourinho als einen «Titelgaranten», denn der Portugiese hat mit seinen vorigen Clubs immer etwas gewonnen. In den vergangenen acht Jahren sicherte er sich mit dem FC Porto, dem FC Chelsea und Inter Mailand 18 Titel. |