Warschau (dpa) - 26.08.2010, 13:58 Uhr
Aggressive Gewalttäter, wie 2008 bei einem Spiel gegen die Slowakei, sind in Polens Fußball ein Problem.
Bei Fan-Ausschreitungen während eines Fußball-Pokalspiels im polnischen Bydgoszcz (Bromberg) sind vier Polizisten schwer verletzt worden. Anhänger des Zweitligisten Zawisza Bydgoszcz wollten polnischen Medien zufolge die Fans der gegnerischen Mannschaft Widzew Lodz angreifen.
Nachdem die Sicherheitskräfte die direkte Konfrontation verhindert hatten, bewarfen die Hooligans die Beamten mit Steinen, Stöcken und Stühlen. Die Polizei musste Wasserwerfer, Tränengas und Gummigeschosse einsetzen. Sechs Rowdys wurden festgenommen. Das Spiel wurde nach einer Unterbrechung fortgesetzt und endete 3:0 (1:0) für den Erstligisten Lodz. Rund 1000 Polizisten waren im Einsatz. Das erst vor kurzem renovierte Stadion wurde zum Teil zerstört.
Die sportliche Leitung von Zawisza hält nun die Existenz ihres Vereins für gefährdet. «Das kann das Ende des Fußballs in Bydgoszcz bedeuten», sagte Club-Vize Piotr Burlikowski. Nach den Krawallen hätten Sponsoren ihren Rückzug signalisiert, erläuterte der ehemalige Profi. Auch die Stadt Bydgoszcz, die am Club beteiligt ist, habe Kritik geübt. Die Entscheidung über das Schicksal von Zawisza soll in den nächsten zwei Wochen fallen.
Der nationale Fußballverband PZPN wollte die Ereignisse zunächst nicht kommentieren. Man wolle den Bericht des Spielbeobachters abwarten, sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa.
Aggressive Fans sind ein ernsthaftes Problem in Polen, das 2012 zusammen mit der Ukraine die Fußball-Europameisterschaft ausrichtet. Das Parlament hatte vor der Sommerpause die Strafvorschriften bei Sportveranstaltungen verschärft.